In Wangen bleibt
man hangen
In den Ortschaften

Prato (Italien)

Die Stadt

Die Stadt Prato ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Prato und liegt in der Region Toskana, ca. 15 km von Florenz entfernt, am rechten Ufer des Flusses Bisenzio. Die Stadt hat ca. 188.000 Einwohner und erstreckt sich zum größten Teil über eine Ebene und die Ausläufe des Calvangebirges. Beinahe das gesamte historische Zentrum ist Fußgängerzone und macht Prato zur Einkaufsstadt vor allem für modische Textilien. Prato ist ein bedeutendes Zentrum der Textilindustrie. Bürgermeister der Stadt ist Roberto Cenni. Neben Wangen gehören auch Vietnam Nam Dinh (Vietnam), Albemarle County (USA), Roubaix (Frankreich), Changzhou (China), Ebensee (Österreich), Sarajevo (Bosnien Herzegowina) und Bir Lehlu (Arabische Republik) zu den Partnerstädten Pratos.

Geschichte

Die Ursprünge der Stadt gehen auf die römische Epoche zurück. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde Prato freie Gemeinde. Man erbaute die erste Stadtmauer und im Jahr 1248 den Herrscherpalast, der ein typisches Beispiel für die Architektur der Hohenstaufer darstellt. In der Folgezeit übergab man die Stadtherrschaft bis 1351 den Angioini, um danach Teil von Florenz zu werden.

1512 musste Prato eine schwere Plünderung durch spanische Truppen ertragen, die versuchten die Vorherrschaft der Medici wiederherzustellen. 1563 wurde Prato zur Stadt und Diözese erklärt und ein kleines, aber zähes Bürgertum ersetzte schon bald die Aristokratie in der Stadtregierung und machte sich an den Ausbau der Wirtschaft.

Nachdem 1860 die Angliederung ans italienische Reich vollzogen war, nahm die Stadt Prato aktiv an allen Formen des gemeinstaatlichen Lebens teil. Sie konzentrierten sich vor allem auf die Förderung der Textilindustrie - deren Ursprung auf allerlei Wollmanufakturen schon im 12. Jahrhundert zurückgeht - und begründete einen der regsten internationalen Märkte der Branche.
Die fortschreitende wirtschaftliche Entwicklung belebte die Industrie und führte mit Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer Bevölkerungszunahme.

Ein Stadtrundgang

Die Stadt teilt sich in drei Zonen ein. Zum einen in das von den Stadtmauern umgebene Altstadtzentrum, in dem  sich das kulturelle Leben und das der gesellschaftlichen Beziehungen abwickelt. Zum anderen in das Ostviertel Autobahnausfahrt, das den Ämtern und den Regierungs- und Handelsgebäuden gewidmet ist. Hier befindet sich auch das Zentrum und Museum der zeitgenössischen Kunst "Luigi Pecci". Die dritte Zone besteht aus den Industriegebieten außerhalb der Wohngebiete.

Das mittelalterliche Mauersechseck mit seinen Toren aus dem 14. und 16. Jahrhundert und seinen Basteien aus dem 16. Jahrhundert umgibt den antiken Stadtkern von Prato. Das mittelalterlichen Gemeindehauses "Palazzo Comunale" ist das einzige Museum in Italien, das ganz und gar der Webkunst und der Textiltechnologie gewidmet ist. Die Kollektion des Museums besteht aus mehr als 5.000 Stoffmustern. Gegenüber steht der "Palazzo Pretorio", ein mächtiger mittelalterlicher Bau, einer der schönsten Amtspaläste Mittelitaliens. In den großen Sälen befindet sich das "Museo Civico" (Stadtmuseum).
 
Über die Via Mazzoni kommt man zum Domplatz, auf dem sich die Cattedrale di Santo Stefano erhebt. Sie ist ein wunderschönes Beispiel romanisch-gotischer Architektur im Prateser Stil und hat trotz verschiedener Umgestaltungen seine Einheit erhalten. An der Außenfassade steht die Außenkanzel von Donatello und Michelozzo hervor, die noch heute zum Vorzeigen des Heiligen Gürtels der Madonna dient. Im Querschiff mit Chorkapellen kann man unter anderem die Fresken von Paolo Uccello und Filippo Lippi und die Madonna der Brüder Da Maiano bewundern.

Im „Museo dell‘ opera del duomo“, das einen Teil des Bischofspalastes einnimmt, sind Malerwerke aus dem 13. bis 19. Jahrhundert, sowie kirchliche Gegenstände und Priestergewänder ausgestellt. Es steht in Verbindung mit einem schönen romanischen Klosterhof und den „Volte“, antike Gräber unter den Kapellen des Doms.

Weiter auf der Via Convenevole erreicht man die Chiesa di S. Domenico in feinem gotischen Baustil mit Außenwänden aus weißem Alberese und Backstein. Vom Klosterhof aus geht man direkt ins „Museo della pittura murale“, in dem abgelöste Fresken, Skizzen und Graffitos aus dem 14. bis 17. Jahrhundert zu bewundern sind. Gegenüber der San Domenico Kirche steht das Monasteo di San Vincenzo mit seiner angenehmen barocken Inneneinrichtung und am Ende des Corso Savonarola das Conservatorio di San Niccoló, ein bedeutungsvoller Bau aus dem 14.- bis 18. Jahrhundert. Die Via Santa Caterina entlang, an der eleganten neoklassischen Chiesa di San Pier Forelli vorbei, erreicht man das mächtige Gebäude des Collegio Cicognini mit seiner strengen Fassada aus dem 18. Jahrhundert. Daneben die Chiesa dello Spirito Santo, die reich an Gemälden ist, darunter auch jene große Meister, wie Jacopo di Cione, Filippo Lippi und G.A. Sogliani. In der nahen Via degli Alberti, im Palast der Cariprato hat die Galleria degli Alberti mit einer kostbaren Kollektion toskanisch-barocker Malerwerke und Meisterwerke von Caravaggio, Giovanni Bellini, Filippo Lippi und Lorenzo Bartolini ihren Sitz.

Weiter kommt man zum Palazzo Datini, ein rares Beispiel eines Wohnhauses aus dem späten 14. Jahrhundert, im Auftrag des genialen Geschäftsmanns Francesco Datini, gebaut. Nur wenige Schritte weiter öffnet sich dem Blick des Besuchers der große San Francesco Platz mit dem Palast der Biblioteca Roncioniana mit einer Gruppe der Robbia-Brüder im Hintergrund des Atuiums.

Auf dem nahegelegenen „Piazza delle Carceri“ wird man von dem mächtigen Bau des Castello dell’Imperatore in weißem Alberesekalkstein überwältigt. Es handelt sich hier um ein einzigartiges Beispiel staufischer Architektur in Mittel- und Norditalien, erbaut von Riccardo da Lentini (ca. 1242-48) im Auftrag von Friedrich von Antiochia, Sohn des Kaisers Friedrich II..

Die Basilica di Santa Maria delle Carceri wurde von Giuliano da Sangallo (1485-92) im Auftrag von Lorenz dem Prächtigen auf den Resten eines alten Gefängnisses gebaut und stellet ein architektonisches Meisterwerk dar. Sie hat einen für die Bauart der Renaissance typischen Grundriss in griechischem Kreuz mit Kuppel. Im Innern sind außer den Fenstern von Domenico Ghirlandaio Werke von Andrea della Robbia und Bernardo Buontalenti zu bewundern.

Weiter durch die Via Pugliesi gelangt man an den Resten einiger alten Türme und das Oratorio di Santa Maria del Buonconsiglio mit seinen Majoliken von Andrea della Robbia und seiner Werkstatt vorbei. Schließlich erreicht man den großen Piazza Mercatale, wo sich einst der Jahrmarkt von Prato abspielte. Hier befindet sich auch die Chiesa di San Bartolomeo, in der Skulpturen und Gemälde aus dem 14.-17. Jahrhundert aufbewahrt sind.

Das Museum Centro per L’Arte Contemporanea „Luigi Pecci“ wurde 1988 gegründete und auf Entwurf des Architekten I. Gamberini gebaut. Es stellt internationalen zeitgenössischen Kunst zur Verfügung, mit einer ausgedehnten Programmierung von Ausstellungen und didaktischer Aktivitäten, unter der erfolgreichen Leitung seines Informations- und Forschungszentrum der bildenden Künste.

Begegnungen 1980 - heute

Sowohl im Bereich Schüleraustausch, als auch in den Bereichen Musik, Sport und Kunst herrscht ein lebedinger Austausch. Zudem werden jährlich Bürgerfahrten durchgeführt, an denen alle Bürger der beiden Städte teilnehmen können. Mit diesen Fahrten soll auch denjenigen, die nicht Mitglieder eines Vereins sind, die Möglichkeit geboten werden, die Partnerstadt kennen zu lernen.