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Stadtarchiv Wangen im Allgäu

Geschichte

Die sichere und dauerhafte Aufbewahrung wichtiger Urkunden und Schriften war seit dem Mittelalter ein Anliegen der freien Reichsstadt. 1543 wird ein „gewelb“ erwähnt, in dem „ir statt brieff und guetter“ verwahrt wurden.

Das älteste bekannte Archiv war im „Pfaffentor“ neben dem Rathaus untergebracht (heute: Trauraum). Der Zugang erfolgte über den historischen Ratssaal. Kriegsgefahr und steigende Aktenproduktion erforderten so manche Notunterkünfte: 1703 (Span. Erbfolgekrieg) wurden Stadtarchiv und Kirchenschatz von St. Martin nach Rorschach geflüchtet. 1742 kamen Teile des Schriftgutes ins Hinderofenhaus am Marktplatz. Im 2. Weltkrieg wurde das Archiv aus Luftschutzgründen in die Mädchenschule ausgelagert.

Von katastrophenbedingten Verlusten blieb der Archivbestand verschont. 1828 und 1839 wurden allerdings wertvolle Teile des reichsstädtischen Archivbestandes in das Königliche Staatsarchiv Stuttgart abtransportiert. Nach dem 2. Weltkrieg reichte der Platz im historischen Rathaus nicht mehr aus. 1964 zog das Archiv ins städtische Kornhaus und 1978 in das ehemalige Kreissparkassengebäude am Marktplatz. Nachdem auch dort die Raumkapazitäten erschöpft waren, entschied sich der Gemeinderat für ein Neubauprojekt in der Langen Gasse an der Stelle des eh. Sudhauses der Stadtbrauerei. Die neuen Räumlichkeiten wurden 1994 bezogen.

Das Archiv diente in reichsstädtischer Zeit hauptsächlich der Rechtssicherung. Immer dann, wenn die Unterlagen wieder in einen „confusen und ohnrichtigen Stand“ (1732) geraten waren, beauftragte die Stadt geeignete Personen mit den erforderlichen Ordnungsarbeiten: 1589 den städtischen Rechtsberater Dr. Hindelang, 1732 den Sohn des Bürgermeisters Mauch, 1744 den Zolleinnehmer und späteren Bürgermeister Christian Walckh, 1829 Bürgermeister Weber, und Ratsschreiber Schwarz, um 1900 Pfarrer Lupberger aus Deuchelried. Die Epoche kontinuierlicher Archivbetreuung begann 1951.

1951 – 1978 Dr. Albert Scheurle / Studienrat
1978 – 1993 Dr. Karl Friedrich Eisele / Kreisarchivar
1994 – 1998 Petra Sachs-Gleich M.A.
seit 1998 Dr. Rainer Jensch

Bestände

  • über 2400 Urkunden (seit 1217)
  • 300 lfd. Meter Akten aus reichsstädtischer (ca.1500-1802), bayrischer (1802-1810) und württembergischer Zeit (seit 1810)
  • ca. 150 lfd. Meter Amtsbücher seit dem 16. Jh. (Säckelmeisterbücher seit 1500, Steuerbücher seit 1505, Ratsprotokolle seit 1539)
  • Lokalzeitung seit 1825 (Wochenblatt / Argenbote / Verbo / Schwäbische Zeitung)
  • historische Büchersammlung des eh. Altertums-vereins (u.a. Jura, Theologie, Medizin)
  • Amtsdruckschriften
  • Archivbibliothek: stadt- und regionalgeschichtliche Literatur, Nachschlagewerke, Zeitschriften
  • Sammlungen: Karten, Pläne, Plakate, Postkarten, Fotos, Siegel, Wappen, Briefköpfe, Wasserzeichen, Filme, Tonträger, Dokumente aus privaten Schenkungen und Nachlässen
  • Zeitgeschichtliche Dokumentation
  • Häuserchronik
  • Alphabetische Abschrift der Kirchenmatrikel von St. Martin (1591-1877)
  • Archive der eingegliederten Ortschaften: Deuchelried, Leupolz, Karsee, Neuravensburg, Niederwangen, Schomburg

Aufgaben

Kernaufgabe des Archivs ist die Bewertung, Übernahme, Bewahrung, Ordnung, Erschließung und Nutzbarmachung des aus der Verwaltung der Stadt und ihrer Ortschaften erwachsenen Schriftgutes. Das Stadtarchiv sammelt und dokumentiert Informationen und Unterlagen zur Geschichte und Entwicklung der Stadt und ihrer

Bürger in Vergangenheit und Gegenwart und ist an der Übernahme von Dokumenten aller Art aus Privatbesitz (Bilder, Fotos, Postkarten, Ta-gebücher, Geschäftsbriefköpfe u.v.m.) interessiert. Es ermöglicht die Benutzung des Archivgutes entsprechend den gesetzlichen Vorschriften. Hierzu gehören auch Rat und Hilfestellung bei der Benutzung oder im Fall telefonischer und schriftlicher Anfragen.

Das Stadtarchiv fördert die Stadtgeschichtsforschung. Der Bestand bietet interessantes Material für ein breites Spektrum von Arbeitsthemen. Durch Veröffentlichungen, Ausstellungen, Vorträge und Führungen trägt das Stadtarchiv zur Verbreitung der Geschichte der Stadt und ihrer Ortschaften bei.

Benutzung

Die Benutzung des Stadtarchivs richtet sich nach den Bestimmungen der Archivordnung der Stadt Wangen im Allgäu.

Öffnungszeiten:

Dienstag und Donnerstag
9 Uhr – 12 Uhr und 13 Uhr – 16 Uhr
nach telefonischer Voranmeldung
Tel.: 07522 / 74 11 5

Kontakt

Stadt Wangen im Allgäu
Stadtarchiv
Dr. Rainer Jensch
Lange Gasse 7
88239 Wangen im Allgäu

Tel.: 07522 / 74-115