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Dienstag, 23. Mai 2017

1200 Jahre Allgäu – Ein Fahnenwald entsteht

Das Allgäu nimmt sein 1200-Jahr-Jubiläum zum Anlass für viele Feste und für ein - wie der Heimatbund Allgäu hofft – medienwirksames Event.

Vor 1200 Jahren wurde das Allgäu erstmals urkundlich erwähnt. Es ist wieder einmal das Archiv des Klosters St. Gallen, in dem sich die Urkunde befindet, das die Ursprünge dieser Region eine Geburtsstunde beschert. Ein gewisser Wisirih schenkt den Flecken Wisirihzell an das Kloster. Dieser Ort liege im albgauischen Gau, hießt es dort zur näheren Beschreibung. Die Urkunde wurde am 7. Februar 817 abgefasst.

Am 23. Juli 2017 soll auf dem großen Gelände des Oberstaufener Heimatmuseums „Strumpferhaus“ ein „Fahnenwald eingeweiht werden.  Dort sollen sich alle ganz oder teilweise zum Allgäu gehörenden Landkreise, alle zum Allgäu zählenden Städte, Gemeinden und Ortschaften mit eigenen Wappen, sollen dort buchstäblich „Flagge zeigen“.

Die Arbeitsgemeinschaft Heimatpflege hofft, dass das Württembergische Allgäu dabei durch starke Beteiligung einen besonders „guten und geschlossenen Auftritt gestaltet“, wie der Wangener Alt-Oberbürgermeister Dr. Jörg Leist in einem Schreiben an die Kommunen in der Region schreibt. So könnten alle zum Allgäu gehörenden Städte, Gemeinden und Ortschaften „unserem Allgäu Ehre erweisen und in sympathischer Art für die Region werden.“
Das Konzept für den Flaggenwald sieht so aus: Vor dem Heimatmuseum in Oberstaufen sollen nach Landkreisen gegliederte Gruppen entstehen.

Das Württembergische Allgäu soll sich um die Baden-Württemberg-Fahne, die Fahnen des Landkreises Ravensburg und die historische Schwurhand-Fahne des alten Allgäu-Kreises zusammenfinden. Rund um diese Fahnen könnten dann die Fahnen der Allgäu-Städte Isny, Leutkirch, Wangen, Bad Wurzach, begleitet von den sechs Gemeindefahnen Achberg, Amtzell, Aichstetten, Aitrach, Argenbühl und Kißlegg sowie den über 30 Ortschaftsfahnen aus dem Gebiet des Altkreises Wangen wehen. „Wenn alle mitmachen, wäre dies eine großartige Präsentation des kommunalen Württembergischen Allgäus“, schreibt Leist.

Infotafeln sollen Auskunft über die Orte, ihre Geschichte und ihre heutige Größe geben. Den Flaggen sollen als Hingucker Bildtafeln mitgegeben werden, die ortstypische Bauwerke, Personen, Denkmale oder bedeutende Urkunden zeigen. In Wangen etwa grüßten solche Tafeln vor drei Jahren die Vorbeigehenden an der Eselmühle, um auf die damalige Ausstellung zu Johann Andreas Rauch aufmerksam zu machen.

Die Stadt Wangen wird sich mit einem „Teilnahme-Paket“ aus Württemberg-Fahne, Landkreis Ravensburg-Fahne, Altkreis Wangen-Fahne sowie den Fahnen der sechs zu Wangen gehörenden Ortschaften Neuravensburg, Schomburg, Niederwangen, Deuchelried, Leupolz und Karsee präsentieren. Überlegt wird, welches weitere Anschauungsmaterial den Fahnen beigegeben werden kann.

Denkbar sind gleich mehrere Personen: Fürstabt Rupert-Neß aus Wangen, der die barocke Klosteranlage von Ottobeuren gebaut hat. Andreas Rauch, der als Wegbereiter der modernen Landvermessung und Kartografie in die Geschichte eingegangen ist, die Gebrüder Wiedemann, die die Adler-Käsefabrik gründeten oder auch der Automobilpionier Ludwig Maurer, der aus einer Sigmannser Bauernfamilie stammte und in Nürnberg eine Automobilfabrik  inne hatte, die vom Rettungswagen bis zum Feuerwehrauto vor allem Fahrzeuge mit Blaulicht herstellte.

Auch für die Ortschaften sind Personen oder Gebäude in der Überlegung: Für Deuchelried das Sprachgenie Maria Knöpfler oder die Madonna Immaculata in der Pfarrkirche St. Peter in Deuchelried. Oder für Neuravensburg der Bergfried der Burg oder das Porträt von Pfarrer Faustin Mennel, der das Kloster Bonlanden begründete.