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Montag, 9. April 2018

Alfred Endres spricht über Präsident Macron

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Der Partnerschaftsverein lädt zu einem Vortrag mit Alfred Endres am Freitag, 13. April 2018, um 19 Uhr in den Saal des Weberzunfthauses ein. Der Eintritt ist frei.

Thema ist der französische Präsident Emmanuel Macron. „Revolution“ heißt das Buch, das Macron noch als Kandidat 2016 vorlegte. Nun sitzt der 39-jährige seit Mai 2017 im Elysee-Palast und will wohl als erstes die Reform des 3000 Seiten umfassenden, anachronistischen Arbeitsrechts schaffen und insgesamt Frankreich transformieren.

Dieses faszinierende Land scheint nun wirklich auf der Weltbühne zurück, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Der jüngste Staatschef der Industriestaaten will nicht als der kleine Klassenneuling gelten. Der neue Präsident hat sowohl die Konservativen zerrieben als auch die bisher regierenden Sozialisten deklassiert. Mit seiner neuen Bewegung „La République En Marche“ (LREM) gibt es im Palais Bourbon, der französischen  Nationalversammlung, keine wirksame Opposition mehr. Er muss eher die Macht der Straße fürchten, welche die zwei kommunistischen Gewerkschaften CGT und Force Ouvrière sicher organisieren werden. Das Mehrheitswahlrecht führte dazu, dass Macrons Bewegung mit nur einem Drittel der Stimmen satte drei Fünftel oder 361 der 577 Sitze eroberte.

Gerade ist der Postrevolutionär Macron dabei, die ersten Fehler zu begehen. Er verwechselt Europa mit der EU. Dieser Kontinent hat seinen immensen Wohlstand und den Aufstieg zur Hochkultur dem jahrhundertelangen Wettbewerb von Kleinstaaten und Fürstentümern zu verdanken. Unser europäisches Wunder beruht also auf Dezentralität, Autonomie und Standortwettbewerb. Die von Macron angestrebte Zentralisierung von Politiken wie die europäische Transfer- und Haftungsunion sind nach Ansicht des Referenten das Gegenteil von alledem. Sie birgt die Gefahr des Scheiterns.

Dennoch ist auch für Deutschland Macron eine gute Nachricht. Er wird nach furiosem Start endlich das sein, was Francois Hollande nie war: ein echter, gleichwertiger Partner, um endlich Europa wieder voranzubringen.

Alfred Endres, Bürgermeister a. D. von Kißlegg im Allgäu und Begründer der Gemeindepartnerschaft mit Le Pouliguen (Loire-Atlantique) wird in seinem Vortrag verdeutlichen, dass die beiden Kernländer des Kontinents unverzichtbare Partner sind und dass kein Weg an den gemeinsamen Anstrengungen zur Gestaltung Europas vorbeiführen kann. Für viele Franzosen ist der Bezugspunkt immer Deutschland, dessen Hegemonie sie bewundern und ablehnen. Vorbild und Feindbild in einem? Dennoch keine schlechten Zeiten für unsere Freundschaft mit dem 66 Millionen-Volk.