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Montag, 21. August 2017

Allgäus Finest-Festival kommt gut durch den Regen

Regen und Unwetter hatten das Allgäu's Finest- Festival am Karseer Skilift zweimal unterbrochen. Doch 1800 Besucher feierten davor und danach.

Die Besucher mussten das Gelände am Freitag- und am Samstagabend jeweils für eine gute Stunde verlassen und sich in Sicherheit bringen. In beiden Fällen konnte das Festival aber weitergehen. Verletzte gab es nicht.

Viele geübte Festival-Besucher

Alles hatte fröhlich begonnen. Der Kartenverkauf war wie am Schnürchen gelaufen. Bereits Wochen vor dem Termin war klar, dass die Tickets noch vor Festivalbeginn ausverkauft sein würden. Und am Freitagnachmittag reisten die hauptsächlich jugendlichen Festivalbesucher an - mit Zelten, Schlafsäcken, Campingstühlen, Tischen und jeder Menge Verpflegung. „Man konnte sehen, wer das nicht zum ersten Mal macht“, beobachtete Ortsvorsteherin Konny Keller, die mit den Rettungskräften von Feuerwehr und Johannitern auf dem Hügel zwischen Campingareal und Festivalgelände Posten bezogen hatte.

Unwetter kommt ohne Vorwarnung

Der Wetterbericht für den Abend hatte jedoch schon nichts Gutes verheißen, und so war bereits ein Notfallplan vorbereitet: Wenn es allzu schlimm kommen sollte, so stünden drei Hallen in unmittelbarer Nähe zur Verfügung, sagte Konny Keller. Bis gegen 19.30 Uhr war es ein lockeres Festival mit Partylaune und lustigen Einfällen des einen oder anderen Besuchers. So parkte mitten zwischen Campern ein Wagen, auf dem ein Klavier stand. „Kannst du Klavier spielen, dann komm rauf“, sagte der Besitzer. Auf die Frage, was er mit dem Klavier mache, wenn der vorausgesagte Regen kommt, antwortete er: „Dann machen wir den Deckel zu.“ Ob das gereicht hat? Denn ohne Vorwarnung zogen Regen und Sturm auf. Binnen Minuten war der Platz durchweicht, Blitze zuckten ohne Unterlass und der Wind drückte auf die Zelte. Die Feuerwehr drehte eine Runde übers Areal und mahnte alle, sich ins Auto zurückzuziehen.

Turnhalle kurzzeitig genutzt

Gleichzeitig wurde die Turnhalle in Karsee geöffnet, in die sich knapp 50 junge Leute flüchteten, wie Konny Keller am Samstag berichtete. Doch gegen 22 Uhr war der Spuk vorüber. Kurz danach wurde das Gelände wieder geöffnet, und Konzerte und Party konnten weitergehen. Das organisierte Vorgehen wurde am nächsten Tag von vielen Festivalbesuchern gelobt. Sarah aus Amtzell, die mit einer ganzen Clique campierte, sagte: „Das war wirklich topp, wie die das gemacht haben. Das war super organisiert. Ganz großes Lob an die Veranstalter!“ Sie genoss mit ihren Freunden am Samstag schon wieder unbekümmert die entspannte Atmosphäre – an den Füßen allerdings dicke Schuhe oder Gummistiefel. Zwar war am Morgen teilweise Stroh auf den Wegen verteilt worden, dennoch bewegten sich die Festivalbesucher vorsichtig im knöcheltiefen schweren Matsch.

Auch die Karseer Musikkapelle spielte mit

Doch das tat der Stimmung keinen Abbruch – zumal die Wettervorhersagen noch am Nachmittag keinen Regen anzeigten. So ging die Party weiter, im Zelt tanzten die Feiernden hauptsächlich zu elektronischer Musik, während draußen vor der Bühne die Fans mit den Bands bei verschiedensten Musikstilen feierten. Am Samstagnachmittag bewies im Übrigen auch die Karseer Musikkapelle, dass sie nicht nur traditionelle Blasmusik kann und hatte die Feiernden auf ihrer Seite. Felix, der mit einer riesigen Gruppe aus Konstanz die Zelte beim Festival aufgeschlagen hatte, war auch schon im vergangenen Jahr dabei und kam wieder, weil sich am Karseer Skilift bestens Party feiern lasse. Aber er lobte auch das Programm: „Die Allgäu’s Finest-Leute haben ein super Line-up und eine geniale Musikauswahl!“

Internationale und regionale Künstler

Und es waren nicht nur die jungen Gäste, die das Festival priesen. Konny Keller hatte im Lauf des Samstags viele Karseer getroffen, die mal schauen wollten, wie es da zugeht. Sie zeigte das Foto von einem älteren Ehepaar, das sichtbar erfreut über das Areal schaute. „Der Mann hat gesagt: ‚Das ist ja schöner, wie’s Oktoberfest!“ , erzählte sie. Dazu trug auch bei, dass die Macher neben einem vielseitigen Programm mit internationalen Künstlern und Musikern aus der Region auch Erlebnismöglichkeiten anderer Art geschaffen hatten. So sägte Andreas Gambach mit einer Kettensäge bis zum Samstagabend einen Bär aus einem Baumstumpf. So sprühten Spray-Künstler den Allgäu’s Finest-Schriftzug auf eine große Wand. Hängematten und große Sitzbänke im Gelände boten Möglichkeiten zum Chillen. Über die Hügel unterhalb des Skilifts zogen die Düfte von Kässpätzle genauso wie von Falafel und Burger. Und wer sich ein Andenken mitnehmen wollte, fand diverse Angebote.

Unwetterwarnung hält Festval auf

Es hätte ein ganz entspannter Abend werden können. Doch um 20 Uhr mussten wieder der Ausschank gestoppt und die Musik abgestellt werden. Die Entscheidung des Organisationsstabs aus Allgäu’s Finest-Verantwortlichen, Feuerwehr Karsee und Wangen, Johanniter, Security und Ortsvorsteherin fiel kurz und knapp aus: „Das Zelt wird geräumt.“ Der Regen hatte wieder sintflutartig eingesetzt. Doch was noch viel schlimmer war: Nachdem der Regen durchgezogen war, hing über Waldburg noch ein Gewitter fest, für das der Deutsche Wetterdienst lange Zeit akute Unwetterwarnung ausgab. Solange diese Warnung bestand, wollten die Verantwortlichen das Gelände nicht freigeben. Große Erleichterung nach angespanntem Warten: um 21.45 Uhr war die rote Markierung vom Computer verwunden, das Fest konnte weitergehen. Alle Künstler konnten noch auftreten, wenn auch jeweils etwas kürzer als geplant. Die Stimmung unter den Gästen und den Bands war ruckzuck wieder auf dem Höhepunkt.

Stolz auf das Team

Tobias Pflug vom Allgäu’s Finest-Team hatte am Samstagnachmittag noch über den Vorabend gesagt: „Ich bin gottfroh, dass das alles so super funktioniert hat. Ich bin stolz auf unser Team aus Allgäu-Finest-Verein, Feuerwehr, Security und Johanniter.“ Das konnte er auch am Sonntag bei Ende des Festes noch sein. Denn die 1800 Besucherinnen und Besucher kamen sicher über die Zeit.