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Dienstag, 26. September 2017

Ebertshäuser ist Geschäftsführer der Landesgartenschau-GmbH

Karl-Eugen Ebertshäuser heißt der Geschäftsführer der neuen GmbH, die von der Stadt Wangen für die Planungen im Zusammenhang mit der Stadtentwicklung rund um die ERBA und das Auwiesengelände sowie der Organisation Landesgartenschau 2024 gegründet wurde.

Er hat jetzt seine Tätigkeit in Wangen aufgenommen und ist an zwei Tagen in der Woche in der Stadt. Vier Jahre vor der Schau wird sein Engagement in eine Vollzeitbeschäftigung übergehen.

Ebertshäuser gilt als einer der erfahrensten Landesgartenschau-Planer in Baden-Württemberg. 22 Jahre lang hat er in Diensten der Fördergesellschaft für die Baden-Württembergischen Landesgartenschauen fünf dieser Schauen federführend betreut. Die Remstalgartenschau 2019 und die Landesgartenschau in Wangen im Allgäu 2024 sind seine weiteren Projekte.

Investitionen sind meist für die Dauer

Den Namen „Landesgartenschau“ hält Ebertshäuser für irreführend. „90 bis 95 Prozent der Gesamtausgaben fließen in Anlagen, die auf Dauer angelegt und nicht nur für das halbe Jahr der Ausstellung gedacht sind“, sagt er. „Die jeweilige Stadt oder Region feiert im Grunde ein halbes Jahr lang Einweihung.“ Die zwei großen Vorteile einer solchen Schau liegen seiner Ansicht nach in der Jahreszahl. „Das zwingt alle Beteiligten zu Entscheidungen, um die Projekte fertigstellen zu können. Zudem bündelt das Land im Zusammenhang mit Landesgartenschauen die Zuschüsse aus verschiedenen Fördertöpfen“, sagt Ebertshäuser.

Bürgerschaftliches Engagement ist gefragt

Wichtig ist für den Gartenschau-Planer: „Eine Landesgartenschau muss authentisch sein, denn dann ist sie auch erfolgreich. Je mehr sich Bürgerinnen und Bürger sowie Umweltverbände am Planungsprozess beteiligen, desto besser.“ Und er macht jetzt schon Appetit: „Die Schau ist ein Stadtfest über ein halbes Jahr, an dem sich normalerweise alle bürgerschaftlichen Gruppierungen  beteiligen: die Kirchen, der Sport, die Kultur, die Umwelt- und Wohltätigkeitsvereine und so weiter.“

Keine Reue

Noch keine Stadt habe die Teilnahme bisher bereut, ganz im Gegenteil. „Manche Städte haben sich schon mehrfach beworben.“ So wird auch er  in nächster Zeit nicht nur für Wangen arbeiten, sondern weiter in Schwäbisch Gmünd tätig sein, wo er noch mit dem Abschluss der Landesgartenschau 2014 und bereits wieder mit der Vorbereitung der Gartenschau Remstal 2019 befasst ist, an der sich Schwäbisch Gmünd neben einer Reihe anderer Orte  beteiligt.

Die Kommunen zeigen nach seinen Worten sehr großes Interesse an diesen Schauen, denn sie seien eben nicht nur eine „Blümlesschau“, sondern hätten einen hohen Mehrwert: Gerade in Schwäbisch Gmünd sei das greifbar. Die Stadt habe in den letzten Jahrzehnten seit der Gemeindereform einiges an Bedeutung zugunsten der neuen Kreisstadt Aalen verloren und jetzt mit der Schau vor drei Jahren wieder einen Aufschwung genommen. Die Verwirklichung des Tunnels, der seit der Landesgartenschau 2014 den Verkehr aus der Stadt heraushält und dadurch die Rems erlebbar macht, habe den „letzten Kick“ durch die Schau bekommen. Das Stadtbild habe sich in der Folge völlig verändert und die Gmünder hätten zu ihrer Stadt eine neue Beziehung bekommen. Man sage dort: „Wir haben uns wieder neu in unsere Stadt verliebt.“

Fokus auf Familien

Dies sei auch der beste Beweis dafür, dass eine Landesgartenschau für alle etwas zu bieten habe.  „Familien und Kinder stehen ganz stark im Fokus. Wir haben in den letzten Jahren immer auch darauf geachtet, beispielsweise besondere Spielplätze einzurichten“, sagt er.

Ebertshäuser arbeitet im Team mit der Stadtverwaltung und den Planern und bringt in diesem Team seine Erfahrung ein. Seine Aufgaben werden zunächst vor allem darin liegen, Ideen passgenau für Wangen zu entwickeln, sich um Förderungen zu kümmern und dann auch Themen wie den Bau von Holzbrücken über die Argen oder die Verbindung Auwiesen-ERBA weiterzudenken.

Ökologie im Blick

Neu sind ihm die Wangener Details nicht, denn seit rund zwei Jahren nimmt der gelernte Landschaftsgärtner und studierte Landschaftsarchitekt immer wieder am monatlichen Jour fixe aller eingebundenen Ämter teil. Dabei hat er auch die Ökologie im Blick, mit der er sich nicht zuletzt bei seiner Diplomarbeit über ein Thema in Nigeria besonders befasst hat. Und schließlich ist Wangen nicht die erste Landesgartenschau, bei der ein Fluss in den Plänen eine Rolle spielt. Auch auf diesem Feld bringt Ebertshäuser eine Menge Erfahrung mit.

Info:
Eine Landesgartenschau wird immer über eine GmbH abgewickelt, die als Tochterfirma eng mit der Stadt verbunden ist. Sie dient auch in Wangen der Koordinierung, der Projektleitung, der Entwicklung einer Ausstellungskonzeption  und der Organisation der Landesgartenschau 2024. Nach Ende der Landesgartenschau wird die GmbH wieder aufgelöst.