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Freitag, 5. Mai 2017

Große Teile der ERBA sind vergeben

Gemeinderat beschließt die künftige Nutzung einer Reihe von Gebäuden im ehemaligen Spinnerei-Viertel.

Ein Meilenstein in Sachen ERBA-Sanierung ist jetzt vom Gemeinderat der Stadt Wangen beschlossen worden. Die Nutzer und der Nutzungszweck für einen großen Teil der ausgeschriebenen Gebäude im ehemaligen Spinnerei-Quartier stehen nun also fest.

Die früheren Arbeiterwohngebäude im Süden des Areals (Gebäude Nummern 1 bis 3) werden von Immobilien Ritter saniert. In den Gebäuden sollen jeweils acht Mietwohnungen unterschiedlichen Zuschnitts entstehen.  Die Gebäude 4 und 5 werden ebenfalls von lokalen Interessenten zu Mietwohnungen umgebaut. In der Mitte des ehemaligen Arbeiterquartiers entstehen neue Wohnhäuser durch die Genossenschaft Wohnen Plus.

Im Gebäude Nummer 6, dem ehemaligen Konsum, wird ein Architektenbüro einziehen. Das Gebäude bleibt dabei in seiner derzeitigen Struktur komplett erhalten. Im Erdgeschoss werden die eigentlichen Arbeitsräume einziehen, während das Obergeschoss mit seiner eigentümlichen und teilweise niederen Dachform zum Besprechungsraum ausgebaut werden soll.

Das Magazin, Gebäude Nummer 7, wird wie früher handwerklich genutzt. Ein Steinmetz-Betrieb aus Opfenbach wird dort einziehen und die obere Etage zur Wohnung umbauen. Die Flächen um das Gebäude herum könnten auch als Ausstellungsflächen dienen.

In das Gebäude Nummer 8, das ehemalige Altersheim, soll ein „Junges Hotel im ‚alten Heim‘“ einziehen. Christian Skrodzki, der Motor des Bürgerbahnhofs in Leutkirch, will aus diesem Haus ein Hotel für Menschen machen, die keine allzu großen Ansprüche an eine Unterkunft haben. Das Angebot soll sich vorrangig an Radfahrer, Wanderer, Familien und junge Leute mit kleinem Reisebudget richten. Angedacht sind auf dem Gelände auch Baumhäuser oder Lauben, in denen Gäste übernachten könnten.

Die Gespräche über die Neue Spinnerei und Weberei, Gebäude 10 und 11, sollen in Bälde abgeschlossen werden.  Im Hinblick auf die Landesgartenschau 2024 ist es denkbar, dass die Alte Spinnerei noch bei der Stadt Wangen bleibt. Die großen Hallen für Ausstellungen genutzt werden.

In den kommenden Wochen werden nun in der Verwaltung die Detailpläne als Grundlage für die Verträge mit den künftigen Nutzern vorbereitet. Parallel dazu laufen die Vertragsverhandlungen, die allesamt baldmöglichst abgeschlossen werden sollen. Die Erschließung des Geländes wird 2018 beginnen.

Vor dem Gemeinderat hatten sich im Januar 19 Interessierte mit ihren Planungen zur ERBA-Entwicklung vorgestellt. Darunter waren Interessenten, die sich um einzelne Gebäude zum Eigengebrauch bis hin zum großen Flächenanteil bewerben. Die Stadt Wangen prüfte anschließend, wie die unterschiedlichen Nutzungen und Interessenten zusammenpassen, führte mit ihnen Gespräche und legte jetzt dem Gemeinderat die in Frage kommenden Projekte zur Entscheidung vor.

Von der Industriebrache zur Vergabe
•    Die Sanierung der ERBA wird im Rahmen der Vorbereitungen zur Landesgartenschau 2024 stattfinden. Wangen erhielt im Juni 2010 den Zuschlag für dieses Ereignis.
•    Im Juni 2014 entschied der Gemeinderat der Stadt Wangen, die Planungen der Landesgartenschau gemeinsam mit dem Büro Lohrer.Hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH aus München voranzutreiben.
•    Am 26. Juli 2016 beschloss der Gemeinderat die Ausschreibung des ERBA-Geländes.
•    Bis 31. Dezember 2016 konnten Interessierte ihre Planungen einreichen.
•    Bereits zweimal hat das Bundesbauministerium in Berlin Fördermittel für die Sanierung öffentlicher Bauten und Gelände in der ERBA zur Verfügung gestellt. Insgesamt gibt der Bund 3,5 Millionen Euro für zwei Teilprojekte in der ERBA, die damit als Städtebauprojekt von nationaler Bedeutung gilt. Die Projekte werden derzeit umgesetzt. Projekt 1 ist die Sanierung der Neuen Mitte. Dazu gehört auch die Sicherung des Schornsteins, die jetzt abgeschlossen wurde. Projekt 2 ist die Sanierung des ehemaligen Pförtnerhauses mit anschließender Halle sowie der Platz für die Jugend und die Begegnung der Generationen und die Unterführung, die das ERBA-Areal mit dem Auwiesengelände verbinden soll. Dieses Projekt wird 2018 in die Umsetzung gehen.