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Freitag, 16. Juni 2017

„Herr der Diebe“ spielt in und mit V-E-N-E-D-I-G

Der Countdown für das Kinderfesttheater läuft. Knapp sechs Wochen sind es bis zur Premiere von Cornelia Funkes „Herr der Diebe“ am Samstag, 15. Juli 2017.

Grund für das Team rund um das Kinderfesttheater den Aktionstag anzusetzen, um Kulissen zu bauen und Kostüme zu nähen.

Aus den Buchstaben V-E-N-E-D-I-G entsteht nicht nur das Bühnenbild für die Geschichte um zwei Jungs und eine Kinderbande, sie dienen auch als jedwedes Mobiliar auf der Bühne. „Wir wollten kein klassisches Venedig-Bild auf die Bühne bringen, sondern haben etwas ganz Anderes gesucht“, sagte Silvia Brunold. Ein Grund: Zu groß sei die Gefahr, dass das Bühnenbild kitschig wirkt. So kam das Team Silvia Brunold, Susanne Brunold, Meike Engler und Uschi Peters auf die Idee, mit Hilfe der abstrakter Buchstaben Venedig-Bilder in den Köpfen der Zuschauerinnen und Zuschauer zu erzeugen. Mediterrane Farben, die bei rund 30 Grad im Schatten vom Kinderfestteam beim Aktionstag über die multifunktionalen Lettern gestrichen wurden, sollen der Fantasie des Publikums auf die Sprünge helfen. Stefan Gufler vom städtischen Bauhof hat die Buchstaben hergestellt, fahrbar und mobil – so dass sie auch im Spiel leicht eingebunden werden können.

Zur Magie Venedigs wird eine Szene beitragen, die ganz in Schwarzlicht inszeniert wird. Auch dafür wurden Kulissen gebaut und gemalt – diese jedoch ganz ins Schwarz mit wenigen weißen Strichen. Denn nur was weiß ist, kann im Schwarzlicht leuchten.

Um die Bilder lebendig zu halten, werden immer wieder Personen auftauchen, die zum Bild von Venedig gehören. So näht beispielsweise Aurelia Sorms die Robe einer venezianischen Grandezza – ganz in leuchtendem Royalblau. Aurelia stand selber schon auf der Bühne des Kinderfesttheaters. Dieses Mal jedoch gehört sie dem Team hinter den Kulissen an und verbindet unter den Fittichen von Uschi Peters ein Praktikum für die Kostümschneiderei, das sie für die Waldorfschule macht, mit der Arbeit fürs Kinderfesttheater.  

Weil das Bühnenbild sehr zurückgenommen erscheint, bekommen die Kinder bunt-gemusterte Kleidungsstücke. Eine Schulklasse auf Ausflug trägt beispielsweise rote Rucksäcke und rote Mützen. Die Kleider der weiblichen Rollen erinnern in Farbigkeit und Design an die späten 1960er und frühen 1970er Jahre und werden sehr flott daher kommen.

Die Geschichte vom „Herrn der Diebe“ hat mehrere Ebenen. Sie liest sich wie ein Krimi, handelt von zwei Brüdern, die getrennt werden sollen, nachdem ihre alleinerziehende Mutter gestorben war. Sie treffen auf eine Kinderbande in Venedig um den Sohn reicher Eltern. Und es geht um ein Karussell mit magischen Figuren. Funktionieren kann das Karussell aber nur, wenn der Löwe dort auch seinen zweiten Flügel wieder bekommt, der ihm zuvor abhandengekommen war.  Das Karussell hat die Kraft Kinder im Vorwärtsgang zu Erwachsenen zu machen oder Erwachsene ins Kindesalter zurückzubringen. Doch dafür wird der zweite Flügel des Löwen gebraucht. Spannung ist also auf allen Ebenen sicher.