Einfach Ankommen
und Wohlfühlen
Dienstag, 11. April 2017

In den Grünmüll gehört nur Grünmüll

Die Entsorgerfirma findet Plastik, Keramik und andere Fremdstoffe in den Gartenabfällen auf dem Bauhof.

Kaum hatte der Städtische Bauhof wieder mitgeteilt, dass Gartenabfälle abgeliefert werden können, da kamen sie auch schon: Wagenweise Äste und Zweige von Bäumen und Sträuchern sowie Blätter und tote Pflanzen. Soweit so gut.

Doch gar nicht erfreut war Detlef Huber, der im Steueramt für das Abfallthema zuständig ist, als ihm die Entsorgerfirma eineinhalb Tage nach Saisonbeginn ein Foto mit offensichtlichen Abfallsünden schickte. Manche Bürger nahmen es offenkundig nicht ganz genau bei der Ablieferung im Wertstoffhof. Denn aus dem Grünmüll hatte der Entsorger Plastiksäcke, Plastiktöpfe von Pflanzen und einen zerbrochenen Keramik-Pflanztopf gezogen.  Eine Entwicklung, die bereits Ende des vergangenen Jahres eingesetzt hatte und sich nun offenkundig fortsetzt.

Ende 2016 waren Plastikteile im Grünmüll nicht bemerkt worden. Die Folge: Sie landeten geschreddert bei einem Landwirt auf dem Feld. Der Nachbar dieses Bauern drohte dann mit einer Anzeige wegen illegaler Müllentsorgung. So schickte der Entsorger drei Mann auf den Acker, um das Plastik händisch in stundenlanger mühsamer Arbeit absammeln zu lassen.

Solche sinnlosen Arbeitseinsätze sollen nun vermieden werden. Sie waren bisher noch nie erforderlich, seit die Stadt Wangen den Grünmüll von der Firma Hans Schmid in Tettnang entsorgen lässt. Und das seien immerhin rund zwölf Jahre, wie Detlef Huber betont. Jeden Montag gegen 7.30 Uhr rückt der Entsorger mit einem stattlichen Maschinen- und Fuhrpark im Wertstoffhof beim Bauhof an, um das Grüngut abzufahren.

Damit der organische Abfall eng zusammengeht und leicht transportiert werden kann, wird er vor Ort geschreddert und dann nach Obermooweiler auf die Waage gefahren. Anschließend lagert der Grünmüll drei bis vier Monate, wobei die Firma Schmid ihn mehrfach umsetzt, damit die Kompostierung schneller vor sich geht. Schließlich liefert sie den so gewonnenen Kompost an Landwirte aus. Diese vertrauen darauf, dass sie saubere Ware erhalten, wie es vonseiten der Firma Schmid heißt. 

Die Stadt liefert jährlich 2900 bis 3000 Tonnen Grünmüll an, der für die Bürger ohne zusätzliche Kosten entsorgt wird. 170.000 Euro kostet dies derzeit pro Jahr.

Die Stadt Wangen bittet nun die Bürgerinnen und Bürger, die ihren Gartenabfall beim Bauhof entsorgen, sorgfältig darauf zu achten, dass keine Fremdstoffe darunter sind. Denn nur so kann die Grünmüllablieferung auf Dauer funktionieren.

Die Firma Schmid erläutert, welche Stoffe in den Grünmüll gehören:

•    Äste, Tannenreisig, Sträucher mit überwiegendem Holzanteil und einer maximalen Stammdichte von 15 Zentimetern.
•    Nur kleine Wurzelstöcke von Heckenpflanzen oder Stauden bis 40 Zentimeter Umfang ohne viel Erdanhaftung
•    Laub und Rasenschnitt