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Dienstag, 11. Juli 2017

Konstante Dividende setzt sich auch für 2016 fort

Die Generalversammlung der BEG wählte die bisherigen Aufsichtsräte Dr. Johannes Aschauer, Christine Bucher, Günter Engler, Hans-Dieter Dörr, Walter Gebhard, Anton Glatthaar, Michael Lang, Markus Mischke, Professor Dr. Klaus Müller, Dieter Neugebauer, Hans Roman und Paul Schwarz sowie neu im Gremium Carmen Cremer, Rolf Haag sowie Lothar Krug, Thomas Landsbek (nicht im Bild), links die beiden Vorstände Wolfgang Friedrich und Christoph Müller.

Die Bürgerenergiegenossenschaft Region Wangen im Allgäu eG schreibt ihre Erfolgsgeschichte weiter – auch wenn 2016 nicht das beste Sonnenjahr war und die Rahmenbedingungen für die Erzeugung regenerativer Energien schwieriger werden.

Das ist die Botschaft, die von der Generalversammlung ausging. Zunächst gaben die beiden Vorstände, Wolfgang Friedrich und Christoph Müller ihre Berichte ab. Wolfgang Friedrich, der für die Themen der Technik in der BEG zuständig ist, blickte zurück auf die Ausfahrt nach Wilpoldsried im Juli 2016, die sehr gut angenommen worden war, und stellte in Aussicht, dass es im September dieses Jahres wieder eine Informationsfahrt geben soll.

Auf den beiden Wohnheimen am Südring wurden 2016 zwei neue Photovoltaik-Anlagen in Betrieb genommen. Allerdings musste die PV-Anlage auf dem Dach des landkreiseigenen Gebäudes Ende Juli teilweise wieder abmontiert werden, da am Dach umfangreiche Reparaturen vorgenommen werden mussten, wie Friedrich sagte. So konnte die PV-Anlage auf diesem Dach erst wieder kurz vor Weihnachten 2016 in Betreib gehen. Inwieweit die BEG für die Mindereinnahmen entschädigt werden kann, werde noch geklärt. Dennoch lieferte diese Anlage 26.700 Kilowattstunden Strom. Da für das ganze Jahr 33.000 kWh vorausberechnet waren, scheint sie sehr effizient zu arbeiten, folgerte Friedrich. Im Vergleich dazu lieferte die neue Anlage auf dem städtischen Gebäude 40.700 kWh und lag damit ebenfalls deutlich über dem erwarteten Ergebnis von 39 000 kWh.

Insgesamt zeigte sich bei der Vorlage der Einzelergebnisse aller PV-Anlagen, dass 2016 „nur ein mäßiges Sonnenjahr war“, wie Friedrich sagte. „Es gab schon wesentlich bessere.“  Dennoch erzeugten die Anlagen der BEG in der Region insgesamt rund 440.000 kWh Strom und sparten damit im Sinne des Klimaschutzes 270 Tonnen CO2.

Noch unklar ist derzeit, wie es mit dem Windpark Länge im Schwarzwald-Baar-Kreis weitergeht. Dort hat die BEG im vergangenen Jahr 200 000 Euro investiert, um sich auch im Bereich Windenergie zu engagieren. Das Projekt war von Seiten der beteiligten Behörden genehmigt. Doch die Umsetzung lässt auf sich warten, weil das Regierungspräsidium Freiburg für den Eingriff in den Wald in separates Gutachten fordert. „Da ist in dem Verfahren etwas schiefgelaufen“, sagte OB Lang. „Der Stopp kam ohne Vorwarnung per Telefon.“ Es habe auch keine Bürgerbewegung gegen den Windpark gegeben, ergänzte Lang.

Das Geld, das die BEG in das Projekt investiert hat, sei jedoch keinesfalls verloren. Ende Juli entscheide die Gesellschafterversammlung der Projektgesellschaft, wie es weitergeht. Es sei auch möglich, dass sich die Gesellschaft auflöse, sagte Friedrich.

Dennoch hoffen die Beteiligten zuversichtlich, dass das Projekt noch ins Laufen kommt. Sollte dies nicht der Fall sein, werde es auch die Landesregierung nicht leicht haben, in Baden-Württemberg noch irgendwo ein Windenergie-Projekt umsetzen zu können. Dies sei ohnehin sehr schwierig, weil Windparks in Norddeutschland eine wesentlich höhere Ausbeute erbrächten als im Süden.

Ein neues Energiespar-Projekt wird von der BEG im Herbst in Kooperation mit dem Tiefbauamt der Stadt Wangen gestartet. Dann werden in drei Wohngebieten die Straßenlampen auf LED-Beleuchtung umgestellt, die von der BEG bezahlt werden und für die Stadt einen Mietzins an die BEG bezahlt.

Kleines Unternehmen mit konstanter Dividende
Das Anlagevermögen der BEG lag zum Jahresende 2016 bei 1 052 675 Euro und damit rund 200 000 Euro über dem Vorjahr. Wie der für die Finanzen der BEG zuständige Christoph Müller erläuterte, sei dies auf die Investition in den Windpark Länge zurückzuführen. Das Eigenkapital erhöhte sich von 716.800 Euro auf 843 900 Euro. Der Grund dafür liege in der Ausgabe von Anteilen seitens der Genossenschaft.

Nachdem im vergangenen Jahr die BEG wieder Anteile zum Kauf freigegeben hatte, stieg die Anzahl der Mitglieder von 506 auf 530, wobei die Zahl der Anteile von 6761 auf 8015 anstieg.  Bei einer Dividende von drei Prozent, die Anfang Oktober auch für 2016 ausgeschüttet wird, sei das Interesse am Kauf so hoch gewesen. „Wir mussten schnell die Reißleine ziehen“, sagte Müller.

OB Lang dankte den Vorständen für ihre Arbeit und hob hervor, dass von dem kleinen Unternehmen seit acht Jahren eine konstante Dividende von drei Prozent ausbezahlt werde, jetzt das Anlagevermögen über einer Million Euro liege sowie 2016 mehr als 8000 Euro Steuern bezahlt worden seien. Die Politik mache es den Bürgerenergiegenossenschaften mit ihrem Einsatz für erneuerbare Energien nicht leicht. „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir mit den Projekten seit 2008 eine gute Grundlage für die BEG geschaffen haben“, sagte Lang.

Wechsel im Aufsichtsrat
Die Versammlung, die noch besser besucht war als im Vorjahr, entlastete die Vorstände und den Aufsichtsrat einstimmig. Der Aufsichtsrat wurde sodann neu gewählt. Gründungsmitglied Hans-Jörg Pfau und August Bock hatten im Vorfeld mitgeteilt, sich nicht mehr zur Wahl zu stellen.