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Samstag, 4. März 2017

Martin Lobinger ist neuer Ansprechpartner für Flüchtlingsfragen

Martin Lobinger, neuer Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Wangen, hat Anfang Februar seine Arbeit am Südring 51 aufgenommen.

 Lobinger übernimmt vorerst bis 2018 die Position von Eva Velthuis. Der 50-jährige Sozialpädagoge und Sozialwirt ist gebürtiger Oberpfälzer und durch Ausbildung und Karriere weit herumgekommen. Vor zwei Jahren zog er aus privaten Gründen ins Allgäu und arbeitete hier zuletzt für die Johanniter. „Ich fühle mich wohl hier in Wangen. Es ist ein tolles Team“, sagt Lobinger nach gut zwei Wochen der Einarbeitung. In den ersten Tagen war er viel unterwegs bei Menschen und Einrichtungen, die in Wangen mit der Flüchtlingsarbeit im weitesten Sinne zu tun haben und fühlte sich bei allen sehr gut aufgenommen. Dabei hat er auch festgestellt, dass es hier in Wangen schon eine sehr gute Infrastruktur für die Flüchtlingsarbeit gibt – sowohl mit Profis als auch mit dem hervorragende Arbeit leistenden Netzwerk Asyl.

Familiennachzug wird neue Herausforderung


Nachdem in den vergangenen eineinhalb Jahren zunächst vor allem die Herausforderung der Flüchtlingsunterbringung zu bewältigen war, steht jetzt für Martin Lobinger und das ganze städtische Team die Aufgabe an, die Angekommenen zu integrieren und dem bevorstehenden Familiennachzug gerecht zu werden. „Die Arbeit geht jetzt in die Tiefe“, sagt Kurt Kiedaisch, Leiter des Ordnungs- und Sozialamts, zu dessen Aufgaben auch die Koordination der Flüchtlingsarbeit zählt. In der Stadt leben 524 Flüchtlinge, darunter 333 anerkannte Asylbewerber, die also auch einen Bleibestatus haben (Stand 31.12.2016).

Netzwerkarbeit in England

Martin Lobinger bringt für seine Tätigkeit als Flüchtlingsbeauftragter auf Grund seines Lebenswegs eine Reihe von dienlichen Erfahrungen mit. So verbrachte er Zeit in England, wo er in der Stadtteilarbeit unter dem Titel „Jugend, Kommune, Bildung“ ganz stark in der Netzwerkarbeit tätig war. „Dort war es selbstverständlich, als Sozialarbeiter die Zielgruppe ins Gemeinwesen einzubinden“, erinnert er sich. Eine Erfahrung, die gerade auch in der Arbeit mit Flüchtlingen und anderen Migranten sehr nützlich sein könnte.
Auch als Geschäftsführer des Stadtjugendrings in Schwabach war das Netzwerken ein wichtiger Bestandteil der Arbeit.  „Runde Tische“ gehörten dort zum Arbeitsalltag von Martin Lobinger.

Mit Spannung erwarten die Kommunen im Landkreis Ravensburg derzeit die Neuberechnung der Aufnahmequoten für geflüchtete Menschen. Dabei geht es auch um die Anschlussunterbringung und den Familiennachzug. „Herr Lobinger hat sich gute Gedanken gemacht, wie das aus unserer Sicht fortgeschrieben werden kann“, sagt Kurt Kiedaisch.

Ansprechpartner für alle Fragen rund um Flüchtlinge


Die Aufgaben des Flüchtlingsbeauftragten sind und bleiben jedoch vielseitig: Er ist für alle, die mit Flüchtlingen konfrontiert sind, die zentrale Anlaufstelle bei der Stadtverwaltung. Ob es Lehrer sind, die mit einer Integrationsklasse arbeiten und Fragen haben, oder ob es Menschen sind, die möglicherweise nützliche Dinge für Flüchtlinge anbieten wollen – sie alle finden bei Martin Lobinger ein offenes Ohr.
Er ist außerdem Teamleiter des Sozialdienstes für Flüchtlinge, dem vier Kolleginnen und ein Kollege angehören.

In seine Zuständigkeit fallen auch Koordinations- und Steuerungsaufgaben sowie Aufgaben als Wegweiser für alle, die Rat und Hilfe bei ihm suchen. So ging vor Kurzem eine Beschwerde über eine junge Flüchtlingsfamilie bei ihm ein, deren Kinder den Hausmitbewohnern im Seniorenalter zu lebhaft sind. „Oft gibt es solche Schwierigkeiten, weil es den Flüchtlingen noch an der entsprechenden Sprachkompetenz fehlt und ein klärendes Wort direkt nicht möglich ist“, sagt Kurt Kiedaisch.  Da heißt es dann die richtigen Worte zu finden und die Mitarbeiter des städtischen zugehenden Sozialdienstes zu verständigen, damit diese vor Ort vermitteln und die Wogen möglichst glätten.

Dolmetscher für afghanische Sprachen gesucht


Eine Bitte hat Martin Lobinger schon: Es hat sich gezeigt, dass es an Übersetzern für die afghanischen Sprachen Dari und Farsi mangelt. Wenn also jemand in diesen Sprachen kompetent ist und sich melden würde, wäre das eine große Hilfe. Insbesondere bei Arzt- oder Krankenhausbesuchen wäre die Begleitung durch einen Dolmetscher wichtig.

Info:
Martin Lobinger arbeitet Teilzeit und ist von Dienstag bis Donnerstag in Wangen. Er hat Sprechstunde am Dienstag von 14 bis 16 Uhr, am Mittwoch von 9 bis 12 Uhr sowie nach Vereinbarung, und er ist über Email zu erreichen unter martin.lobinger@wangen.de und telefonisch unter 07522 / 916 8301.