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Freitag, 10. Februar 2017

Mit den Arbeiten am Kamin hat die ERBA-Sanierung begonnen

Das erste Projekt im Rahmen der Landesgartenschau 2024 in der ERBA, die Sanierung des Kamins, ist gestartet.

Auf den Arbeiten liegt aus Gründen des Naturschutzes und wegen der Förderung durch das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ großer Zeitdruck. Wenn sie abgeschlossen sind, kann auch die Sanierung des Platzes „Neue Mitte“ begonnen werden.

Auf der Baustelle in über 40 Metern Höhe nehmen die Mitarbeiter der Firma Mende aus Lastrup in der Nähe von Cloppenburg Stein für Stein den Kaminaufbau ab. „Der Kamin stammt aus dem Jahr 1900, nur die oberen sechs Meter sind aufgebaut. Und diese sechs Meter nehmen wir ab“, sagt der Sanierungsbeauftragte der Stadt, Martin Schwenger. Das Unternehmen teilt die Feststellung, dass das Bauwerk hochgradig sanierungsbedürftig ist.

Standfestigkeit wird wieder hergestellt

Insgesamt 900 von der Witterung mitgenommene Steine werden aus der komplett lockeren Verfugung herausgelöst und durch neue Steine ersetzt. So werden die auch längs und quer verlaufenden Risse beseitigt. Die Stahlgurte werden ebenfalls erneuert und enger gesetzt als bisher, um dem Kamin bessere Standfestigkeit zu geben.  Ist das Mauerwerk wiederhergestellt, wird es gegen Feuchtigkeit hydrophobiert – bei einem Kleidungsstück würde man sagen – imprägniert. Der Blitzschutz auf dem Kamin wird erneuert, ebenso werden in die Stahlgurte Nistkästen für Fledermäuse eingehängt. Auch das Storchenpaar soll wieder zu seinem Recht kommen. Ganz oben wird eine Abdeckplatte aufgebaut und die Nisthilfe für den Storch installiert.

Diese Arbeiten sollen bis Ende Februar abgeschlossen sein, damit dann die Vorarbeiten für die Erneuerung des Platzes um den Kamin herum beginnen können. Die Sanierung des Kamins ist auf 230.000 Euro veranschlagt. Ist der Kamin wieder standsicher, wird das Kesselhaus abgebrochen.

Ausgestaltung des Platzes beschlossen

Im Januar hat der Gemeinderat der Stadt Wangen den Beschluss über die Ausgestaltung des Platzes in der Neuen Mitte gefasst. Den Plan dafür stellte Tiefbauamtsleiter Peter Ritter vor. Dort, wo heute das Kesselhaus steht, soll dann eine erhöhte Fläche entstehen, auf der Sitzmöglichkeiten Platz finden sollen. Große Stufen sollen ebenfalls zum Verweilen auffordern und den Blick in die Landschaft ermöglichen. Geplant ist auch, den Weg davor bis hin zur Terrasse am Lindenhof in die Neugestaltung einzubeziehen. Dunkler Granit soll dort verbaut werden.

Bevor diese Arbeiten starten können muss allerdings ein alter 100.000-Liter-Tank aus dem Boden geholt und verschmutzter Boden ausgetauscht werden. Erst dann kann der Untergrund samt neuer Leitungen für die Neue Mitte vorbereitet werden. Dieser Teil der Anlage wird mit allen Vorarbeiten insgesamt 1 670 000 Euro kosten, von denen eine Million aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ aus Berlin kommen. Um den Zuschuss zu bekommen, müssen die Arbeiten bis zum Jahresende angeschlossen sein.
Dass dieses Programm sportlich ist, geben die Verantwortlichen gerne zu. Doch ein früherer Start war 2016 durch den Storch verhindert worden, der sich nicht auf andere Nistmöglichkeiten locken ließ.