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Donnerstag, 30. März 2017

Neugründung einer Nachbarschaftshilfe steht an

Die Stadt Wangen im Allgäu, die evangelische Kirchengemeinde und acht katholische Kirchengemeinden wollen gemeinsam die „Nachbarschaftshilfe Wangen im Allgäu“ gründen.

Damit soll eine Lücke in der häuslichen Versorgung hauptsächlich alter Menschen geschlossen werden.
 
Ursprünglich wurde die Nachbarschaftshilfe in Wangen von der im Jahr 1980 gegründeten Sozialstation in der Trägerschaft der katholischen Gesamtkirchengemeinde in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde Wangen angeboten. Inzwischen hat sich die Pflegelandschaft und mit ihr die Träger- und Angebotsstruktur komplett verändert. Nachbarschaftshilfe umschreibt eine ehrenamtliche Betreuung von Mitbürgern, die zu Hause leben, aber in ihrer aktuellen Lebenssituation teilweise Unterstützung brauchen.

Unterstützung im Alltag

Besuche oder Spaziergänge gehören ebenso dazu wie einfache Verrichtungen im Haushalt. Denkbar sind dabei Tätigkeiten wie kleinere Reinigungsarbeiten, gelegentliches Wäschewaschen und Ähnliches. Verrichtungen, die nur von Fachpersonal erledigt werden können oder dürfen, sind davon ausgeschlossen. Derzeit unterhält die Sozialstation St. Vinzenz noch eine Abteilung der Nachbarschaftshilfe. Es sollen jetzt Gespräche folgen, damit alle diejenigen, die sich engagieren oder Kunden der Nachbarschaftshilfe sind, sich auch künftig in der neuen Struktur wiederfinden.
 
Die Wiedereinführung einer umfassenden Nachbarschaftshilfe wird von Fachleuten in der Stadtverwaltung, dem Stadtseniorenrat, dem Projekt „Herz und Gemüt“ und einem professionellen Anbieter mit Blick auf den demografischen Wandel als sinnvoll erachtet. Vor diesem Hintergrund wollen nun die Stadt Wangen, die evangelische Kirchengemeinde sowie die katholischen Kirchengemeinden St. Martin und St. Ulrich, Wangen, St. Andreas, Niederwangen, St. Kilian, Karsee, St. Laurentius, Leupolz, St. Petrus, Deuchelried, St. Stephanus, Haslach sowie St. Clemens, Primisweiler einen gemeinnützigen Trägerverein für die Nachbarschaftshilfe gründen. Die Kirchengemeinden Schwarzenbach und Roggenzell werden zum jetzigen Zeitpunkt dem neuen Verein nicht beitreten, weil dort bereits ein von beiden Gemeinden getragener Neuravensburger Kranken- und Nachbarschaftshilfeverein besteht.
 
Partnerschaftliche Zusammenarbeit

In dem neuen Verein haben die Stadt Wangen, die evangelische und die katholische Kirche gleiche Stimmrechte, um die partnerschaftliche Zusammenarbeit zu unterstreichen. Die Vorstandschaft rotiert alle zwei Jahre unter den drei Mitgliedern. Als Zweck weist der Satzungsentwurf die „Förderung der Altenhilfe und Gesundheitspflege im Gebiet der Stadt Wangen im Allgäu und ihren Ortschaften“ aus. Der Verein bietet dazu „Hilfe für ältere, kranke und bedürftige Menschen, insbesondere in der häuslichen Versorgung und Betreuung, bei Besorgungen / Einkäufen und in deren Begleitung“ sowie „die Hilfe für Familien im Gebiet der Stadt Wangen im Allgäu, bei der Versorgung kranker und/oder behinderter Familienmitglieder“ an.
 
Die Vereinsgründung muss vom Gemeinderat ebenso wie von den jeweiligen Kirchengemeinderäten beschlossen werden. Dieser Prozess soll bis Ostern abgeschlossen sein. Anschließend soll eine Gründungsversammlung einberufen werden. Die Arbeit soll im Herbst 2017 beginnen. Die Geschäftsstelle soll im Alten Spital eingerichtet werden. Von dort soll durch eine Verwaltungskraft der Arbeitseinsatz aller Freiwilliger koordiniert werden.  Diese Stelle wird in diesem Frühjahr ausgeschrieben.
 
Zudem laden die Träger alle ein, die sich so eine Tätigkeit vorstellen können, sich zu melden. Getragen wird die Nachbarschaftshilfe durch ehrenamtliches Engagement, das mit einer kleinen Aufwandsentschädigung entlohnt wird. Die Träger bitten die Bevölkerung, diese Initiative zu unterstützen, um eine starke Nachbarschaftshilfe zum Wohle des Gemeinwesens zu entwickeln.
 
Info: Bis auf Weiteres sind die Kirchengemeinde St. Martin 07522- 97340, die evangelische Kirchengemeinde 07522-912963 oder die Stadt Wangen 07522-74-234.