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Donnerstag, 29. März 2018

Reiter wollen südlich der ERBA neu bauen

Die Mitgliederversammlung des Reit- und Fahrvereins Wangen hat einstimmig entschieden, mit der Stadt weiter an der Verlagerung des Vereinsgeländes in den Süden der ERBA zu planen.

Zuvor hatte Oberbürgermeister Michael Lang ausführlich berichtet, wie sich die Stadt die Verlagerung der Reithalle samt umliegendem Gelände vorstellen könnte.

Dass sich derzeit im Auwiesengebiet schon einiges verändert, ist für alle augenscheinlich, die an der großen Baustelle der Baugenossenschaft Wangen vorbeikommen. Sie baut am Eingang des Areals ein Gebäude mit 64 Wohnungen. Und auch in den kommenden Jahren wird das Gelände zwischen Hochkanal und Argen sein Gesicht weiter verändern. OB Lang zeigte Vorplanungen des Gebiets mit  drei Gebäuden, die auf dem jetzigen Parkplatz gegenüber der Vereinsheime von „D’Argentalern“ und Karateverein entstehen sollen. Sie werden die Holzbaracken ersetzen, die weiter südlich abgerissen werden sollen. Auf den Plätzen der Baracken sind Wohnhäuser vorgesehen.

Auf dem Plan, den OB Lang erläuterte, sind auch an der Stelle der Reitanlage Wohnhäuser geplant. „Das sind Überlegungen Stand heute, es ist noch nichts entschieden“, sagte Lang. Ein Neubau der Reitanlage ist danach im Süden der ERBA in der Nähe des Fußballfeldes, direkt am Kanal vorgesehen. Dort könnte eine Reithalle entstehen, daneben ein Turnierplatz und auch für Vereinsräume wäre wieder Platz. Zwischen dem Reitergelände und dem Fußballplatz ist zudem eine Wiesenfläche vorgesehen, die als Sickermulde zur Entwässerung des ERBA-Gebiets von Regenwasser dienen soll. Diese Wiese könnte nach Ansicht der Stadt auch der Hundesportverein nutzen.

Gut möglich, dass dies gar nicht notwendig wird, denn Reiter und Hundesportler sind inzwischen in enger Verbindung und überlegen, die künftige neue Anlage beim Kanal gemeinsam zu nutzen. Das Gelände würde mit einer Zufahrt von der Bundesstraße erschlossen und mit einem temporären Parkplatz ausgestattet, der auch für die Zeit der Landesgartenschau von Süden her der Hauptparkplatz für die Besucher sein soll.

Der Vorsitzende Hans-Jürgen Kahlgrün machte deutlich, dass er ohne Wenn und Aber hinter den Umsiedlungsplänen steht. Heute schon gehe es oft sehr eng zu, wenn ein Pferdetransporter durch die Siedlung zur Reitanlage fahre. „Die Umsiedlung ist eine Chance für die Zukunft. Hier einen Reitverein in dieser Konstellation aufrecht erhalten zu wollen, ist ein Witz“, sagte Kahlgrün. Er erläuterte, dass sich bei der Suche nach Alternativen für die Reiter, „Gott sei Dank“ die Chance am Kanal zu bauen eröffnet habe. Jürgen Kaiser habe bereits Vorplanungen gemacht. Zu überlegen gelte es jedoch auch, dass so eine Anlage bewirtschaftet werden muss. Aber Kahlgrün ist sich sicher: „Machen wir es nicht, dann gibt es übermorgen keinen Reitverein mehr.“

Die Fragen der anwesenden Mitglieder richteten sich unter anderem auf die Finanzierung des Vorhabens. Was gibt die Stadt, was muss der Verein beisteuern? Oberbürgermeister Michael Lang erläuterte, dass die Stadt bei einer Umsiedlung für dieselbe Anlage zuständig sei wie sie jetzt besteht. Entscheide sich der Verein für die Umsiedlung, dann könnten Stadt und Verein gemeinsam planen und Kostenberechnungen machen. Unter Umständen ließen sich auch Zuschüsse für die Umsetzung einwerben.  Die Stadt könnte ihren Anteil an dem Neubau durch den Grundstücksverkauf auf dem jetzigen Reitgelände erwirtschaften.

Mit dem Okay des Vereins kann die Stadt nun auch das Bebauungsplanverfahren für das neue Reitgelände in Gang setzen. Wenn alles nach Plan läuft, könnte der Umzug 2019/20 über die Bühne gehen. Doch Oberbürgermeister Michael Lang sagte auch: „Sie müssen das nicht machen.“