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Sonntag, 18. Juni 2017

Schule trifft Rathaus

Unterricht der ganz anderen Art hat jetzt die achte Klasse der Gemeinschaftsschule im Rathaus in Wangen erlebt.

„Schule trifft Rathaus“ hieß einen ganzen Vormittag lang das Motto. Höhepunkt des Aktionstags, die von der Landeszentrale für politische Bildung in Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Stadt Wangen angeboten wurde, war ein Gespräch der Schüler und Schülerinnen mit Oberbürgermeister Michael Lang.

Der Aktionstag soll der Festigung von Wissen dienen, das in Schule erworben wurde, heißt es vonseiten der Landeszentrale. Zum Inhalt des Vormittags gehörte unter anderem zu lernen, was eine Kommune unbedingt leisten muss, was also ihre Pflichtaufgaben sind. „Ist das Standesamt eine Pflicht- oder eine freiwillige Aufgabe?“  hieß es da. Oder „Muss eine Stadt Kindergärten und Schulen bauen?“ Und: „Was ist mit einem Museum – Pflicht oder Kür?“ In Gruppen machten sich die Achtklässler an die Aufgaben. Anschließend überlegten sie, wie ihre Wunschgemeinde ausgestattet sein müsste. Vier Punkte standen auf der Hitliste ganz oben: Die Stadt sollte umweltfreundlich sein, es sollte eine große Veranstaltung für Kinder und Erwachsene gemeinsam geben, gewünscht wäre ein großes Einkaufszentrum und eine Möglichkeit, Lasertag zu spielen.

Im Gespräch mit OB Lang spielten jedoch nicht alle Punkte eine Rolle. Nachdem die Gruppe mit ihm über Umweltfreundlichkeit diskutiert und sich gewünscht hatte, dass es mehr Radwege geben soll, sprachen sie die Veranstaltung an. Jakob Vochezer, der als Sprecher des Jugendgemeinderats den Vormittag begleitete, wies die Klasse daraufhin, dass sie bereits alt genug seien, im Juli zum zweiten „Wait for it“ zu kommen. Denn das Open-air-Konzert sei eine Jugendveranstaltung ab 14 Jahren. Außerdem könnten sie ab dem kommenden Jahr selber eine Menge bewegen, wenn sie sich für den Jugendgemeinderat aufstellen lassen und gewählt würden.

Dafür warb auch Oberbürgermeister Michael Lang in dem von Mitarbeitern der Landeszentrale moderierten Gespräch. Die Schüler und Schülerinnen nutzten schließlich ihre Chance, den Oberbürgermeister alles zu fragen, was sie schon immer wissen wollten. Zum Beispiel, wie er sich für seinen Beruf entschied, wie man sich als Stadt verhalten kann und soll, wenn türkische Mitbürger einen Doppelpass haben und in der Türkei die Todesstrafe eingeführt werden soll. Er antwortete, er habe zunächst Lehrer werden wollen, habe sich dann aber für die Verwaltungslaufbahn und ein Jurastudium entschieden. In die Angelegenheiten anderer Länder sollte man sich von außen nicht einmischen, gab Lang der Klasse zu bedenken.  Und dann war die Frage zu beantworten, wie ein Oberbürgermeister den Tag verbringt. OB Lang sammelte Ideen der Schüler. Diese reichten von „viel telefonieren“, über „viele Sachen unterschreiben und verhandeln“ – und trafen damit ins Schwarze. Dass er auch viele Leute begrüßen muss und darf, dass er den Vorsitz des Gemeinderats innehat und dass er Chef einer Verwaltung mit vielen Mitarbeitern ist kam ebenso zur Sprache. Und dass diese Verwaltung gerne junge Menschen als Praktikanten und Auszubildende aufnimmt ebenso.

Die Landeszentrale ist seit Jahresbeginn in 16 Städten und Gemeinden unterwegs, um Schule und Kommunalpolitik zusammenzubringen. Denkbar ist, dass sie im kommenden Jahr wiederkommt. Entscheidend ist das Interesse der Schulen, wie es hieß.