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Mittwoch, 1. November 2017

Wegkreuz aus Karsee wird restauriert

Restauratorin Ruth Welte zeigt beim Werkstattbesuch von Stadtbildpfleger Siegfried Stampfer zwei Löcher auf der Rückseite des Christus, in denen Vögel genistet hatten. Foto: Stadt Wangen/sum

Das Wegkreuz in Karsee an der Abzweigung Richtung Oberhof ist derzeit in der Obhut von Restauratorin Ruth Welte in Kißlegg.

Sie hat es von Flechten und Moosen befreit und überarbeitet es.  So wird es grundlegend saniert, um es optisch aufzuwerten und vor Witterungs- und anderen Einflüssen zu schützen.

Bevor Ruth Welte in die eigentliche Restaurierungsarbeit einsteigen konnte, mussten morsche Holzteile ergänzt und die Farbschichten untersucht werden. Dabei zeigte sich, dass das Wegkreuz schon mehrfach überarbeitet worden war.

Um den Korpus aus Metall gründlich zu reinigen, drehte sie ihn und fand hinten zwei große Löcher. Und in diesen Löchern – geschützt vor neugierigen Blicken und gierigen Feinden - hatten Vögel ihre Nester gebaut. Das Nistmaterial wurde herausgenommen, der Korpus auch innen gesäubert und dann komplett außen und innen mit einem Rostschutz überzogen. Nun sollen Gitter die Löcher schließen, damit sich nicht wieder ungebetene Gäste dort niederlassen.

„Hinter jedem Wegkreuz, das in der Landschaft zu finden ist, steckt eine Geschichte“, sagt Siegfried Stampfer, der als Verantwortlicher für die Stadtbildpflege bei der Stadt Wangen das Projekt betreut. In diesem Fall habe Bauer Johann Baptist Nadig in den 1920er Jahren das Kreuz aufgestellt. Hintergrund war ein krankes Pferd, um dessen Genesung er mit seiner Familie wohl betete. So sei das Kreuz nicht nur ein Ausdruck christlichen Glaubens, sondern zeige auch, welche Bedeutung ein Pferd in damaliger Zeit gehabt habe. Letztlich habe es eine Bauersfamilie mobil und arbeitsfähig gehalten.

Geplant ist, das Wegkreuz im November wieder aufzustellen.