background
In Wangen bleibt
man hangen

Schmiedstraße

Die Schmiedstraße zweigt gegenüber dem Marienbrunnen von der Herrenstraße ab. Der Name weist schon darauf hin, dass hier das Schmiede-Handwerk betrieben wurde. Der Schmiedezunft gehörten Sensen-, Hammer-, Feilen-, Huf- und Nagelschmiede an. Noch im 16. Jahrhundert war das Schmiede-Handwerk eine der Haupteinnahmequellen der Stadt. Die in Wangen geschmiedeten Sensen ("Sägessen") verkauften sich gut. Sie fanden in der Lombardei, in der Schweiz, in Frankreich und Lothringen ihre Abnehmer.
Ende des 16. Jahrhunderts waren Sensen weniger gefragt. Entsprechend ging die Produktion zurück. Nach dem Dreißigjährigen Krieg fertigten die Wangener Schmiede nur noch für die Landwirtschaft der näheren Umgebung. Der Niedergang dieses Wirtschaftszweigs führte allerdings auch dazu, dass sich andere Gewerbe ansiedelten. So eröffneten in mehreren Häusern nach und nach Wirtschaften. Treffpunkt der "Herren" war das Wirtshaus "Zum Narren" in dem Fachwerkgebäude unweit der Herrenstraße. 1540 hatte es der Kaufmann Onofried Hinderofen wieder aufbauen lassen. Von den alten Schmiedezeiten erzählt heute ein 1965 am Bürgerhaus Schmiedstraße 22 angebrachtes Sgraffito des Künstlers Toni Schönecker. Heute ist noch eine Schmiede in der Altstadt in Betrieb, allerdings nicht in der Schmiedstraße, sondern in der Braugasse.

Historische Ansicht