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In Wangen bleibt
man hangen

European Energy Award

Wangen im Allgäu leistet einen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und der Senkung des CO2-Ausstoßes. Zeichen dafür ist die Auszeichnung mit dem European Energy Award. Dieses Zertifikat bekommen Kommunen, wenn sie ihre Aufgaben auf dem Energiesektor erfüllt haben.

Nach zweimal Silber wurde die Stadt Wangen am 17.10.2016 mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet. Wangen erreichte 76,2 Prozent aller möglichen Punkte und übersprang damit die notwendigen 75 Prozent um mehr als ein Prozent. In dem Zertifizierungsverfahren werden die Energie- und Klimaschutz-Aktivitäten der Kommune erfasst, bewertet, geplant, gesteuert und regelmäßig überprüft.

Oberbürgermeister Michael Lang freut sich über die Auszeichnung, mit der die Anstrengungen der Stadt Wangen auf dem Feld des Klimaschutzes gewürdigt werden. „Entscheidend ist nicht der Preis, sondern vor allem der Weg dorthin. Denn alle Maßnahmen, die hier umgesetzt wurden, dienen dem Klimaschutz und damit unserem Gemeinwohl“, sagt Lang. Die Auszeichnung gebühre all jenen, die sich mit großem Engagement in Wangen für Energieeffizienz einsetzten, vor allem dem Energieteam um den Umweltschutzbeauftragten Reiner Aßfalg. Denn von dort kämen wichtige Impulse, die dann in der Konzeption eines eigenen Wangener Weges mündeten. 

Den Weg zu Gold schlug die Stadt Wangen bereits 2006 mit dem Beschluss des Gemeinderats ein, mehr für den Klimaschutz zu tun. Das Energieteam, bestehend aus Vertretern der Verwaltung, Gemeinderäten und interessierten Bürgern, traf sich zum ersten Mal im Januar 2007 und erarbeitete ein „Energiepolitisches Arbeitsprogramm“. Es folgten drei externe Zertifizierungsaudits in den Jahren 2009, 2012 und 2016.

Dabei wurden die folgenden Handlungsfelder betrachtet:

Entwicklungsplanung und Raumordung
Kommunale Gebäude und Anlagen
Versorgung und Entsorgung
Mobilität
Interne Organisation
Kommunikation und Kooperation

Im ersten Handlungsfeld „Entwicklungsplanung und Raumordnung“ hat die Stadt Wangen nach Ansicht der Auditoren eine deutliche Steigerung gegenüber 2012 in der Umsetzung erreicht. Dazu trug insbesondere die Aktualisierung des bis zum Jahr 2020 ausgelegten energiepolitischen Aktivitäten-Programms „Wangen 2020“ bei, das im Rahmen des Klimaschutzkonzepts aufgelegt wurde. Die Auditoren geben der Stadt auch gleich mit auf den Weg, was sie für künftige Bewertungen im Zeichen des EEA auf diesem Gebiet tun muss: „Erneuerbare Energien und Energiestandards müssen in der Stadtentwicklung und Stadtplanung als fester  Bestandteil der Städteplanung verankert werden.“

Noch deutlich unter der Marke 75 Prozent liegt die Stadt Wangen im Handlungsfeld 2 „Kommunale Gebäude und Anlagen“ mit 67,9 Prozent, weswegen nach Ansicht der Gutachter die konsequente und sukzessive Sanierung der kommunalen Gebäude vorangetrieben werden sollte. Auch auf die Nutzer soll Einfluss genommen werden, damit sie ihr Verhalten ändern und die Energiekennwerte der Gebäude sich so verbessern. Dass die Stadt sich dessen bereits bewusst ist, beweist der Gemeinderatsbeschluss vom Februar dieses Jahres, mit dem ein Leitfaden für energieeffizientes Bauen und Sanieren eingeführt wurde.

Im Handlungsfeld 3 „Versorgung und Entsorgung“ (erreicht sind 67,7 Prozent) liegen die Potenziale für die Zukunft vor allem im weiteren Ausbau der Wasserkraft sowie in den Bereichen Kraft-Wärme-Kopplung und in der Ausdehnung der Fern- oder Nahwärmeversorgung.

Im Bereich Mobilität, dem Handlungsfeld 4, stellt sich die Entwicklung seit dem Jahr 2012 mit 76,6 Prozent Zielerreichungsgrad als sehr fortgeschritten dar, heißt es im vorliegenden Audit-Bericht. Positiv wirkte sich die Reduzierung des städtischen Fahrzeugbestandes sowie die zunehmend barrierefrei werdende Stadt aus. Auch die beiden barrierefreien Niederflurbusse brachten Pluspunkte in der Bewertung. Auf dem weiteren Weg wird es entscheidend sein, den aktualisierten städtischen Verkehrsplan umzusetzen, heißt es in der Bewertung.

Bei der internen Organisation wird der Stadt Wangen bescheinigt, bereits 82,4 Prozent aller gesteckten Ziele zu erreichen. Wichtigen Anteil daran hat der Einsatz von Elektroautos bei der Stadt: So gehören zum Fuhrpark der Stadt drei Elektroautos, die unter anderem von Mitarbeitern im Bauhof und im Tiefbauamt genutzt werden. Dazu gehört auch, dass es genügend Arbeitszeit für die Koordination und Schnittstelle im Prozess des EEA  gibt. So beruft der Umweltschutzbeauftragte Reiner Aßfalg quartalsweise das Energieteam zur Sitzung zusammen und organisiert Schulungen für Hausmeister und Verwaltungsmitarbeiter. Im Hinblick auf die nächste Auditierung empfiehlt der Bericht, die wichtigsten Projekte des Maßnahmenkatalogs zum Klimaschutzkonzept zusammen mit dem Energieteam konsequent abzuarbeiten.

Deutlich über der Schwelle für Gold liegt die Stadt im Bereich der Kommunikation und Kooperation. 84 Prozent der Ziele wurden hier erreicht. Besonderes Gewicht hat hier die Bürgerenergiegenossenschaft Region Wangen eG. Positiv wirkt sich auch die jährliche Ökostromerzeugung von 1235 kWh/EW Storm aus. Außerdem fiel die fest eingerichtete, 14-tägige interkommunale Energieberatungsstelle ins Gewicht. Sie findet mittwochs alle zwei Wochen im Bürgeramt statt. Für die kostenlose Beratung ist eine Voranmeldung unter der Telefonnummer 07522/74-159 (Reiner Aßfalg) erforderlich.

Mittlerweile nehmen mehr als 1.340 Kommunen in elf Ländern am European Energy Award teil; mehr als 780 Kommunen wurden mit dem European Energy Award ausgezeichnet, 36 davon erhielten den 2016 EEA in Gold.

 

Den eea-Bericht für das externe (Re)-Audit 2016 der Stadt Wangen im Allgäu finden Sie hier.

Weitere Informationen zum EEA finden Sie im Internet auf www.european-energy-award.org