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In Wangen bleibt
man hangen
Waldkindergarten

Waldfunktionskarte

Nach dem Tiefstand der Bewaldung im 13. Jahrhundert stieg der Waldanteil ab dem 15. Jahrhundert wieder stetig an. Im 17. und 18. Jahrhundert fanden dann Kahlschläge für die Glashüttenindustrie statt. Über den Holzertrag hinaus hatten die Wälder eine weitere Bedeutung für die Viehhaltung. Neben der generell in den letzten Jahrhunderten weit verbreiteten Waldweide und die seit dem letzten Jahrhundert verbotene Gewinnung von Streu mit zum Teil verheerenden Folgen für Vegetation und Boden unterlagen die Wälder darüber hinaus auch der sogenannten Beischlagwirtschaft.
Es handelte sich dabei um eine zeitliche Abfolge von Weide, Aufkommen natürlicher Bestockung, Kahlschlag nach ca. 30 bis 40 Jahren, Kartoffelanbau und schließlich wieder Weide. Die abgewirtschafteten Wälder werden im 19. und 20. Jahrhundert in Fichtenbestände überführt. Die Tanne war Mitte des 19. Jahrhunderts noch ziemlich in den Althölzern vertreten, die Buche fast stets den Nebenbeständen eingemischt.

Heute liegt der Waldanteil in der Raumschaft generell unter dem Landesdurchschnitt von Baden-Württemberg (36 %). In der Region Bodensee-Oberschwaben sind es 31 %, im Landkreis Ravensburg 27 %. Im Gebiet der Kulturlandschaftsinitiative hat allein Isny mit 41 % einen hohen Waldanteil durch die Wälder der Adelegg. In der Stadt Leutkirch sind 29 % der Markungsfläche bewaldet, in Wangen sind es nur 21 % und in Argenbühl 24%.

Der Wald wurde auch für andere Nutzungen in Anspruch genommen. So wurden allein für das Teilstück Ferthofen – Leutkirch der Autobahn A-96 ca. 13 ha Wirtschaftswald gerodet. Der Weiterbau der A-96 hat weitere Waldflächen in Anspruch genommen. Im Zuge der Ausgleichsmaßnahmen wurden dafür Ersatzaufforstungen umgesetzt worden.

Der Wald erfüllt in unserer heutigen Zeit verschiedene Funktionen:

  • Nutzfunktion
  • Schutzfunktion
  • Wasserschutz
  • Bodenschutz
  • Natur- und Landschaftsschutz
  • Biotopschutz
  • Erholung


Heute stellen wir uns die Frage: verträgt die Landschaft im Allgäu nicht einige Prozent mehr Bewaldung ohne dass ihr Charakter sich wesentlich wandelt?