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Freitag, 2. März 2018

20 Jahre Jugendhaus: Neue Aufgabe - neues Team

Das städtische Jugendhaus an der Leutkircher Straße feiert sein 20-jähriges Bestehen. Ein echter Zufall ist es, dass gleichzeitig mit dem Jubiläum auch ein neues Team Jugendarbeit mit einem ebenfalls neuen Aufgabenzuschnitt an den Start geht.

„Wir müssen auf die Veränderungen jugendlicher Lebenswelten reagieren“, sagt Alexandra Müller, die jetzt Jugendreferentin ist, im Jugendhaus sitzt und gleichzeitig als ein Bindeglied zur Stadtverwaltung im Bereich Kinder, Jugend und Familie tätig ist. Sie übernimmt Aufgaben wie die Konzeptionelle Weiterentwicklung der Jugendarbeit, die Außenvertretung des Fachbereichs, Betreuung des Jugendgemeinderates, aber auch die Planungen für das Kinderferienprogramm, und sie hat die Personalverantwortung im Jugendhaus.

Als Mitarbeiterin im Bereich Jugendarbeit übernimmt Anna Bilgeri den Schwerpunkt offene Kinder- und Jugendarbeit. Das bedeutet, sie organisiert das Programm im Jugendhaus, kümmert sich ums Café und kennt alle Abläufe im Jugendhaus. Neu im Team ist Joel Herz. Der Sozialarbeiter ist neben der Arbeit im Jugendhaus mit dem Schwerpunkt „Mobile/Aufsuchende Jugendarbeit“ befasst. Er verlässt also das Jugendhaus, um beispielsweise im Auwiesenweg oder auch an anderen Orten in der Stadt und den Ortschaften präsent zu sein. Ein Ziel ist es, die Jugendlichen dort dann auch für das Jugendhaus und seine Angebote zu interessieren. Sie reichen bis hin zur Beratung in schwierigen Situationen.

Alle drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben eine Vollzeitstelle inne, was auch eine Vertretung untereinander in Zeiten der Abwesenheit ermöglicht. „Die Konzeption ist so, dass sie personenunabhängig funktioniert“, sagt Alexandra Müller. Ein Zufall ist es auch, dass sie kurz vor dem zehnten Jubiläum Jugendhausleiterin wurde. Nach ein paar Jahren in der Stadtverwaltung  kehrt sie nun zum 20-jährigen Bestehen wieder ins Jugendhaus als Referatsleiterin zurück.

Dieser Zuschnitt wurde nötig, weil sich im Lauf der Zeit zeigte, dass die einzelnen Arbeitsbereiche der Sozialarbeiter im Team Jugendarbeit zu scharf voneinander getrennt waren. Das hieß auch, dass Vertretungen schwierig waren und die einzelnen Mitarbeiter oft  durch Verwaltungstätigkeiten von ihren eigentlichen Aufgaben abgehalten wurden.

Gutes Netzwerk als Grundlage

Andererseits wurde diese Organisation möglich, weil in den vergangenen Jahren durch die bisherige Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt, Marina Teichmann, ein sehr gut funktionierendes Netzwerk bis hinein in die Ortschaften und zu den Vereinen aufgebaut wurde, das weiter gepflegt werden soll. Auch die Zusammenarbeit mit den Schulen wurde in den vergangenen Jahren ausgebaut.

Neue Richtung in der Jugendarbeit

Diese neue Struktur ist aber auch die Antwort auf Themen, die in den vergangenen Jahren aufgeworfen wurden.  Eins davon benennt Alexandra Müller: „Das Jugendhaus ist nicht mehr im klassischen Sinne der Ort der Jugendarbeit. Es ist ein Ort, an dem Jugendarbeit stattfindet, neben vielen anderen. Jugendarbeit muss heute dort angesiedelt sein, wo Jugendliche sind.“ Das bedeutet, dass die Sozialarbeiter auf die jungen Menschen zugehen, indem sie in den Stadtteilen wie im Bereich Auwiesen gemeinsam mit dem Zugehenden Sozialdienst, Kristina Gunzelmann, Angebote machen. Regelmäßig gibt es dort zum Beispiel einen Mädchentreff.

Veränderte Lebenswelten junger Menschen

Auch durch die Ganztagesschulen hat sich der Fokus der Jugendarbeit verschoben. „Die Jugendlichen sind heute viel länger in der Schule. Wir erreichen sie also dort“, sagt Alexandra Müller. Entsprechend wurde in den vergangenen Jahren eine intensive Zusammenarbeit mit der Johann-Andreas-Rauch-Realschule entwickelt. An zwei Nachmittagen in der Woche, sind Mitarbeiter des Jugendhauses vor Ort und organisieren das Schülercafé. Auch eine Jungen- und eine Mädchengruppe gibt es dort. „Wir sind mit diesen Angeboten an der Realschule inzwischen fest etabliert“, sagt Müller. Dasselbe gilt für die Martinstorschule, an der ebenfalls ein Schülercafé und eine Mädchengruppe von Jugendhausmitarbeitern betreut werden.
Auch Einflüsse von außen wirken auf die Jugendarbeit, die man üblicherweise nicht damit verknüpfen würde. „Wir spüren, dass das Jugendhaus am Wochenende heute nur bedingt ein Treffpunkt ist. Jugendliche haben inzwischen viel mehr Möglichkeiten weg zu gehen. Sie sind viel mobiler, haben mehr finanzielle Möglichkeiten“, sagt Alexandra Müller.

Ein anderes Thema kam mit jungen Flüchtlingen in die Jugendarbeit. Dabei geht es vorrangig um die Integration der Jugendlichen mit Flüchtlingserfahrung. Spürbar sei aber auch der demografische Wandel, mit dem weniger Jugendliche nachwachsen. Dass dem neuen Team für die Jugendarbeit deshalb die Arbeit ausgehen könnte, ist indes nicht zu befürchten. Da sind sich die Beteiligten sicher.