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Einfach Ankommen
und Wohlfühlen
Mittwoch, 19. Juni 2019

444. Gaunerführung – und kein Ende in Sicht

Das muss jemand den beiden Gästeführern Beate Leupolz und Andreas Rommel erst einmal nachmachen: Sie sind am Donnerstag, 21.Juni 2019 mit der 444. Führung auf den Spuren „Von Gaunern, Galgenvögeln und Gefahren…“ in der Stadt unterwegs.

Wer die beiden durch die dunklen und manchmal auch verwunschenen Wangener Gassen und im nächtlichen Rathaus begleitet, der muss auf allerhand gefasst sein. Nicht nur, dass sich die Teilnehmer mit Laternen den Weg selber leuchten (müssen). Gerne bezieht der Herr Landvermesser mit seiner Magd die Gäste ins Spiel mit ein. Dabei ist die Frage, woher man denn komme, noch die bei weitem einfachste… „Unser Gassenspiel ist keine Stadtführung wie jede andere. Es gibt immer neue Reaktionen, neue Interaktionen mit dem Publikum und das macht es so schön für uns“, sagt Beate Leupolz. 

Bei den abendlichen Rundgängen erwartet die Teilnehmer auch ein „gar schreckliches Ereignis“. Mal trifft es die Gruppe auf der Straße, mal in der Badstube oder im Rathaus – Räuber suchen sich immer wieder düstere Winkel, um die Gäste um ihr Hab und Gut zu erleichtern. Selbstverständlich wird es am Ende, wenn der Schreck bei einem Gaunertrunk hinuntergespült wird, alles wieder zurückgegeben.

„Wir haben diesen Rundgang Stück für Stück beharrlich und beständig mit viel Herzblut und Engagement weiterentwickelt, so dass man heute sagen kann: ‚Wir haben mit einer Führung begonnen und diese ist nun zu einem Gassenspiel - einer Art Stadtschauspiel geworden.‘“, sagt Rommel. Wobei die Räuber nicht von Beginn an dabei waren. Sie wechseln häufig die Besetzung, denn meist sind es junge Burschen, die irgendwann zur Ausbildung Wangen verlassen. Deswegen freuen sich Leupolz und Rommel auch, wenn sich immer wieder neue junge Männer finden, die auf so ein Spiel Lust haben.

Wenn sich der Herr Landvermesser mit seiner Magd gekonnt die Bälle zuwirft und neue Ideen und Ereignisse einbaut – auch aus dem aktuellen Stadtgeschehen, spürt man bei beiden die Lust am Spielen, am Erzählen und am Schauspielern. Das ist laut Rommel ein Grund, weshalb das Gassenspiel ihm und seiner Spielpartnerin immer noch viel Freude macht.  Mit der Routine von über 400 Führungen kommt dazu: „Wir können aktuelle Situationen heute direkt aufnehmen und gut in unser Spiel integrieren“, sagt Leupolz. 

Was beide zum Weitermachen ermutigt, sind die immer positiven und begeisterten Reaktionen durch das Publikum, das mitgeht, herzlich lacht, schmunzelt und sich erschreckt, wenn die Räuber auftauchen. Aber die Zuhörer reagieren auch betroffen und nachdenklich, wenn das Duo einen Einblick in die gar nicht so guten alten Zeiten gibt, sondern zeigt, dass es früher oft sehr rau und grob zuging. 

An Aufhören denkt weder Leupolz noch Rommel: „Wir werden unser Spiel auch in Zukunft dynamisch gestalten und so hoffentlich noch einige Jahre die Besucher in seinen Bann ziehen“, sagen sie.

Info: Wer auch mal in die Rolle eines Räubers schlüpfen möchte, kann sich gerne im Gästeamt Wangen melden. Per Email unter tourist@wangen.de oder telefonisch unter 07522/74-211