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Freitag, 22. Juni 2018

Achtklässler aus Niederwangen lernen Kommunalpolitik kennen

Kommunalpolitische Entscheidungen haben unmittelbare Auswirkungen auf das Alltagsleben in einer Gemeinde oder Stadt. Sehr oft wissen gerade junge Menschen nicht, dass sie durch Beteiligung Entscheidungen beeinflussen können.

Um solches Wissen geht es beim Programm „Schule trifft Rathaus“ der Landeszentrale für politische Bildung (LpB), das vor kurzem von der 8. Klasse der Grund- und Werkrealschule Niederwangen genutzt wurde. 

Neben sechs Jugendgemeinderäten saßen 20 junge Schüler und Schülerinnen mit ihrer Lehrerin Susanne Merz im großen Sitzungssaal des Rathauses und erkundeten einen Vormittag lang, wie eine Kommune funktioniert, was ihre Aufgaben sind und wie die Bürger sich an Entscheidungen beteiligen können. Im Lauf des Vormittags überlegten die jungen Menschen, was ihre Traumgemeinde sein könnte und leisten müsste. Daraus ergaben sich Fragen, die sie später an Hauptamtsleiter Hermann Weinschenk richteten.

Vier Felder hatten sich die Achtklässler ausgesucht: Die Frage, ob Schulen nicht mit mehr Geld ausgestattet werden könnten; das Thema Busverbindungen in der Region, insbesondere am Abend und von den Ortschaften aus; die Frage, warum es in Wangen keine Einkaufszentren gibt, in denen Geschäfte mit bekannten Markenname ihre Waren verkaufen und die Frage, warum die Stadt nicht einfach günstigen Wohnraum baut – gerade für Familien mit Kindern.

Hermann Weinschenk erläuterte, dass jeder Schule ein bestimmtes Budget für Anschaffungen eingeräumt wird und dass die Stadt derzeit viele Millionen Euro in die Sanierung des Rupert-Neß-Gymnasiums steckt. Gerade abgeschlossen sei der Anbau an die Gemeinschaftsschule, und in der Planung sei nun die Erneuerung der Johann-Andreas-Rauch-Realschule. Zudem habe die Stadt auch für Kindergartenplätze zu sorgen und gebe auch in diesem Bereich zurzeit viele Millionen aus.

Dass sich Busverbindungen für einen Unternehmer auch rechnen müssten, stellte Weinschenk ebenso klar, wie die Tatsache, dass die Stadt keinen Unternehmer zwingen kann, in Wangen ein Geschäft zu eröffnen. Dass große Geschäfte Kunden an die Ränder der Stadt locken würden und dann niemand mehr in der Innenstadt unterwegs wäre, erläuterte Weinschenk ebenso. Dass in der Stadt gerade Wohnungen am Auwiesenweg entstehen und auch sonst einige Wohngebiete geplant sind, zeigte Weinschenk den Schülerinnen und Schülern auf. 

Zum Schluss wollten sie wissen, was ein Hauptamtsleiter arbeitet. „Ich bin ein klassischer Schreibtischtäter“, sagte Weinschenk, dem die Organisation der Verwaltung obliegt.

Der Politische Tag wurde durch ein junges Expertenteam der LpB im Rathaus der Gemeinde moderiert und von der Jugendreferentin der Stadt, Alexandra Müller organisiert.