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Samstag, 1. Mai 2021

Alte Spinnerei wird jetzt als letztes ERBA-Gebäude verkauft

Bildautoren: Stadt Wangen/sum sowie Alte Spinnerei GmbH & Co. KG

Mit der Alten Spinnerei wird jetzt das letzte Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen ERBA von der Stadt Wangen veräußert. Käufer ist die Alte Spinnerei GmbH & Co. KG, hinter der mit Patrick Meier aus Lindau, und Sebastian Storz aus Weingarten Menschen aus der Region stehen.

Das älteste Produktionsgebäude auf dem Gelände der Landesgartenschau 2024 wird ein Mix aus Wohnen, Gewerbeflächen, Erlebnisgastronomie und Oldtimerausstellung aus dem Dornröschenschlaf wecken. Das im Erdgeschoss geplante, großzügige Restaurant bietet neue Möglichkeiten für Veranstaltungen, Schauflächen für Oldtimer oder exklusive Fahrzeuge. Auf der Nordseite des Gebäudes wird eine Werkstatt samt Waschanlage für Oldtimer untergebracht, so dass Besitzer ihre schönen Fahrzeuge dort auch in Stand halten lassen können. Und für den Winter oder weil es sonst praktisch ist, stehen Stellplätze für solche Schmuckstücke im Untergeschoss zur Verfügung. Sie sollen vom Restaurant aus zumindest teilweise sichtbar sein.

Das ist in aller Kürze das Projekt, das Patrick Meier von der bpm gmbh in Lindau, und Sebastian Storz, Inhaber der STORZ IMMO GmbH in Weingarten, gemeinsam in der Alten Spinnerei umsetzen wollen. Sie haben dafür ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet unter dem Namen „Alte Spinnerei GmbH & Co. KG“. Architekt Harald Bader steht mit seinem Büro wassung bader architekten für die bauliche und planerische Expertise.

Großprojekt über 20 Millionen Euro

Das Vorhaben umfasst rund 6000 Quadratmeter auf sechs Stockwerken und eine Investitionssumme von rund 20 Millionen Euro. Es wird barrierefrei mit zwei Eingängen an der Nord- und Südseite erschlossen. Für die Öffentlichkeit einsehbar und zumindest teilweise nutzbar werden das Untergeschoss und das Erdgeschoss sein. Von der Süd-Westseite her werden Besucherinnen und Besucher das Restaurant auch über einen Biergarten und eine große Treppe erreichen können. Vorgesehen ist eine Eventgastronomie, die auch von der Optik der besonderen Fahrzeuge bestimmt wird. Gerne ermöglichen die Investoren auch dem ERBA-Museumsverein, sich mit seiner Sammlung in die Ausstellung zu integrieren.

Im ersten Obergeschoss kann so genanntes, nicht störendes Gewerbe einziehen. Es könnten aber auch Wohnungen entstehen. In welche Richtung es geht, wird sich in den kommenden Monaten noch abzeichnen. Vom zweiten Obergeschoss an sind ausschließlich Wohnungen unterschiedlichen Zuschnitts vorgesehen. Insgesamt sind voraussichtlich am Ende je nach Größe 45 bis 50 neue Wohnungen unter dem dann sanierten Dach der Alten Spinnerei untergebracht. Im Herbst möchte die Alte Spinnerei GmbH & Co. KG den Bauantrag einreichen. Dann soll auch die Vermarktung beginnen. Baubeginn ist für Januar/Februar 2022 vorgesehen und die Fertigstellung für Ende 2023 – kurz vor Beginn der Landesgartenschau. So wird ein weiteres, spannendes Kapitel in der Wangener ERBA-Geschichte fortgesetzt.

Fertigstellung zur Landesgartenschau 2024 geplant

Der Zustand des riesigen Dachs war der Hauptgrund, weshalb die Stadt das Spinnereigebäude nun aus der Hand gibt. Es bedarf dringend der Sanierung. „Aber eine Sanierung ohne entsprechende Nutzung des Baus hat keinen Sinn“, sagte Oberbürgermeister Michael Lang beim Pressetermin vor Ort. Ursprünglich hatte die Stadt das Gebäude noch länger behalten wollen, um es zu einem späteren Zeitpunkt nach der Landesgartenschau 2024 an einen oder mehrere Liebhaber vergeben zu können. Dass dieser Zeitpunkt jetzt schon kommen würde, war bei der Vermarktung der übrigen Gebäude in der ERBA im Jahr 2016 nicht absehbar. Mit Blick auf die Landesgartenschau 2024 sagte OB Lang: „Die große Fläche im Erdgeschoss ermöglicht uns die eine oder andere Überraschung für die Besucherinnen und Besucher.“

Bevor jetzt im Mai der Kaufvertrag unterschrieben wird, haben sich Patrick Meier und Sebastian Storz sowie ihr Team intensiv mit den Themen der Denkmalpflege auseinandergesetzt. Deshalb, so wurde deutlich, sind viele Fragen bereits geklärt, bevor der Bauantrag gestellt wird. So wird das Dach praktisch neu gebaut werden müssen.

Zu den kniffligen Fragen gehörte auch das Thema Balkongestaltung: Um das Erscheinungsbild der Fassade als Industriedenkmal nicht zu stören wurde vereinbart, auf vorgesetzte Balkone zu verzichten. Nun werden hinter den alt anmutenden, großen Fenstern Loggien und Wintergärten geplant, die dann auch attraktive Möglichkeiten zum draußen Sitzen bieten werden.

Motor für das Projekt ist – daran lassen die beiden Käufer keinen Zweifel – die Landesgartenschau 2024. „Wir sehen dieses Ereignis ganz klar als Sprungbrett, das Gebäude hier zu etablieren“, sagten sie.