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Dienstag, 30. Juni 2020

Altes Feuerwehr wandelt sich in modernes Bürogebäude

Die Sanierung des ehemaligen Feuerwehrhauses am Aumühleweg ist abgeschlossen. Der Bau aus der Nachkriegszeit ist nach den Plänen von Hausen Architekten zu einem modernen Bürogebäude entwickelt worden. Genau ein Jahr hat die Sanierung gedauert.

Diese städtischen Räume werden nach 2024 von den Stadtwerken Wangen im Allgäu bezogen. Bis dahin werden sie von der Landesgartenschau GmbH genutzt.Im ersten Obergeschoss – dort wo die siebenköpfige Gruppe jetzt arbeitet – sind acht Büroräume und im Erdgeschoss vier weitere entstanden. Ebenfalls im Erdgeschoss ist ein Besprechungsraum mit moderner Kommunikationstechnik dort eingezogen, wo sich früher die Feuermänner und – frauen umzogen.

Der große Raum zur Straße hin kann derzeit ebenfalls für Besprechungen genutzt werden, soll aber während der Landesgartenschau dem Empfang im Haus dienen. Auf beiden Stockwerken gibt es Toiletten, im Erdgeschoss ist auch eine behindertengerechte Toilette vorhanden. Für Mitarbeiter der städtischen Eigenbetriebe, die in den Bereichen Wasserversorgung und Abwasser tätig sind, wurden im Untergeschoss Dusch- und Waschräume eingebaut. Außerdem befindet sich im Untergeschoss ein Archivraum, der viel Platz für künftig abzulegende Akten bietet. 

Außenbereich und Zugang werden 2021 komplett angelegt

Die derzeit noch provisorische Eingangssituation wird im kommenden Jahr barrierefrei gebaut, wenn der Außenbereich rund ums Haus nach den Plänen des Landschaftsarchitekten-Büros lohrer.hochrein angelegt wird, das insgesamt das Konzept für die Landesgartenschau lieferte. Der Garagenbau wird im Juli gestrichen. Mit dem Auszug der Feuerwehr in ihr heutiges Domizil am Südring 2009, war über neue Nutzungen des Gebäudes am Aumühleweg bis hin zu einem möglichen Abriss nachgedacht worden. Die Untersuchungen dazu hatten auch schon begonnen, und die Frage wurde geprüft, wo in der Stadt das Sgraffito an der Front von Toni Schönecker angebracht werden könnte.

Doch Fachleute der Denkmalpflege waren der Meinung, dass das 1957 von Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz gemeinsam bezogene Gebäude samt der Garagen und dem Schlauchturm erhalten bleiben sollte. So wurde das Haus neu betrachtet und jetzt in ein funktionales, modernes Bürogebäude umgebaut. Nach dem Auszug des DRK zunächst in den Waldburgweg im Jahr 1971 und später in die Liebigstraße nutzte die Feuerwehr das Gebäude alleine. 

Frank Schwarzwälder, der bei der Landesgartenschau GmbH den Hochbau koordiniert, erinnert sich noch gut, in welchem Zustand das Feuerwehrhaus war, als die Planungen für die Sanierung aufgenommen wurden. Im ersten Stock waren ursprünglich drei kleine Wohnungen. Die Baugenehmigung war 1955 erteilt worden für ein „Feuerwehrgerätehaus mit Schlauchtrockenturm, Dienstraum und Garagen des Deutschen Roten Kreuzes und drei Dienstwohnungen“. Die Optik von Wänden und Fliesen zeigte, dass sich seit dem Erstbezug 1957 nicht viel getan hatte, wie Schwarzwälder erzählt.

Schornsteine zeigten Wohnungsnutzung an

Sechs Wohnungswände wurden im Zuge der Entkernung des Gebäudes abgebrochen, so dass jetzt ein durchgehender, langer Flur vom vorderen Treppenhaus bis zu einem Büro an der Rückseite des Gebäudes entstanden ist. Die Schornsteine auf dem Dach zeigten an, dass jede Wohnung einen eigenen Kohleofen hatte. Für die jetzige Sanierung des alten Feuerwehrhauses wurden die Kaminköpfe abgebrochen, die Schächte blieben jedoch übrig. Das hatte einen großen Vorteil: Man konnte dort Leitungen und Rohre von einem Stockwerk ins nächste führen.

Bereits nachdem die Entkernung und Sanierung des Gebäudes begonnen hatte, entschied man sich, auch das Dach zu erneuern. „Die Balken blieben erhalten, aber das Unterdach und die Eindeckung wurden neu gemacht“, sagt Schwarzwälder. Damit sollte das Gebäude für die nächste Generation ertüchtigt sein. Geheizt wird das ehemalige Feuerwehrhaus über die Nahwärmezentrale beim Allgäustadion.

Förderung durch Bund und Land

Die Baustelle sei gut gelaufen – trotz Corona bedingter Einschränkungen gegen Ende, berichtet Schwarzwälder. Die Baukosten liegen aller Voraussicht nach im Plan. Inklusive Dach werden sie sich auf rund 1,55 Millionen Euro belaufen. Die Maßnahme wurde im Rahmen des Sanierungsgebietes Stadtkern IV durch Bund und Land gefördert.