background
Einfach Ankommen
und Wohlfühlen
Mittwoch, 21. August 2019

Bahnbrücke über der Lindauer Straße eingehoben

Die Bahnbrücke über die Lindauer Straße ist unter großer Anteilnahme der Bevölkerung mit Hilfe eines 600 Tonnen schweren Krans eingesetzt worden. Das Spektakel dauerte eine gute halbe Stunde.

Kurz nach 10 Uhr am Montag, 19. August 2019, hob der 650 Tonnen schwere Kran den Brückenkörper an. Nach einer knappen Viertelstunde hing er in Position und konnte langsam, zuletzt in Millimeterarbeit auf die Auflieger abgelassen werden. Für die Bahn und deren Projektleiter Matthias Gunsch war dies ein glücklicher Moment. Alles gut gelaufen, hieß es am Ende. Die Brücke über die Lindauer Straße kostet die Bahn rund 2,3 Millionen Euro. 

Damit ist die Bahn zeitlich bei Halbzeit der Bahnstrecke Geltendorf-Lindau, jedoch seien bereits drei Viertel der 157 Kilometer langen Strecke geschafft, hieß es. Nach Abschluss der Arbeiten und Anschaffung entsprechenden Zugmaterials können ab Dezember 2021 auf dieser Strecke Züge schneller und mit Neigetechnik in den Kurven fahren. Dann werden auch durchgehende Verbindungen von Lindau nach München führen. Ab 6. Oktober 2019 wird die Strecke für den Bahnverkehr zunächst freigegeben. 

Allerdings muss sie im ersten Quartal 2020 wieder gesperrt werden, damit im Februar 2020 die alte Eisenbahnbrücke in Wangen über die Obere Argen und den Kanal abgebaut und die neue Brücke im März 2020 auf die neuen Brückenpfeiler geschoben werden kann. Rund 10 bis 11 Millionen Euro investiert die Bahn in diese Brücke und hofft auf eine rund 100 Jahre lange Haltbarkeit des Bauwerks. 

An dieser Baustelle laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Die provisorischen Pfeiler, auf denen die neue Brücke aufgebaut werden wird, sind im Bau. Voraussichtlich ab Ende August, Anfang September 2019 werden die Einzelteile dafür in großen Transporten aus Zwickau geliefert. Die Träger haben laut Bahn eine Länge von 30 bis 40 Metern Länge. Die Brücke soll am Ende 5200 Tonnen wiegen und an acht Verschubbahnen über teflonbeschichtete Elastomerlager auf die neuen Pfeiler geschoben werden. Ende März 2020 sollen auch die Schallschutzwände gebaut werden. Wangen so hieß es, bekomme nach Memmingen an der gesamten Bahnstrecke die meisten Schallschutzwände. Der Grund sei die Lange der Bahnlinie auf dem Damm und die Kurven. Im April sollen die Oberleitungen folgen. Die Sperrzeit für die Bahn steht bereits fest: 25. Januar bis 30. März 2020. 

Info: die Bahn informiert hier über Aktuelles auf der Bahnstecke ab Kißlegg.

Presse:

Unter dem Titel „Applaus für den Kranführer“ hat Redakteur Marco Völklein von der Süddeutschen Zeitung in der Ausgabe vom 20. August 2019 über das Ereignis und die Bauarbeiten an der Gesamtstrecke zwischen München und Lindau berichtet.

Unter anderem heißt es dort

Dann (2020) wird der Schweizer Bahnbetreiber SBB seine Fernzüge nach München nicht mehr mit Dieselloks bestücken, sondern Schnelltriebwagen mit Neigetechnik einsetzen; statt viereinhalb werden die Reisenden zwischen Zürich und München dann nur noch dreieinhalb Stunden unterwegs sein. Von Wangen, Leutkirch, Memmingen oder Buchloe aus werden von Dezember 2021 an schnellere Regionalzugverbindungen angeboten; dann wird der britische Bahnbetreiber Go-Ahead den Betrieb des Schienennahverkehrs in der Region mit elektrischen Triebzügen aufnehmen.