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Sonntag, 19. Juli 2020

Behinderten-Beauftragter Norbert Rasch gibt sein Amt auf

Die Stadt Wangen sucht eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für Norbert Rasch, der nach nach neun Jahren sein Amt als Behindertenbeauftragter zur Verfügung stellt.


Die Aufgabe der oder des Behindertenbeauftragten ist es, das Leben der behinderten Mitbürgerinnen und Mitbürger zu erleichtern und Hilfestellungen zu geben. Es war und ist also ein vielseitiges Amt, das Norbert Rasch mit sehr viel Engagement und Empathie für die Betroffenen und ihre Angehörigen annahm.

Flexibilität ist wichtig

Und das sind auch zwei Eigenschaften, die der 72-Jährige nennt, wenn man ihn fragt, was jemand mitbringen muss, wenn er oder sie sich für die Nachfolge interessiert. „Wichtig ist auch, dass man fachkundig und flexibel ist und in alle Richtungen schaut“, sagt der leidenschaftliche Fußballschiedsrichter. Es sei einfach wichtig, die Gesamtsituation zu betrachten und zu überlegen, welche Wünsche oder Forderungen sind berechtigt, und wer kann für sie aufkommen? Insofern verstand sich Rasch auch als Ansprechpartner für Menschen mit Behinderung, aber auch Mittler zwischen ihnen und der Gesamtbevölkerung. 

Seine Fachkunde hatte sich Norbert Rasch im Arbeitsleben in der Pflege angeeignet. Nachdem er in den Ruhestand gegangen war, wollte er sich weiter sozial engagieren. Und so übernahm er gern die Rolle des Behinderten beauftragten. „Es war stets eine gute Zusammenarbeit mit allen, die ich für meine Tätigkeit brauchte“, sagt er und nennt dabei Kollegen ebenso wie Fachleute oder eben auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Wangen in den verschiedenen Ämtern oder beim Bauhof. Gut habe sich der Tag der Menschen mit Behinderung etabliert, ebenso wie die Anhörung der Menschen mit Behinderung. 

Viele bewegende Einzelfälle

Auf die Frage, ob es besondere Erlebnisse in diesen neun Jahren gab, sagt Norbert Rasch, es habe viele solcher Einzelfälle gegeben. Er denkt dabei zum Beispiel an einen jungen Mann, den er an das Körperbehindertenzentrum Oberschwaben (KBZO) vermitteln und dessen Familie er auch zu einer passenderen Wohnung verhelfen konnte. Oder an eine Rollstuhlfahrerin, deren Kräfte nicht ausreichten, um die Haustür zu öffnen. Für sie konnte eine Schließanlage organisiert werden, die der Frau das Verlassen der Wohnung wieder ermöglichte. „Ich habe viele dankbare Menschen getroffen, die froh waren, wenn sie einen Parkausweis, den Mietzuschuss oder auch mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) bekamen“, erzählt Rasch.

„Herr Rasch war für die Menschen mit Behinderung, aber auch für uns als Stadt immer ein offener Ansprechpartner. Oft hatte er großen Anteil daran, wenn der richtige Weg bei Entscheidungen gesucht wurde, die Menschen mit Behinderung betrafen. Dafür danke ich ihm sehr“, sagt Oberbürgermeister Michael Lang. So habe Rasch sich sehr für die Umgestaltung des Waldhofplatzes eingesetzt. Dort können Menschen mit Behinderung inzwischen gefahrlos die Straßen queren und auf einem Gehweg zu ihrem Arbeitsplatz auf dem Atzenberg gelangen. Neue Kandidatinnen oder Kandidaten ermutigt OB Lang zur Bewerbung: „Es ist ein schönes Amt, das in vieler Hinsicht sehr viel Freude bereitet.“

Info:

Der oder die Behindertenbeauftragte wird vom Gemeinderat auf drei Jahre gewählt und erhält für seine oder ihre Arbeit eine Ehrenamtsentschädigung. Weitere Informationen gibt Nils Feltgen vom Ordnungs- und Sozialamt, Telefonnummer 07522/74-233. Interessierte können sich bis 31. Juli 2020 bei der Großen Kreisstadt Wangen im Allgäu, Ordnungs- und Sozialamt, Marktplatz 1, 88239 Wangen im Allgäu bewerben.