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Donnerstag, 27. Februar 2020

Berger Höhe-Schule behält die Hector-Kinderakademie für weitere fünf Jahre

Die Berger Höhe-Schule(BHS) ist seit zehn Jahren einer von 66 Standorten der Hector-Kinderakademie in Baden-Württemberg. Ihr Einzugsbereich ist der Landkreis Ravensburg und ein Teil des Bodenseekreises. Jetzt wurde die Schule für weitere fünf Jahre zertifiziert und kann damit die Kurse auch weiter anbieten.

„Wir sind sehr stolz darauf, dass wir auch weiter Kurse im Rahmen der Hector-Kinderakademie anbieten und damit auch für unsere besonders pfiffigen Kinder ein attraktives Angebot machen können“, sagt Petra Dreier, Rektorin der Berger-Höhe-Schule in Wangen. Wie attraktiv das Angebot ist, lässt sich an ganz einfachen Zahlen zeigen: Im Schuljahr 2018/19 besuchten insgesamt 470 Kinder 79 Kurse, die von der BHS organisiert wurden. „Manche Kurse laufen auch an anderen Schulen in Wangen, weil es dort die entsprechende Ausstattung gibt, oder beispielsweise in Leutkirch, damit die Kinder nicht immer gefahren werden müssen“, sagt Dreier. 

Die Hector-Kinderakademie richtet sich an rund 10 Prozent aller Kinder eines Jahrgangs. Es sind jene Schüler, die als begabte oder auch besonders interessierte Schülerinnen und Schüler eingestuft werden können. Das muss laut Dreier nicht heißen, dass diese Kinder auch immer die besten Noten haben. Wichtig sei, dass diese Schülerinnen und Schüler ein forderndes und damit auch förderndes Angebot neben dem Unterrichtskanon erhalten. „Sie sind dort auch unter gleichgesinnten Kindern, mit denen sie auf Augenhöhe über Themen sprechen, die sie gemeinsam interessieren“, sagt Dreier. 

Den Schwerpunkt der angebotenen Kurse bilden Mathematik und Naturwissenschaften, also die sogenannten MINT-Fächer. Sie werden von Lehrerinnen und Lehrern der BHS, aber auch von externen Dozenten gegeben. Unter anderem stellt das Wangener Unternehmen Diehl Ako einen Mitarbeiter frei, damit er die Kinder in Elektronik unterrichten kann. Die Themen, die in der Hector-Kinderakademie besprochen werden, sind sehr breit gefächert von der Frage, warum Zeppeline und Heißluftballone fliegen, wie aus dem Gras Milch und dann auch Joghurt wird, bis zur Fragestellung, ob Leben außerhalb der Erde möglich ist. Sehr beliebt sind laut Dreier auch alle Kurse rund ums Programmieren, wie zum Beispiel „Scratch“, bei dem Kinder lernen, kleine Spiele selber zu programmieren. „Wir sind sehr stolz darauf, dass rund 40 Prozent der MINT-Kursteilnehmer Mädchen sind“, sagt Dreier.

Zwar liegt der Schwerpunkt der Kurse auf der naturwissenschaftlichen und mathematischen Förderung, aber es gehört zum Prinzip der Hector-Kinderakademie, auch Fähigkeiten in Kultur- und Geisteswissenschaften zu unterstützen. So gab es bereits Kurse rund ums Theater – vom Schwarzlicht über Licht- und Schattenspiele bis zum Maskenbau. Auch Spanisch und Französisch waren bereits „Fächer“ in dem Programm. Auch Kurse in Kunst, Film und Fotografie stehen in immer wieder abgewandelter Form auf dem Plan. 

Ermöglicht werden diese Kurse in der Begabten-Förderung durch die Hector-Stiftung, die von Dr. h.c. Hans-Werner Hector 2010 ins Leben gerufen wurde.  Die BHS bekommt aus dieser Stiftung jährlich bis zu 65 000 Euro, um damit das Programm zu finanzieren. 

Wer mitmachen kann in den Kursen, bestimmen die Lehrer. Sie wählen pro Klasse ein bis zwei Schüler aus. Die Eltern können dann gemeinsam mit ihrem Kind die Kurse im Internet auswählen. Die endgültige Entscheidung, ob ein Kind die Kurse besuchen kann, trifft Rektorin Dreier, indem sie es am PC freischaltet.

Bundesweit einzigartig sei, dass das landesweite Förderprogramm wissenschaftlich begleitet wird, heißt es in einer Pressemitteilung des baden-württembergischen Kultusministeriums. Dafür zuständig sind das Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Trautwein und Prof. Dr. Jessika Golle sowie das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation unter der Leitung von Prof. Dr. Marcus Hasselhorn. Die wissenschaftliche Begleitung dient der Evaluierung der Kurse, sowie der Qualifizierung für die Dozenten.