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und Wohlfühlen
Samstag, 28. März 2020

Bürger gehen besonnen mit der neuen Lage um

Die Regeln zum Umgang mit Corona sind in dieser Woche weiter verschärft worden. Oberbürgermeister Michael Lang beantwortet Fragen zur Situation in Wangen.

Wir blicken auf eine Woche voller Entscheidungen, die unser Land und die Menschen in unserer Stadt in vielerlei Hinsicht fordern. Was waren die für Sie wichtigsten Entwicklungen der vergangenen acht Tage?


Oberbürgermeister Michael Lang: Die Zahl der mit dem Corona-Virus Infizierten ist auch in den zurückliegenden Tagen unablässig gestiegen. Wir liegen inzwischen in Deutschland bei rund 43000 Personen. Die Stadt Wangen im Allgäu ist hier stark betroffen. Die Zahl der infizierten Wangenerinnen und Wangener lag am Freitag bei 49 (Stand 27.03.2020, 13 Uhr). 

Wir haben nach den Anordnungen von Bund und Land auch weitere Schließungen erlebt. So müssen seit dieser Woche auch Friseure und andere Berufe im Bereich Körperpflege ihre Geschäfte ruhen lassen, weil sie nahe am Menschen arbeiten. Aber weiterhin sind viele Geschäfte offen: die Lebensmittelgeschäfte und der Getränkehandel, Bäckereien und Metzger, Hofläden, Dorfläden, Raiffeisenmärkte, Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Hörgeräteakustiker, Optiker und Praxen für die medizinische Fußpflege, Poststellen, Banken und Sparkassen, Reinigungen, der Zeitschriften- und Zeitungsverkauf, Verkaufsstätten für Bau-, Gartenbau- und Tierbedarf. Viele dieser Geschäfte haben wir auch in der Altstadt. Gaststätten können Gerichte über die Straße verkaufen. Auf der städtischen Homepage haben wir auf der Sonderseite www.wangen.de/corona eine Liste der Geschäfte und Betriebe, die offen und für ihre Kunden da sind. Diese Liste ist lang! Deshalb meine Bitte an Sie: Kaufen Sie weiter lokal ein und nutzen Sie den Sachverstand unserer Dienstleister und Handwerker!

Wie gehen die Menschen mit der neuen Situation um?

OB Lang: Ich meine, die Menschen reagieren einsichtig und mit großer Disziplin. Sie halten sich an die Regeln. Ganz besonders augenfällig war das am Mittwoch auf dem Wochenmarkt. Wir haben ihn vonseiten der Stadt entzerrt und ausgedehnt. Und die Menschen haben an den Ständen zwischen sich und den nächsten Wartenden den notwendigen Platz gelassen. Außerdem beobachte ich, dass es viele kreative Initiativen aus der Wirtschaft und der Bürgerschaft gibt, die helfen sollen, dass wir alle möglichst gut über die Corona-Zeit kommen werden. 

Woran denken Sie dabei ganz besonders? 

OB Lang: Eine ganze Reihe von Hilfsdiensten haben sich in den letzten Tagen entwickelt. Bürgerinnen und Bürger bieten ihre Hilfen an. Es ist ein schönes Zeichen der Solidarität unter den Bürgerinnen und Bürgern in unserer Stadt. Auf der Homepage der Stadt Wangen findet sich ebenfalls auf der Corona-Sonderseite eine Übersicht über die lokalen Initiativen, ihre Ansprechpartner und Telefonnummern. Wer Hilfe braucht oder seine Hilfe anbieten möchte, kann sich an diese Ansprechpartner wenden.

Wird die Gutschein-Initiative der Stadt angenommen? Stößt das auf Interesse? 

OB Lang: In schweren Zeiten können wir auf die Menschen in Wangen setzen. Die Aktion ist gut angelaufen. Unterstützen Sie unsere Gastronomie, unseren Handel, unsere Handwerker und unsere Kulturschaffenden, wo immer es Ihnen möglich ist! Aus der Stadtverwaltung heraus ist diese Woche die Idee geboren und umgesetzt worden, Gutscheine für lokale Einrichtungen online zur Verfügung zu stellen. Wer möchte, kann über www.wangen.de/gutschein auf der Ticketplattform Reservix Gutscheine  erwerben. Auf der zusehend wachsenden Liste sind bisher das Lichtspielhaus Sohler, aber auch Lokale, Veranstaltungen und Dienstleistungen zu finden. Wer sich dort als Gewerbetreibender registrieren lassen möchte, sollte sich mit unserer Wirtschaftsförderung in Verbindung setzen (Telefon 07522 / 74-109, Email: holger.sonntag@wangen.de). An alle andere appelliere ich: Zeigen wir jetzt Solidarität mit denen, die von Corona wirtschaftlich bis ins Mark getroffen werden! 

Was ist mit Steuern, Gebühren und Abgaben, die üblicherweise von der Stadt eingefordert werden, wenn wegen Corona die Menschen gerade auch finanziell sehr belastet sind?

OB Lang: Bereits entschieden ist, dass für den Monat April keine Kindergartengebühren erhoben werden. Wo keine Leistung erbracht wird, entstehen auch grundsätzlich keine Pflichten zur Bezahlung. Auch die Jugendmusikschule verlangt für den Monat April keine Gebühren. Auf der anderen Seite entstehen aber weiter die laufenden Kosten für unsere Betriebe, vor allem die Personalkosten, die nicht durch Einnahmen gedeckt werden. Wer durch die Corona-Krise in finanzielle Nöte gerät und anstehende Gebühren oder Steuern deshalb nicht sofort zahlen kann, darf sich gerne bei den zuständigen Stellen wegen Regelungen zur Stundung melden. Gerne werden wir hier großzügig sein.