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Samstag, 29. September 2018

Bürgermeister Ulrich Mauch offiziell verabschiedet

Bürgermeister Ulrich Mauch ist am Freitag, 28. September 2018, nach 47 Jahren im öffentlichen Dienst, davon 16 Jahren bei der Stadt Wangen, in den Ruhestand verabschiedet worden.

Viele Wegbegleiter hatten sich zu dem festlichen Abend im Großen Sitzungssaal des Rathauses eingefunden: Familie, Freunde, Kollegen, Vertreter und Vertreterinnen der örtlichen Schulen, Vereine  und Institutionen, mit denen Mauch in all den Jahren in Haupt- und Ehrenämtern engen Kontakt hatte. Zu den langjährigen Weggefährten zählte auch der Präsident des Baden-Württembergischen Gemeindetags, Roger Kehle. Mauch war auch seit mehr als zwei Jahrzehnten Mitglied im Gemeindetag und seit 2011 im Vorstand dieses Gremiums - und das, wie es hieß, obwohl er kein von der Bevölkerung, sondern vom Gemeinderat gewählter Bürgermeister war. Kehle nannte dies ein besonderes Zeichen der Wertschätzung Mauchs durch den Gemeindetag.

Das Rüstzeug in Hirschlanden und Ditzingen erlernt

Oberbürgermeister Michael Lang blickte auf die berufliche Leistung Mauchs. Sein Rüstzeug für Wangen habe er sich in Hirschlanden (Landkreis Ludwigsburg), wo er seine Ausbildung nach der Mittleren Reife machte bis hin zu seinen Amtsleiteraufgaben in Ditzingen erarbeitet. In Wangen leitete Mauch das Dezernat II der Stadtverwaltung mit den Ämtern Hauptamt, Personal- und Schulamt, Ordnungs- und Sozialamt, Kultur- und Sportamt, Bauhof und Gästeamt. Darüber hinaus vertrat als Bürgermeister OB Michael Lang bei vielen Ereignissen oder arbeitete im Team mit ihm. Lang dankte ihm für die gute Zusammenarbeit in all den Jahren. "Sie werden mir fehlen. Sie werden uns fehlen", sagte Lang und  gestand ein, dass er Mauch nur ungern gehen sehe.

Nach seiner Zeit in Hirschlanden wechselte Mauch ins Landratsamt und besuchte die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Stuttgart, die er mit dem Abschluss Diplomverwaltungswirt verließ.  Nach Bundeswehr und sieben Jahren beim Rechtsamt der Stadt Esslingen leitete er zwölf Jahre das Ordnungsamt und die Kindergartenverwaltung der Stadt Ditzingen und übernahm anschließend für vier Jahre das Hauptamt. Für die Freien Wähler saß er bis zu seinem Wechsel nach Wangen im Jahr 2002 drei Jahre im Ludwigsburger Kreistag. OB Lang zitierte aus dem Dienstzeugnis aus dem Jahr 1999, das der Ditzinger OB Alfred Fögen Mauch damals ausstellte: „Strahlt Ruhe und Sachlichkeit aus, ist  gewissenhaft, zuverlässig und sorgfältig, kooperativ und zuvorkommend.“ Mauch habe sich nicht wirklich verändert, sagte Lang zu Fögen, der mit seiner Frau und weiteren Kollegen von damals angereist war.

Kindergärten und Schulen bilden einen Schwerpunkt

Nachdem der Wangener Gemeinderat Mauch im Juli 2002 mit großer Mehrheit bei zwei Gegenkandidaten gewählt hatte, trat er sein Amt am 1. Oktober 2002 an und wurde acht Jahre später einstimmig wieder gewählt. Viel wurde bewegt in den vergangenen 16 Jahren. Zu seinen Schwerpunkten gehörte auch in Wangen die Kindergartenverwaltung. In seine Amtszeit fiel die Ausweitung der Kinderbetreuung U3 sowie die Flexibilisierung der Betreuungszeiten an den Kitas. An den Schulen gab es in seiner amtszeit 30 besondere Ereignisse wie Eröffnung, Erweiterung oder die Einweihung eines Neubaus oder die Feier eines neuen Schultyps. Mit der Einführung der Gemeinschaftsschule sind in Wangen alle weiterführenden Schultypen vorhanden, wie Lang betonte.

Gute Beziehungen in die Partnerstädte

Mauch legte großen Wert auf die Pflege der freundschaftlichen Beziehungen mit den Partnerstädten La Garenne-Colombes und Prato. Seit 16 Jahren gibt es in Wangen die Kulturnacht, die ebenso in sein Arbeitsgebiet fiel wie die Festspiele Wangen. Die Volkshochschule ist gewachsen - nicht nur wegen der Sprach- und Integrationskurse, die sie für Zuwanderer anbietet. Gemeinsam mit dem Kultur- und Sportamt zog die VHS dieses Jahr unters Dach des Thiermann-Hauses in der Zunfthausgasse. Wichtig waren Mauch auch die Ausstellungen in der Galerie in der Badstube, das Stadtmuseum in der Eselmühle, die Stadtbücherei im Kornhaus sowie das Städteorchester. 

In der Amtszeit von Bürgermeister Mauch, der selber immer ein begeisterter Sportler war und auch heute gern Ski fährt, gab es viele sportliche Ereignisse, die in die Annalen der Stadt eingehen. Das Ereignis mit der größten Außenwirkung war sicher 2006 bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Aufenthalt der Mannschaft von Togo in Wangen.  

Gerne bei Brauchtumsveranstaltungen

Gerne nahm er an Brauchtumsveranstaltungen teil wie dem Kinderfest oder Fasnet, wo er am Bromigen Freitag den Wangemer Wein ausschenkte. Er verantwortete die Arbeit des Bauhofs und den Katastrophenschutz. Die Feuerwehr erhielt einen Neubau, diverse Hochwassereinsätze fielen in seine Amtszeit. Das Bürgeramt zog in neue Räume im ehemaligen Gästeamt im Rathaus. 

Auch im Sozialbereich gab es zahlreiche Ereignisse: Bürgerforum und Stadtseniorenrat setzten sich für die älteren Mitbürger ein, der Tag der Menschen mit Behinderung ist zu einer festen Größe im städtischen Veranstaltungsjahr geworden. die Nachbarschaftshilfe wurde gegründet. Das Hospital erhielt einen Neubau an der Argen. Wangen half dem Landkreis Ravensburg bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Auch die Neugestaltung des Gästeamts wurde von Mauch verantwortet. Wangen wurde Fairtrade Stadt. Die Liste der Ereignisse, die Wangen und damit auch die Stadtspitze umtrieben, ließe sich noch lange fortsetzen.

Grüße des Gemeinderats

Für den Gemeinderat überbrachte der CDU-Fraktionssprecher Hans-Jörg Leonhardt die Glückwünsche und dankte für viele Jahre "des konstruktiven Miteinanders." Er habe immer Ausgeglichenheit, Ruhe und Loyalität ausgestrahlt. "Bei Ihnen durfte man auch mal Dampf ablassen," sagte Leonhardt.  Auch die Kollegen aus der Dienstleiterbesprechung am Montagmorgen dankte für gutes Zusammenwirken.

So war es am Ende an Mauch allen zu danken, die ihm "die Zeit an diesem Abend geschenkt" hatten. Umrahmt hatte die Feier das Saxophon-Quartett unter Alexej Khrushochov mit Leo Mörsch, Elina Martis, Max Roth und Valentin Sauter. Zum Abschluss gab es einen Überraschungsauftritt eines Ensembles der Stadtkapelle, wobei auch Tobias Zinser die Gelegenheit zu einem großen Dank an den scheidenden Bürgermeister nutzte.

Ehrenamt nicht atusgeschlossen

Bürgermeister Mauch wird mit seiner Frau Gertrud in Wangen wohnen bleiben. Im kommenden Frühjahr übernimmt er für die Narrenzunft Kuhschelle weiß-rot die Schirmherrschaft beim großen Landschaftstreffen. Dass man bei der Stadt auch Hoffnungen auf seinen ehrenamtlichen Einsatz bei der Landesgartenschau 2024 hegt, deutete OB Lang schmunzelnd an. Eine der letzten Folien seiner Präsentation zeigte ein Kassenhäuschen, in das das Gesicht von Mauch montiert war. Mauch kommentierte später trocken: Das könnte er sich vorstellen, weil Eintrittskarten habe er noch nie abgerissen. Die Landesgartenschau stand im Übrigen ebenso auf der Tagesordnung der ersten Gemeinderatssitzung, in der er saß, wie die Verkehrsplanung.  Die Sitzung fand am 30. September 2002 statt. "Ich habe also mit Überstunden angefangen", sagte Mauch.

Info: Die Schwäbische Zeitung veröffentlichte im Vorfeld ein Interview mit Bürgermeister Ulrich Mauch, das Sie hier lesen können