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Dienstag, 17. Juli 2018

Das Weinfest findet künftig immer statt

Egal wie das Wetter wird, das Weinfest an der Stadtmauer am letzten Schultag findet künftig auf jeden Fall statt - in diesem Jahr also am Mittwoch, 25. Juli 2018. Beginn ist um 18 Uhr.

Nachdem das Weinfest wegen Regens oder drohender Gewitter mehrmals abgesagt werden musste, entwickelte der Förderverein der Jugendmusikschule zusammen mit der Stadt Wangen einen Plan B. Dieser Plan heißt: „Wenn das Fest nicht an der Stadtmauer bei der Eselmühle gefeiert werden kann, dann treffen sich Freunde der Jugendmusikschule, Lehrer, Eltern und Schüler in der Alten Sporthalle, die wir für diesen Zweck dann auch schön dekorieren“, sagt die Vorsitzende des Fördervereins der Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu, Doris Ziegler. Sie freut sich riesig, dass auch das Jugendblasorchester und die Stadtkapelle diesen Weg mitgehen und auf jeden Fall zu den Instrumenten greifen wollen. Dieses Konzept wurde vergangenes Jahr getestet und soll jetzt zur Tradition werden.  

Verdienter Hock zum Jahresabschluss

Für die Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu (JMS) ist das Weinfest seit über 40 Jahren der verdiente Hock zum Jahresabschluss. Entstanden ist es 1976 aus einer Spende mehrerer Kisten Weins von Eugen Bolz aus Wangen. Bei der Frage, wie man diese „verbrauchen“ könnte, wurde die Idee für das Fest an der Stadtmauer geboren. Damit der Wein nicht auf nüchternen Magen trifft, schmieren seither jedes Jahr Freiwillige eine große Menge Brote und belegen sie wahlweise mit Käse oder Rauchfleisch. 

Förderverein ermöglicht Leihinstrumente

„Für den Förderverein der Jugendmusikschule ist das Weinfest – neben den Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen - die wichtigste Einnahmequelle“, sagt Doris Ziegler. Der Förderverein gibt die erwirtschafteten Einnahmen für die Anschaffung von Instrumenten an die JMS. Diese Instrumente können dann wieder von den Kindern geliehen werden, wenn sie eine musikalische Ausbildung beginnen. Die Instrumentenmiete fließt an die JMS. Außerdem ermöglicht der Förderverein jedes Jahr Musikbegegnungen von Orchestern, Chören und Ensembles. Als Doris Ziegler 2004 das Amt der Vorsitzenden im Förderverein übernahm, errechnete sie die Bilanz der Vorjahre. „Bis dahin waren 154 000 Euro in die Beschaffung der Instrumente geflossen, 41 000 Euro gab der Förderverein aus, damit sich junge Menschen über die Musik begegnen konnten.“  Auch bei der Anschaffung des Flügels im Saal des Weberzunfthauses leistete der Förderverein einen großen Beitrag. Schon allein deshalb ist es ihr und dem übrigen Vorstand mit Mareike Steidele, Jutta Wiedemann, Markus Sigg, Tobias Peter und Carola Burkart ein großes Anliegen, dass das Fest jedes Jahr stattfinden kann. 

Stimme der Eltern in den Gremien

Die Rolle des Fördervereins geht allerdings weit über die Beschaffung von Geldern für die genannten Zwecke hinaus. So ist er Mitglied im Zweckverband. Das bedeutet, der oder die Vorsitzende ist auch bei den Sitzungen des Verwaltungsrats und der Zweckverbandsversammlung mit am Tisch. Der Förderverein tritt dort als Sprachrohr der Elternvertretung auf. Diese Funktion ist ein Relikt aus den Gründungszeiten der heutigen Jugendmusikschule. Denn angefangen hatte die JMS zunächst als Verein, wie Doris Ziegler erläutert. Als der Zweckverband aus der Taufe gehoben wurde, war dieser Verein ‚übrig‘ und wurde dann 1972 in den Förderverein übergeführt. „Ich habe es immer als Vorteil erachtet, dass die ‚Laien‘ bei allen Entscheidungen einbezogen waren“, sagt Doris Ziegler.

Im kommenden Jahr wird der Vorsitz frei

Sie selber wird sich von dieser Tätigkeit im kommenden Jahr zurückziehen, wenngleich sie weiter im Vorstand mitarbeiten und den oder die „Neue“ einarbeiten möchte. „Wir sind derzeit auf der Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin für den Vorsitz“, sagt Doris Ziegler. Ihren Mitvorständen sei schon lange klar, dass sie ihren Posten abgeben wolle, aber ein Nachzurücken könne sich leider niemand von ihnen vorstellen.  Denn alle sind vielfach im Alltag eingespannt. 

Für Doris Ziegler ist die Arbeit für und mit der Jugendmusikschule Teil des Lebens. Sie war zuerst ab 1996 Elternsprecherin, wurde im selben Jahr bis 2011 Landeselternbeiratsvorsitzende der Musikschulen in Baden-Württemberg, und übernahm 2004 den Förderverein. „Jedes Ehrenamt ist viel Arbeit“, sagt sie. „Aber man bekommt auch etwas zurück.“ Sie selber habe „wahnsinnig viel gelernt“, habe Zusammenhänge verstanden, die ihr sonst fremd geblieben wären, und habe viele „tolle menschliche Begegnungen“ erlebt. Missen möchte sie deshalb keine der vielen investierten Stunden. Der Förderverein hat heute gut 300 Mitglieder, der Jahresbeitrag liegt bei 10 Euro.