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Einfach Ankommen
und Wohlfühlen
Sonntag, 15. Juli 2018

Die Festspiele gehen in die achte Saison

Die Festspiel-Saison beginnt in Wangen. Am Abend präsentieren die Festspiele Wangen (FSW) „Volpone. Der Fuchs“ nach dem Shakespeare-Zeitgenossen Ben Jonson. Start ist am Donnerstag, 27. Juli 2018.

Für Familien gibt es ab Mittwoch, 1. August 2018, „Aladdin und die Wunderlampe“ aus Tausendundeiner Nacht. Darüber hinaus zeigen die FSW an fünf Terminen „Heute Abend: Lola Blau“ von Georg Kreisler und zweimal „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind. 

Die FSW packen in ihrer achten Saison mit diesen Stücken ein immer wieder und vielleicht gerade heute sehr aktuelles Thema an: Es geht um das Verhältnis von Gewissen, Geld und Gier. Dass bei aller Ernsthaftigkeit dieses Inhalts, die Festspiele eine fröhliche Angelegenheit werden, davon darf man ausgehen. Denn im Hauptprogramm zeigen die FSW Komödien.

Geld und Gold spiele seit dem Beginn der Geschichtenüberlieferung eine große Rolle, wie sich am Beispiel des „Tanz um das goldene Kalb“ sehen lasse, sagte Raffalt. Dabei sei Geld eine großartige zivilisatorische Errungenschaft. „Geld ist einerseits die Wurzel unseres Schuldenwesens. Andererseits ist es ein Unwesen, das Beziehungen der Menschen messbar macht“, sagte er. Tatsache sei auch, dass die Menschen immer mehr davon haben wollten. Die Finanzkrise habe letztlich die Fragilität des Systems gezeigt. Und die Frage stelle sich: Macht Geld unmoralisch? Dass Geld die Menschen nicht per se korrumpiere, davon ist der Künstlerische Leiter der FSW überzeugt – aber eben auch davon, dass Geld die Welt regiert.

Das hat auch der wohlhabende Volpone längst durchschaut. Er weiß um die Magie des Geldes und versteht es, seine Strahlkraft mit spitzbübischer List und pfiffigem Verstand zu nutzen, um damit sein Vermögen zu vermehren. Ein bisschen anders verhält es sich bei der Geschichte „Aladdin und die Wunderlampe“. Sie zeigt wie verschieden Menschen auf Geld und Reichtum reagieren können. Der geldgierige Magier zerbricht daran, dass er immer mehr Reichtümer anhäufen will, während der gereifte Aladdin erkennt, dass er das wahre Glück nur durch eigene Initiative erreicht.

Am Rande spielen in Georg Kreislers „Heute Abend: Lola Blau“ auch das Geld und die Frage eine Rolle, wie weit sich manche Menschen verbiegen müssen, um überleben zu können. Und nicht zuletzt steckt auch „In der Kontrabass“ das Thema Geld. Denn der einsame Kontrabassist, angestellt in einem hochkarätigen Orchester, leidet einerseits unter seinem Leben als Beamter, andererseits fehlt ihm der Mut, aus der Sicherheit herauszutreten.