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Montag, 21. Oktober 2019

Ehrenamtstag erweist sich als Publikumsmagnet

Ein Riesenerfolg war der erste Wangener Ehrenamtstag. Nicht nur, dass sich über 30 Organisationen und Gruppen von A wie Arkade über Awamu und Amalia bis V wie Vinzenz von Paul GmbH in der Stadthalle und davor präsentierten – das Interesse der Wangener und Wangenerinnen war immens.

Bei der Eröffnung konnte Oberbürgermeister Michael Lang über einen sehr gut gefüllt Saal blicken. Er bezeichnete den ersten Wangener Ehrenamtstag, der die sozial Engagierten in den Blick nahm, als „Demonstration und Gegenmodell gegen alles, was wir an Krieg und Hass erleben.“ Er dankte jenen, die bereits engagiert sind: „Sie stehen für das soziale Herz der Stadt“. 

Kontaktbörse für die sozial Engagierten

Und er dankte denjenigen, die gekommen waren, um sich zu informieren und zu entscheiden, bei welcher Organisation er oder sie sich eine Mitarbeit vorstellen kann. Diese Messe sei auch eine wunderbare Gelegenheit, um Kontakte untereinander zu knüpfen.

Das Ehrenamt boomt

In einem kurzen und sehr anschaulichen Vortrag sprach Gabriele Denner über das Ehrenamt 4.0. Die diplomierte Theologin und Pädagogin räumte mit einer Reihe von Vermutungen und Vorurteilen auf, indem sie Zahlen lieferte. „Das Ehrenamt boomt. In Baden Württemberg ist jeder Zweite ehrenamtlich engagiert“, sagte sie. Dabei ist die aktivste Altersgruppe jene zwischen 20 und 49 Jahren, gefolgt von den 14 bis 29-Jährigen, den 50 bis 64-Jährigen und schließlich den Senioren ab 65 Jahren. Die Zahlen stammen aus einer regelmäßig vom Bund erhobenen Statistik aus dem Jahr 2014. „Das war, bevor die Flüchtlinge nach Deutschland kamen. Die Quote stieg dadurch sicher noch einmal beträchtlich an.“ Und: Es sind mehr Männer als Frauen, die im Ehrenamt unterwegs sind.

Wandel mit den Generationen


Das Ehrenamt stehe in einem Wandel, denn jede Generation habe ihre Form des Ehrenamts. Da gebe es jene, die sich einer Organisation verpflichtet fühlten und denen eine gewisse hierarchische Ordnung wichtig sei. Diese Art des Ehrenamts habe seine Wurzeln im 18. Jahrhundert als der preußische Staat von jedem männlichen Bürger verlangte, sich zu engagieren.  In den 1970er und 80er Jahren habe sich das Ehrenamt stark gewandelt. Im Mittelpunkt standen Themen wie Eine-Welt-Gruppen oder Sportvereine. Dieses Ehrenamt 2.0 finde heute ganz schwer Nachwuchs.

Ehrenamt wird spannungsreicher


Nach der Wende habe die Politik das Ehrenamt neu entdeckt. Über die Runden Tische sei eine Demokratisierung ins Ehrenamt eingezogen. Jetzt im entstehenden Ehrenamt 4.0 sei wichtig, dass man aus dem Engagement einen Sinn für sich selber schöpfen könne. „Die Form des Ehrenamts wird bunter und vielfältige“, resümierte Denner. Und das Engagement werde auch spannungsreicher wie sich bei dem Thema Flüchtlinge sehen lasse, wo sich Engagement pro und contra zeige.Am Ende gab Denner allen, die in Verantwortung stehen, Impulse für ihre Arbeit mit dem Ehrenamt und den Ehrenamtlichen auf den Weg.

Blaulichtgruppen präsentieren sich vor der Halle

Im Anschluss drehte OB Lang eine Runde über die Messe, die nicht nur im Saal stattfand, sondern auch vor der Halle, wo sich die Freiwillige Feuerwehr ebenso präsentierte wie das DRK mit seiner Rettungshundestaffel und das THW mit einem Bobbycar-Parcours.

Rauschender Applaus für die Tänzer der St. Jakobushilfe

Den Abschluss den Begleitprogramms bildete die Tanzgruppe der St. Jakobushilfe, die mit großer Begeisterung nicht nur einen Sitztanz, sondern auch einen Breakdance zeigte und dafür donnernden Applaus erntete.

Neuauflage scheint möglich

Aus Platzgründen hatte das Organisationsteam die Messe auf 32 Einrichtungen und den sozialen Bereich begrenzt. Wegen der großen Nachfrage auch von anderer Seite sagte Kultur- und Sportamtsleiter Hermann Spang, der die Eröffnung moderierte, man werde sicher einen Weg finden, „wie wir auch die anderen vorstellen können.“

Sehr positive Resonanz

Am Ende des Tages gab es viele strahlende Gesichter und großes Lob für die Veranstaltung. Es habe viele gute Gespräche gegeben berichteten rund um alle Organisationen. Gut möglich, dass diese Kontakte in nächster Zukunft vertieft werden. Große Mühe hatten sich die Institutionen auch mit ihren Vorträgen gegeben, die es jedoch schwer hatten, gegen die Geräuschkulisse des Messegeschehens im hinteren Teil der Halle anzukommen. Das Konzept, das bei anderen Messen bereits erprobt worden war und dort auch bestens funktionierte, passte hier offenkundig nicht ganz. „Wir lernen noch und werden aus den Erfahrungen Konsequenzen ziehen“, hieß es vonseiten des Organisationsteams.

Kabarett als Lohn für die Mühe

Als besondere Belohnung für alle, die den Tag möglich gemacht hatten, waren sie zu Kabarett mit Christoph Brüske eingeladen. Ein Abend, der bestens ankam.