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Dienstag, 20. November 2018

Energieagentur und Stadt erarbeiten Quartierskonzept

Die Stadt Wangen möchte in Sachen Klimaschutz weiterarbeiten und dabei die Bürgerinnen und Bürger einbeziehen. Ein erster Schritt ist dabei die Erstellung eines Quartierskonzepts für das Waltersbühl. Es wird gemeinsam mit der Energieagentur Ravensburg erarbeitet.

Die Stadt Wangen leistet seit Jahren einen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende in der Region. Für diese Anstrengungen erhielt Wangen zweimal den European Energy Award (EEA) und zuletzt den EEA in Gold. Wesentliche Grundlage für die Teilnahme am EEA war das Klimaschutzkonzept, das sich die Stadt 2014/15 gegeben hat. Nach diesem Konzept soll der Ausstoß vom klimafeindlichen Emissionen deutlich reduziert werden. 

Diesem Zweck dienen sogenannte Quartierskonzepte. Um eine Arbeitsgrundlage zu haben, hat das die Energieagentur den Wärmeverbrauch in den Wohngebieten vorläufig ermittelt. Grundlage dafür waren Daten der Schornsteinfeger und der Landesanstalt für Umwelt, die insbesondere Informationen zur Gebäudetypologie lieferte. Darunter steht man Informationen wie: Handelt es sich um ein Einfamilien-, ein Mehrfamilien- oder ein Hochhaus? Wie alt ist das Gebäude? Unter anderem aus solchen Informationen lässt sich ableiten, ob ein Gebäude in nächster Zeit in die Sanierung kommen könnte. Auf dieser Grundlage wurden durch die Energieagentur Ravensburg mit finanzieller Unterstützung der Kreissparkasse Ravensburg Wärmebedarfskarten erstellt, auf denen für die Wohnhäuser im gesamten Stadtgebiet gezeigt wird, wieviel Wärme dort benötigt wird. 

Die Teilnahme ist freiwillig

„Das Quartier Im Waltersbühl ist in den 1970er und 80er Jahren entstanden, und dort stehen eine ganze Reihe von Gebäuden zur Sanierung an“, sagt der Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg, Walter Göppel. Nach dem Beschluss des Gemeinderats kürzlich, wird nun das Quartier Waltersbühl gesondert untersucht.  Dabei werden die Eigentümer eingebunden. Mitarbeiter der Energieagentur werden im Waltersbühl unterwegs sein, Gebäude aufnehmen und Haushalte befragen. Die Teilnahme ist freiwillig. Diese Daten fließen dann in einen Infrastrukturplan ein, in dem alle geplanten Maßnahmen gesammelt werden, angefangen von der Sanierung von Leitungen bis hin zur Mobilität.  Auch das Solarpotenzial der Siedlung soll ermittelt werden. Denn um ein umfassendes Quartierskonzept zu erarbeiten, lohnt sich auch die Einbeziehung von Warmwassergewinnung und die Nutzung von Eigenstrom. Die Energieberatung steht den Eigentümern auch kostenlos mit Rat zur Seite, wenn sie über Sanierungen nachdenken. Um ein komplettes Bild von der Situation im Waltersbühl zu bekommen, wird die Energieagentur gesondert auch auf die dort ansässigen Unternehmen zugehen. 

Aus dem Quartierskonzept könnte sich beispielsweise unter anderem ergeben, dass es wirtschaftlich und aus Gründen des Klimaschutzes günstig wäre, eine zentrale Heizanlage zur Wärmegewinnung zu bauen, die dann das Quartier speisen könnte. 

Info: Das Quartier Waltersbühl umfasst 238 Gebäude, darunter ein Verwaltungsgebäude, 18 gewerblich genutzte Gebäude, ein Geschäftshaus, drei Bürogebäude, 8 Betriebsgebäude, drei Lagerräume, ein Werkstattgebäude, eine Gaststätte sowie eine Tankstelle. Außerdem gibt es in dem vorgesehenen Gebiet ein Sportgebäude und Gebäude mit Mischfunktion. Insgesamt gehören 201 Wohnhäuser zu dem Areal. 

Es umfasst das Gebiet vom Waldrand bis zur Ravensburger Straße, Am Waltersbühl, Pfannerstraße bis zu den Tennisplätzen, Max-Fischer-Straße, Kühler Brunnen.

Bürgerinformation: Bevor die Arbeit der Energieagentur beginnt, wird es voraussichtlich im Gemeindezentrum St. Ulrich im Winter eine Informationsveranstaltung für die Eigentümer geben.