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Montag, 30. Juli 2018

Eröffnungsfeier für erweitertes Biomasseheizwerk

Die Erweiterung des Biomasseheizwerks der Nahwärmeversorgung Wangen wird am Donnerstag, 2. August 2018, ab 17 Uhr mit einer offiziellen Eröffnung gefeiert. Das Gebäude wird vorgestellt und kann bei dieser Gelegenheit besichtigt werden.

Das 2010/11 errichtete Biomasseheizwerk der Nahwärmeversorgung Wangen ist baulich erweitert worden, um einen zweiten Biomassekessel mit dazugehöriger Technik unterbringen zu können. Diese Erweiterung war bereits beim Bau vor acht Jahren vorgesehen worden.

Durch den zweiten Biomassekessel hat sich die Leistung der Anlage von 2350 Kilowatt (kW) auf 3350 kW erhöht. Zudem wird sich der Anteil des erneuerbaren Energieträgers Biomasse (Hackschnitzel) von derzeit rund 85 Prozent auf über 95 Prozent erhöhen. Der Rest wird weiterhin über einen Heizöl-Spitzenlastkessel abgedeckt.

Mit der dort erzeugten Wärme wird unter anderem eine ganze Reihe kommunaler Gebäude in der Umgebung geheizt. Künftig wird die Wärme auch die Gebäude im ERBA-Areal beheizen. Außerdem soll die Nutzung der Wärme nach dem endgültigen Ausbau des Netzes auch in der Altstadt möglich sein. 


Der Betriebszweig Nahwärmeversorgung der Stadt Werke Wangen im Allgäu lieferte im Jahr 2015 4060 Megawattstunden (MWh) Wärme an die Kunden. Damit können rund 25000 Quadratmeter Wohnfläche beim durchschnittlichen Energieverbrauch von Bestandsgebäuden bzw. rund 90000 Quadratmeter Wohnfläche beheizt werden. Grundlage dafür ist der aktuell vorgeschriebene Gebäudeenergiestandard nach Energieeinsparverordnung für Neubauten.

Nahwärmenetz wird weiter ausgebaut

„Bis in drei Jahren wollen wir verbunden mit dem weiteren Ausbau des Nahwärmenetzes und dem Anschluss weiterer Gebäude einen durchschnittlichen jährlichen Wärmeabsatz von ca. 9500 MWh erzielen“, sagt der bei den Stadtwerken zuständige Urs Geuppert. „Den derzeitigen Energiestandard für Neubauten vorausgesetzt, kann damit die durchschnittliche Wohnfläche von etwa 4.500 Personen beheizt werden. Bis zu einer Vollversorgung der gesamten Stadt Wangen ist es also noch ein weiter Weg.“ Bilanziell könnte laut Geuppert aber mit dem für das Jahr 2021 angestrebten Wärmeabsatz bereits der Wärmebedarf aller kommunalen Liegenschaften gedeckt sein.

Die Erweiterung des Biomasseheizwerks hat neben der höheren Wärmeausbeute noch weitere Vorteile. Eingebaute Schalldämpfer mindern Geräuschemissionen durch den Ölkessel, der neue Biomassekessel sorgt für eine Verringerung der Geruchsemissionen und das größere Volumen des Pufferspeichers ermöglicht eine größere Bevorratung des Heizmaterials. 

Die Stadtwerke Wangen im Allgäu investierten rund 1,340 Millionen Euro in die Erweiterung der Anlage. Zuschüsse gab es über ein KfW-Darlehen in Höhe von knapp 5 Prozent.

Vorteile der Nahwärme

Die Versorgung mit Nahwärme aus erneuerbaren Energien über ein Nahwärmenetz und ein zentrales Heizwerk hat viele Vorteile:

  • Es bietet Versorgungssicherheit und Preisstabilität durch den heimischen nachwachsenden Rohstoff Holz. Die gelieferten Hackschnitzel stammen aus der Region Allgäu/Oberschwaben und kommen aus einem Umkreis von ca. 70 bis 80 Kilometer.
  • Es bringt Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und deren Preisschwankungen.
  • Es unterstützt regionale Wirtschaftskreisläufe.
  • Die Kunden profitieren auch durch den freiwerdenden Platz im Heizungskeller durch kompakte Übergabestationen.
  • Es trägt zum Umweltschutz bei durch zentrale Abgasreinigung mit sehr hoher Effizienz durch Elektrofilter im Heizwerk.
  • Es vermeidet den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid und trägt damit zum aktiven Handeln gegen einen weiteren Klimawandel bei.
  • Es erfüllt die gesetzliche Verpflichtung zur Einhaltung des EWärmeG beim Kesseltausch durch den Kunden.