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Montag, 24. Juni 2019

„Fairtrader“ aus der Region informieren sich

Faire Zeichen setzen eine Reihe von Städten in der Region. Kürzlich trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Fairtrade Städte Allgäu/Oberchwaben zum Austausch in Wangen im Allgäu.

Vertreterinnen und Vertreter der Fairtrade-Städte Ravensburg, Friedrichshafen, Tettnang, Meckenbeuren, Bad Waldsee sowie die beiden Regionalpromoter für fairen Handel in der Region Allgäu/Oberschwaben, Félix Edgar Callejas und Martin Lang, waren jetzt zu Besuch in Wangen im Allgäu.

Sie setzten die im vergangenen Jahr erstmals in Bad Waldsee einberufenen Regionaltreffen fort. Im Mittelpunkt stand neben dem Austausch vor allem auch die Information über El Sol und das Berufliche Schulzentrum (BSW), das im vergangenen Jahr Fairtrade Schule wurde.

Nach einer kurzen Einführung im Rathaus teilte sich die Gruppe und ließ sich in der Schule erläutern, wie das BSW Fairtrade Schule wurde und wie der Unterricht für die Juniorenfirma El Sol funktioniert.

Zunächst erläuterte Sarah Schlumpberger, Lehrerin an der BSW, den Prozess der Bewerbung um den Titel der Fairtrade Schule. „Wir konnten auf sehr viele Dinge zurückgreifen, die es an unserer Schule schon gab und die nun nur noch zusammengeführt werden mussten“, sagte sie. Kern der Fairtrade Schule ist der Eine-Welt-Laden El Sol, der von Schülerinnen und Schülern in einer Juniorfirma geführt wird. Ein zweiter wichtiger Punkt ist der Solitag, der seit 2004 kurz vor Schuljahresende begangen wird und dessen Schirmherr Oberbürgermeister Michael Lang ist. Es gibt jedes Jahr eine El-Sol-Klasse, die ein Projekt erarbeitet, wie zum Beispiel die Präsenz bei der Lokalen Leistungsschau „Wangener Welten“ oder zum Thema Lebensmittelverschwendung. Gefordert wird im Kriterienkatalog für die Bewerbung zur Fairtrade School ein Schulteam, ein Kompass, der die Beziehung der Schule mit der Fairtrade Stadt – in diesem Fall – Wangen zeigt, faire Produkte, Unterricht über das Thema, der am BSW in vier Bereichen gehalten wird, sowie Schulaktionen. 

Gern würde sich die Schule von ihrem bisherigen Lieferanten für die Kaffeeautomaten trennen, um auf fair gehandelten Kaffee umzustellen. Doch hier sei ein langer Atem gefragt, denn die Verträge seien langfristig abgeschlossen, sagte Schlumpberger. 

Die Schülerinnen und Schüler der El-Sol-Klasse erläuterten wie die Juniorfirma arbeitet und was ihre jeweiligen Aufgaben sind. Während sich eine Gruppe um den Einkauf kümmert, gibt es Verantwortliche für den Dienstplan, den Verkauf und vieles andere. Auf großes Erstaunen bei den Gästen stieß die Tatsache, dass der Laden auch während der Ferien offen ist. Im Ladengeschäft El Sol beim Frauentor konnte sich die Gruppe schließlich ein Bild von der praktischen Arbeit machen. 

Eine kurze Führung im Rathaus auf dem Rückweg zum Großen Sitzungssaal schloss sich durch Josef Fussenegger an, der nicht nur sachkundiger Stadtführer, sondern auch Mitglied in der Fairtrade Steuerungsgruppe in Wangen ist. Bei Kaffee und Kuchen aus fairen und regionalen Zutaten reflektierten die „Fairtrader“ das Erlebte und Gehörte. Dass El Sol entspannt funktioniert, habe unter anderem den Grund, dass die Stadt den Raum mietfrei zur Verfügung stelle, sagte Bernhard Baumann. Martin Lang zeigte sich „schwer beeindruckt“, von dem was in Wangen bereits gemacht wird. „Viele Schulen schauen neidisch nach Wangen“, sagte er. 

Beim anschließenden Bericht der Städte über die Dinge, die bei ihnen erfolgreich laufen, zeigte sich eine große Bandbreite von der Messebeteiligung, über eine Kaffee-Challenge bis hin zum Buchladen-Hopping oder eine Handy-Sammelbox. Sicher ist, dass die Regionaltreffen fortgesetzt werden sollen. Im nächsten Jahr treffen sich die Interessierten in Ravensburg.