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Sonntag, 28. Februar 2021

Großer Dank an Norbert Rasch

Abschied nach zehn Jahren: Behindertenbeauftragter Norbert Rasch (Mitte) wird von OB Michael Lang (links) und Nicolai Müller, Leiter des Ordnungs- und Sozialamts, verabschiedet. Bildautor: Stadt Wangen / sum

Oberbürgermeister Michael Lang hat jetzt gemeinsam mit Ordnungs- und Sozialamtsleiter Nicolai Müller den bisherigen Behindertenbeauftragten Norbert Rasch verabschiedet. Rasch versah seinen Dienst zehn Jahre im Ehrenamt. Normalerweise wäre beim selben Termin der Nachfolger, Manuel Martini, ins Amt eingeführt worden. Wegen der Pandemie gab es dafür eine zweite Zusammenkunft.

„Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie diese Aufgabe über zehn Jahre mit tollem Geschick und viel Diplomatie übernommen haben“, sagte OB Lang bei der Verabschiedung Raschs. „Sie haben immer versucht zu helfen, konnten es aber auch akzeptieren, dass man nicht jeden Wunsch erfüllen konnte.“  Der so Gelobte dankte der Stadt für den guten Kontakt – bis hin zum Oberbürgermeister. „Es ist von der Stadt in den zehn Jahren wohl siebenstellig investiert worden in dem Bereich, der Menschen mit Behinderungen betrifft“, sagte Rasch.  Eins der wichtigsten Projekte war der Bau des Fußwegs hin auf den Atzenberg vom Waldhofplatz aus. Die Stadthalle, Bücherei und Freibad wurden barrierefrei zugänglich. Und auch die für Behinderte wichtigen Ämter sind inzwischen auf diese Weise erreichbar. Übergänge wurden geschaffen wie ebenfalls am Waldhofplatz. Rasch hob hervor: „Ich bin immer hinzugezogen worden, bevor gebaut wurde.“ So konnte er die je nach Art der Behinderung unterschiedlichen Belange einbringen.

Für die Stadt seien die Kontakte sehr wertvoll, die in dieser Zeit entstanden sind, sagte OB Lang. Dazu trug insbesondere der sich immer mehr entwickelnde Tag der Menschen mit Behinderung bei. Üblicherweise wird er einmal im Jahr im Mai auf dem Marktplatz mit vielen Ständen und Informationen, aber auch Musik, Unterhaltung und leckeren Speisen abgehalten. In diesem Jahr sei es erneut  nicht möglich, diesen Tag zu planen, bedauerte Nicolai Müller.

Ein wichtiger Baustein in der Arbeit sei auch die Anhörung der Menschen mit Behinderung, der ebenfalls einmal jährlich im evangelischen Gemeindehaus stattfindet. „Die Themen, die da kommen, sind sehr oft auch für die Allgemeinheit wichtig“, sagte OB Lang. „Wenn Ampeln nicht oder nicht gut funktionieren oder ein Fußweg fehlt, dann trifft das viele andere auch.“ Es musste nicht immer das ganz große Rad bewegt werden, um zu helfen. Rasch erzählte von so manchen Besuchen bei Menschen, wo es um persönliche Probleme ging. Und sehr oft konnte auf kurzem Weg geholfen werden.

Rasch berichtete von vielen Besuchen von Gruppen behinderter Menschen in der Altstadt, die sehr erfreut über die Offenheit der Wangener seien und erinnerte in diesem Zusammenhang an die Spiele der Blindenfußballbundesliga bei den Wangener Welten 2018. Mit Blick auf das Pflaster in der Altstadt räumte OB Lang ein, dass die Stadt da „nicht allen Ansprüchen gerecht werde.“ 

Dass Norbert Rasch, ehemaliger Pflegedienstleiter, Fußballschiedsrichter, Vorstandsmitglied im Bürgerforum, sich ganz aus der Arbeit im Ehrenamt zurückzieht, ist kaum denkbar. So unterstützt er zwei Menschen als Betreuer. „A bissle was macht der Rasch noch“, sagte er augenzwinkernd.

Mit Blick auf seinen Nachfolger Manuel Martini, der vor Kurzem vom Gemeinderat gewählt wurde, sagte er: „Er ist berufstätig und wird zeitlich nicht so flexibel sein können, wie ich es als Rentner war und bin. Bitte unterstützen Sie ihn!“  Eine Bitte, auf die OB Lang gerne zusagte.