background
Einfach Ankommen
und Wohlfühlen
Montag, 14. Mai 2018

In den Grünmüll gehört kein Plastik

In den Gartenabfällen findet die Entsorgerfirma auf dem Bauhof auch in diesem Jahr wieder Plastik, Keramik und andere Fremdstoffe, die definitiv nicht in den Grünmüll gehören.

Kaum zu glauben: Die Medien sind in den vergangenen Monaten voller Berichte über Plastik, das auf Äckern und in Gewässern landet und damit die Umwelt und den Menschen gefährdet. Und trotzdem scheinen es manche Bürgerinnen und Bürger bei der Sortierung ihres Grünmülls nicht allzu genau zu nehmen. Das jedenfalls ist der Befund aus den vergangenen sechs Wochen. Insbesondere Plastikprodukte finden sich zwischen Zweigen und anderem Gartenabfall.

„Es ist wie im vergangenen Jahr auch“, sagt Detlef Huber, der im Steueramt für das Abfallthema zuständig ist. Damals wie heute belegt die Entsorgerfirma die Müllsünden und die Herkunft des Materials. „Das sind keine Kleinigkeiten“, sagt Huber. Im Material werden beispielsweise Plastikflaschen, Tüten, Blumentöpfe gefunden, auch Wurstpellen und Sektkorken sind dabei. Der Grünmüllabnehmer jedoch kann nur saubere Ware weiterverarbeiten. Was das heißen kann, zeigt ein Fall von vor zwei Jahren.

Damals waren Plastikteile im Grünmüll nicht bemerkt worden. Die Folge: Sie landeten geschreddert bei einem Landwirt auf dem Feld. Der Nachbar dieses Bauern drohte dann mit einer Anzeige wegen illegaler Müllentsorgung. So schickte der Entsorger drei Mann los, um das Plastik in stundenlanger mühsamer Arbeit von Hand einsammeln zu lassen.

Solche sinnlosen Arbeitseinsätze sollen nun vermieden werden. Über rund 12 Jahre waren sie nicht erforderlich, seit die Stadt Wangen den Grünmüll von der Firma Hans Schmid in Tettnang entsorgen lässt. Doch seit dem vergangenen Jahr häufen sich diese Fälle, wie Detlef Huber betont. Jeden Montag gegen 7.30 Uhr rückt der Entsorger mit einem stattlichen Maschinen- und Fuhrpark im Wertstoffhof beim Bauhof an, um das Grüngut abzufahren.

Damit der organische Abfall eng zusammengeht und leicht transportiert werden kann, wird er vor Ort geschreddert und dann nach Obermooweiler auf die Waage gefahren. Anschließend lagert der Grünmüll drei bis vier Monate, wobei die Firma Schmid ihn mehrfach umsetzt, damit die Kompostierung schneller vor sich geht. Schließlich liefert sie den so gewonnenen Kompost an Landwirte aus. Diese vertrauen darauf, dass sie saubere Ware erhalten, wie es vonseiten der Firma Schmid heißt. 

Die Stadt liefert jährlich 2900 bis 3000 Tonnen Grünmüll an, der für die Bürger ohne zusätzliche Kosten entsorgt wird. 170.000 Euro kostet dies die Stadt derzeit pro Jahr.

Die Stadt Wangen bittet nun die Bürgerinnen und Bürger, die ihren Gartenabfall beim Bauhof entsorgen, sorgfältig darauf zu achten, dass keine Fremdstoffe darunter sind. Denn nur so kann die Grünmüllablieferung funktionieren.

Die Firma Schmid erläutert, welche Stoffe in den Grünmüll gehören:

•    Äste, Tannenreisig, Sträucher mit überwiegendem Holzanteil und einer maximalen Stammdichte von 15 Zentimetern.
•    Nur kleine Wurzelstöcke von Heckenpflanzen oder Stauden bis 40 Zentimeter Umfang ohne viel Erdanhaftung
•    Laub und Rasenschnitt