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Einfach Ankommen
und Wohlfühlen
Samstag, 5. Oktober 2019

Interessantes Programm mit hohem Erlebnischarakter

Großes Lob haben die beteiligten Firmen der „Perspektive Erlebnis Wirtschaft“ gezollt. Ein tolles Ereignis sei es gewesen hieß es auch noch spät am Abend.

Laut Oberbürgermeister Michael Lang besuchten jede Firma durchschnittlich rund 500 Gäste an diesem Abend, der von der Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft des Landkreises WiR mit Unterstützung des Wangener Wirtschaftskreises und der Stadt Wangen organisiert worden war. 

Zehn namhafte Unternehmen hatten sich bereit erklärt, einen Abend lang die Tore zu öffnen und allen Interessierten zu zeigen, was in den Betrieben wie gefertigt wird. Ziel war es, insbesondere die Fachkräfte von morgen anzusprechen. Dabei gab es auch viel zu erleben von der Fahrt im E-Auto bei AVL SET GmbH, über digitale Kühlschrank-Technik bei Diehl Controls, die dem Nutzer mitteilen kann, wann ein Ei im Kühlschrank verbraucht werden sollte, bis hin zum Mehrwegbecher, der bei ADOMA hergestellt und gegenüber bei Grunwald befüllt wurde – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

In allen Betrieben hatten sich die Eigentümer oder Geschäftsführer Zeit genommen, den Interessierten Rede und Antwort zu stehen. Gemeinsam besuchten OB Lang, Landrat Harald Sievers, WiR Geschäftsführer Hans-Joachim Hölz sowie weitere Gäste aus Politik und öffentlichem Leben die Unternehmen und ließen sich Produkte und Produktionsweisen zeigen. 

„Der Abend zeigt, wie vielfältig unsere Wirtschaft ist“, sagte OB Lang. Und er sollte dazu dienen, die örtlichen Betriebe für die Jugend als Ausbildungsort interessant zu machen. WiR-Geschäftsführer Hölz nannte einen Bedarf von 16000 Arbeitskräften für die Region, wovon ein erheblicher Teil auf technische Berufe entfalle. Der Vorsitzende des Wangener Wirtschaftskreises, Thomas Heine, würdigte die hohe Qualität der Wangener Betriebe, von denen sich an diesem Abend einige präsentierten – übrigens auch im Zelt gegenüber von Diehl Controls. Landrats Sievers lobte das Format des Abends, das Menschen zusammenbringe. 

Viele Informationen und kleine Episoden gab es zu hören, sehen und erleben. 

So zeigte sich bei Diehl Controls auch ein neues digitales Lastfahrzeug, das automatisch Güter durch eine Firma fahren kann. Beeindruckend: 50 Millionen elektronische Steuergeräte verlassen pro Jahr das Unternehmen. Dies bedeutet, dass kaum ein Elektrogerät in Haushalten auf der Welt ohne die Steuerung von Diehl Controls auskommt. 

Bei dem E-Mobility-Spezialisten AVL SET arbeiten 13 Nationalitäten, was dazu führt, dass die verbindende Sprache im Haus Englisch ist. Damit die Verständigung klappt, gibt es dort Sprachkurse für Englisch und Deutsch. 

Waldner öffnete vor allem die neue Produktionshalle, in der Möbel für den Laborbereich herstellt werden, und zeigte - neben anderem - das Flaggschiff der Produktion: Die Laborabzüge, mit denen das Unternehmen aus Wangen Weltmarktführer ist. Durch die Zusammenarbeit mit dem Schulmöbelhersteller Hohenloher konnte Waldner seine Stellung im Schulausrüstergeschäft weiter stärken.

Gigantische Edelstahlbehälter gab es bei Bolz Edel am Atzenberg zu sehen. Sie werden für Brauereien hergestellt. Doch das Unternehmen baut auch vergleichsweise kleine Behälter mit 30000 Litern Fassungsvermögen für Pharmaziebetriebe oder – und das ist neu – Trinkwasserreservoire für Kommunen. 1250 Kubikmeter hat zuletzt so ein Trinkwasserspeicher gefasst. 

In jedem Land der Welt sind Pumpen aus Wangen vertreten, die in der Pumpenfabrik hergestellt werden. 50 Jahre ist das Unternehmen in diesem Jahr geworden. Großes Lob gab es von OB Lang für die Qualität der Ausbildung in der Firma, denn häufig gehörten die Azubis der Pumpenfabrik zu den besten eines Jahrgangs.  

30 Tonnen schwer ist der Kopf, der im Sommer 2019 die Bühne der Festspiele in Bregenz zierte und auch 2020 dort das Bild bestimmen wird. Extrem hohes Wissen und mindestens ebenso starke Kreativität sind bei der Ausführung gefragt, wenn die Festspiele Bregenz ihre Aufträge ausschreiben. Wobei Biedenkapp schon mehrfach den Auftrag für solch komplexe Stahlbauten erhielt – auch für die aktuelle Opernproduktion, die 2020 noch einmal zu sehen sein wird. Weniger schwierig, aber für die Damen schön zum Mitnehmen waren die Stahlrosen, die von den Lehrlingen eigens für den Abend gefertigt worden waren. 

Kaum ein Jahr vergeht, in dem beim Abfüll- und Dosierspezialisten Grunwald nicht gebaut wird. Die Zahlen und Pläne, die das Unternehmen den Gästen präsentierte, lasen sich beeindruckend: In den vergangenen zehn Jahren haben sich Umsatz und Mitarbeiterzahl jeweils verdoppelt. Dies sei möglich geworden, weil das Unternehmen durch eine von OB Lang eingefädelte Grundstücksrochade mit einer anderen Firma auf dem Atzenberg in der Nachbarschaft bauen konnte, hieß es. 

Adoma profitiert derzeit von der Umstellung vieler Einwegbecher auf das Mehrwegsystem Recup. So produzierte das Wangener Unternehmen für die Kieler Woche 1 Millionen Recup-Becher und ersetzte damit die Einwegbecher. 2018 seien auf der Kieler Woche noch 9 Millionen Einweg-Plastikgefäße im Müll gelandet. Ausgezeichnet ist Adoma als „umweltbewusstes Unternehmen“ wegen seines sparsamen Einsatzes von Energie.

Eingebunden in den Abend war beim Besuch der prominenten Besucher bei SEW PowerSystems die Übergabe eines Schecks an das Schülerforschungszentrum. Ulrich Frank, Leiter der Administration, erläuterte, das Unternehmen wolle damit einen Teil des Preisgeldes, das es im Sommer bei der Auszeichnung mit dem Umweltpreis des Wirtschaftsministeriums erhalten habe, weitergeben. Bernhard Bungard und Mathias Gabler vom Wangener Schülerforschungszentrum (SFZ) nahmen den Scheck über 4000 Euro mit großer Freude entgegen. Denn der Verein, der junge, technisch orientierte Menschen anleitet, braucht laufend Unterstützung für die Anschaffung von Geräten oder auch für die Fahrten zu Wettbewerben, an denen sich die Schüler bislang erfolgreich beteiligten. Oberbürgermeister Michael Lang beglückwünschte das SFZ und sagte: „Beim Schülerforschungszentrum können Schüler und Schülerinnen ihre Begabung testen. Da werden die Talente herangebildet, die wir morgen in den Unternehmen brauchen.“