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Montag, 18. Dezember 2017

Jugendenergietag stößt auf großes Interesse

Zwei sehr spannende Jugendenergietage hat die Stadt Wangen vor Kurzem organisiert.

Beim ersten Termin waren die Klassen Klassen 9 und 10 der Werkrealschule Niederwangen dabei, beim zweiten Durchgang waren es 40 Zehntklässler und die Internationale Vorbereitungsklasse der Gemeinschaftsschule.

Einblicke bei Schnell Motoren

In einer sehr kompakten, aber auch sehr spannenden Vorstellung präsentierte sich die Firma Schnell  Motoren im Gewerbegebiet Geiselharz-Schauwies den Niederwangener Schülern. Nach einer Vorstellung der Firma und ihres Produkts, der Biogasanlage, ging es in Gruppen in die Fertigung. Spannend zu sehen, wenn tonnenschwere Motoren in die Halle zur Weiterverarbeitung gebracht werden.  Interessant auch zu erfahren, welche Möglichkeiten das Unternehmen bietet. Drei Auszubildende im ersten Lehrjahr stellten ihre Berufe vor. Der Fachlagerlogistiker ist Herr über mehr als 37 000 Teile, die im Werk gebraucht werden. Die Mechatroniker bringen entscheidende Techniken im Motorbau und in der Elektronik zusammen und schließlich der Elektriker, der tiefer in die Elektronik einsteigt und auch gut  mit dem Programmieren vertraut ist. So mancher der Schülerinnen und Schüler nahm gerne einen Flyer mit, um sich weiter zu informieren. Keine Frage, Schnell warb bei dieser Gelegenheit um Auszubildende und hinterließ einen hervorragenden Eindruck.

Wie man Energie aus dem Boden gewinnt

Ebenfalls sehr interessante Botschaften nahmen die Schüler der Gemeinschaftsschule bei der Firma Betatherm im Wangener Gewerbegebiet auf der Haid mit. Firmengründer Franz Graf erläuterte ihnen nicht nur die Funktionsweise der in seiner Firma hergestellten Körbe, die in die Erde verlegt und  die mit einer Wärmepumpe kombiniert werden, um Wärme und Warmwasser für das Gebäude zu erzeugen. Er erläuterte an seinem eigenen Werdegang und dem seines Sohnes, der als Mechatroniker für Kälte- und Klimatechnik in der Firma mitarbeitet, welche Möglichkeiten sich auf diesem Feld beruflich bieten. Mechatroniker auf dem genannten Gebiet gehören laut Graf zu einer sehr gesuchten Berufsgruppe mit besten Einstiegschancen. Sehr interessiert beobachteten die Schüler, wie die Erdkörbe gewickelt werden.

Nahwärme-Heizzentrale versorgt derzeit 17 Gebäude

Im Anschluss ging es nach Wangen zu den Stadtwerken. Urs Geuppert und Frank Müller übernahmen je eine Schulklasse und stellten ihnen bei Ortsbesichtigungen die Kernaufgaben der Stadtwerke Wangen im Allgäu vor.  Völlig neue Einblicke gab es in der Nahwärme-Heizzentrale hinter dem Allgäustadion. Von dort aus werden aktuell 17 Gebäude beheizt, jährlich vier Millionen Kilowattstunden Wärme an Kunden verkauft und dafür 5500 Kubikmeter Hackschnitzel verheizt. Eindrucksvoll der Blick in die Hackschnitzelgrube, die alle zwei Tage mit einer Lastwagenladung aufgefüllt wird, sowie auf den PC in der Steuerungszentrale. Ob von dort aus auch einer Schule die Wärme entzogen werden könnte? wurde gefragt. Frank Müller schmunzelte. „Ja, man könnte sie kalt und zu heiß werden lassen“, antwortete er.

Derzeit wird der vorhandene Kessel um einen zweiten ergänzt und damit verdoppelt, weil die Stadtwerke zunehmend mehr Wärme abgeben. Zur Absicherung heizt ein mit Öl beheizter Kessel. Er gleicht auch Spitzen aus.

Wasserkraft versorgt aktuell rein rechnerisch 600 Haushalte

Die zweite Säule der Energieerzeugung durch die Stadtwerke sind die Wasserkraftwerke. Besichtigt wurden die Restwasseranlage am Argenwehr samt Fischpass sowie das Kraftwerk in der Erba. Mindestens 800 Liter Wasser pro Sekunde müssen an der Stelle in der Argen verbleiben. So fließen 250 Liter pro Sekunde über die Fischtreppe und 550 Liter pro Sekunde über die Turbine am Restwasserkraftwerk.

Sehr interessiert verfolgten die jungen Leute die Erklärungen auch in der Erba zur Wasserkraftanlage. So erstaunte die Zuhörer, dass beide Anlagen zusammen so viel Strom erzeugen wie rund 600 Haushalte verbrauchen. Dazu kommt ein weiteres Kraftwerk in Niederwangen im Gewerbegebiet, das 600 000 Kilowattstunden erbringt.

Als tolle Sache bezeichnete Christian Sternig den Jugendenergietag, der vom Umweltbeauftragten der Stadt, Reiner Aßfalg, organisiert wurde. Der Lehrer an der WRS in Niederwangen sagte, das Angebot sei sehr wertvoll. Der eine oder andere Schüler habe noch keine Lehrstelle, da sei die Besichtigung von Schnell Motoren gerade recht gekommen.