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Donnerstag, 15. Februar 2018

Läufer für Staffellauf nach Prato gesucht

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Oberbürgermeister Michael Lang (rechts) hat sich zu der Läufergruppe um Jürgen Frank vom SV Deuchelried (Mitte) gesellt. Sie trainieren samstags für den Prato-Lauf.

30 Jahre Partnerschaft mit Prato in der Toskana sind Grund für Feierlichkeiten in Italien in der Woche nach Pfingsten 2018. Ein Beitrag zur großen Feier von Wangen könnte ein Staffellauf aus dem Allgäu in die Toskana sein, zu dem Männer und Frauen am Dienstagmorgen, 22. Mai 2018, in Wangen aufbrechen.

So einen Lauf gab es bereits im Mai 1992. Oberbürgermeister Michael Lang will sich in die Läufer-Gruppe einreihen.

Als OB Lang eine Wiederholung der Laufstafette von 1992 ins Gespräch brachte, war gleich eine ganze Reihe der Akteure von damals und Initiativen Feuer und Flamme. Jürgen Frank, der damalige Organisator vom SV Deuchelried, sagte seine Unterstützung spontan zu. Bei einer ersten Vorbereitungsrunde im Rathaus saßen denn auch etliche Experten mit Jürgen Frank, Martin Gralki von LTC Wangen, Reinhold Meindl von der MTG Wangen, Michael Höß von der SG Niederwangen sowie Maximilian Maibach von CrossFit Wangen am Tisch.

Staffelstab wird weitergereicht

„Damals vor nun fast 26 Jahren hat das gut geklappt“, sagte Frank. Warum also nicht auch heute? Die Läufer sollten in der Lage sein, täglich 10 Kilometer auf ungefähr gleicher Stufe, das heißt in einer Stunde, laufen zu können.  Vorstellbar ist, dass trainierte Läufer auch mehrmals am Tag auf die Strecke gehen. Es gilt dabei der Grundsatz, dass der Staffelstab immer weitergegeben wird. Übernachtet werden soll in festen Quartieren unterwegs, so dass die Erholung nicht zu kurz kommt. Die letzte Etappe soll von der Gruppe am Freitag, 25. Mai 2018,  möglichst gemeinsam aus den Bergen heraus nach Prato hinunter gelaufen werden. Dort ist im Zentrum eine gemeinsame Zielankunft geplant.

Die Läufer werden zu zweit, entweder als Läuferpaar oder in Begleitung eines Fahrrades, unterwegs sein. Da die Strecke im Vorfeld mit dem Auto abgefahren wird, bekommen die Läufer detaillierte Streckenpläne mit Übergabepunkten, so dass die Orientierung auch im freien Feld gut möglich sein wird. Die Streckenplanung übernehmen wieder Jürgen Frank und der frühere SVD-Vorsitzende Martin Quass-Kohn, der ebenfalls schon 1992 unter den Läufern war.

Bürgermeister Biffoni will letztes Stück mitlaufen

Die Strecke wird voraussichtlich so verlaufen: Über Bregenz am Alpenrhein aufwärts, durch die Viamala-Schlucht, über den Splügenpass – sofern der Pass offen ist - nach Chiavenna, dann entlang am Comer See bis hinunter zum Po. Über Cremona, Brescello und durch den Appenin nach Prato. Gelaufen wird auf gut befestigten Wegen. Am Vorabend bevor es nach Prato geht, sollen möglichst alle zusammen den Abend verbringen. Die letzten zehn Kilometer ab dem Vorort Vaiano, wird eine Läufergruppe des Prateser Busunternehmens CAP die Wangener Gruppe begleiten. Und auch Bürgermeister Matteo Biffoni hat zugesagt, dieses letzte Teilstück mitzulaufen.

In Prato werden die Läuferinnen und Läufer direkt hineinkommen in die Jubiläumsfeierlichkeiten. Unmittelbar nach der Ankunft auf dem Rathausplatz werden die beiden (Ober-)Bürgermeister die Fotoausstellung „30 Jahre Städtepartnerschaft Prato-Wangen“ in Nachbarschaft zum Rathaus eröffnen, so dass die Läufer hier auch präsent sein werden.

OB Lang erwartet ein schönes Gruppenerlebnis

 „Ich glaube, das wird auch ein tolles Gruppenerlebnis“, sagt OB Lang, der hofft, dass aus möglichst allen Lauftreffs eine Abordnung und auch viele nicht organisierte Einzelläufer dabei sein werden. „Dann wären wir eben wirklich ein Wangener Team“, sagt er. Alle zusammen werden am Ende als Gruppe rund 650 Kilometer gelaufen sein.

Der Lauf wird von der Stadt Wangen unterstützt. Die Läufer leisten einen Unkostenbeitrag von 100 Euro für die Übernachtungen und den Aufenthalt in Prato von Dienstag bis Sonntag.

Wer Lust hat, bei diesem sicher einmaligen Erlebnis mitzulaufen, kann sich entweder bei den genannten Läufern oder bei Hermann Spang von der Stadt Wangen anmelden, bei dem die Organisation zusammenläuft.

Anmeldeschluss: 1. März 2018

Info:
Jürgen Frank: Telefon 07563/9090083, Email: Frankundzell @t-online .de, Martin Gralki: Telefon 07522 / 914444, Email:  info @laufsport-gralki .de, Reinhold Meindl, Telefon 07522 / 909224, Email: reinholdmeindl @gmx .de, Michael Höß: Telefon 07522 / 21567, Email: fam-hoess @t-online .de, Maximilian Maibach: Telefon 0160 / 9137280, info @crossfitwangen .de
Hermann Spang: Telefon 07522 / 74-240 , hermann.spang @wangen .de

Training:
Die Deuchelrieder Lauftreffgruppe hat bereits mit dem Training für den Lauf nach Prato begonnen. Wer einsteigen möchte, kann sich diesen Gruppen anschließen:
SV Deuchelried: Samstag, 15 Uhr (Prato-Lauftraining), Treffpunkt an der Schule, SG Niederwangen: Dienstag 18 Uhr im Stadion, MTG Wangen: Montag 18.30 Uhr, Treffpunkt Argensporthalle, LTC Wangen: Mittwoch 18.15 Uhr, Treffpunkt Laufsport Gralki, Bindstraße 64.

Rückblick: Italiener verhindern „illegalen Grenzübertritt“

Fragt man Jürgen Frank, wie es damals vor gut 25 Jahren war, dann huscht ein Lächeln über sein Gesicht und er antwortet: „Es war sehr entspannt.“ Für einen Lauf-Laien klingt das sehr erstaunlich, denn die Strecke von rund 650 Kilometern wurde seinerzeit von nur 15 Mitgliedern des Lauftreffs – wenn man so will – im Dauerlauf gemeistert. Die Läufer waren Tag und Nacht unterwegs. Jeder lief eine Stunde und konnte dann bis zum nächsten Einsatz 14 Stunden lang entspannen.

Sponsoren haben "Prato-Sauete" unterstützt

Die Schwäbische Zeitung berichtete damals ausführlich von dem „Partnerstädte-Lauf Wangen-Prato“, wie er offiziell hieß. Organisiert hatte ihn der Lauftreff des SV Deuchelried zum zehnjährigen Bestehen des Sportvereins. Den Allgäuern war der Titel, der auf den Trikots stand, aber viel zu sperrig. Wenn man sie damals fragte, machten sie sich auf den Weg zu einer „Prato-Sauete“. Dieses Projekt gefiel auch einer ganzen Reihe von Sponsoren, die durch ihren Beitrag den Lauf ermöglichten oder sehr erleichterten.
Damals liefen die Männer mit Taschenlampen „bewaffnet“ und Logbüchern zur Orientierung. Heute, ein Vierteljahrhundert später, sieht die Läuferwelt von der technischen Seite betrachtet, völlig anders aus. Die Männer und hoffentlich auch Frauen, werden mit Stirnlampen und GPS unterwegs sein. Und sie werden unterwegs „ordentlich“ übernachten.

Eine interessante Erfahrung machten die Laufer 1992. Damals waren die Läufer schneller unterwegs als geplant, und so stand Alois Braunmiller nachts um drei Uhr an der Grenze nach Italien an einem Übergang, der auf Schweizer Seite erst um 5 Uhr öffnete. Um die Stafette aufrechtzuerhalten, lief er weiter. Doch der italienische Grenzbeamte bestand darauf, dass Braunmiller in die Schweiz zurückkehren und sich dort zwei Stunden später regulär abfertigen lassen musste.

Ein Grund weshalb die Läufer so sehr aufs Tempo gedrückt hatten, war die Witterung in den Alpen. Dort wurden sie von Regen eingeholt und sogar von ein paar Schneeschauern überrascht. Ganz anders in der Po-Ebene: dort liefen sie bei schwüler Hitze, die im Apennin angenehmen Temperaturen wich.

Kurz vor Prato trafen die Läufer alle zusammen. Am nächsten Morgen liefen sie gemeinsam mit Prateser Laufsportlern in einer Gruppe von dann 50 Personen hinunter ins Tal und wurden von der Polizei ins Zentrum eskortiert. Im Anschluss erlebten sie den Überschwang der Partnerschaftsfeiern und schlossen Freundschaft mit ihren italienischen „Mitläufern“.