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Einfach Ankommen
und Wohlfühlen
Montag, 22. April 2019

Nachbarschaftshilfe führt Menschen zusammen

Silke Willburger und Rita Sauter haben sich über die Nachbarschaftshilfe (NBH) gesucht und gefunden. Beide lassen die Öffentlichkeit ein bisschen teilhaben an ihrer Beziehung.

Mit dem Auto mal schnell in die Stadt fahren – das tut Rita Sauer nicht mehr. Die 87-jährige, äußerst rege Seniorin mag aber immer noch gern ihren Aktivitäten nachgehen – zum Beispiel beim Bürgerforum. Und hin und wieder ist ein Besuch beim Arzt, beim Friseur oder ein größerer Einkauf fällig – alles Fahrten, die sie früher selber oder mit ihrem Mann zusammen gemacht hat. Heute nimmt sie dafür die Hilfe von Silke Willburger in Anspruch. 

Als ihr Mann vor gut einem Jahr starb, wandte sich Rita Sauter an die NBH, die damals gerade in Vorbereitung war. „Ich hatte den ganzen Gründungsprozess in der Zeitung verfolgt, die ganzen Vorbereitungen dazu und dann habe ich mich gemeldet, noch bevor die NBH startete“, erzählt sie. Bereits kurz nach dem Start am 1. Januar 2018 rief dann Silke Willburger bei ihr an. Die 41-Jährige wollte sich neben ihren Familienpflichten sozial engagieren. „Ich habe jahrelang in der Altenpflege gearbeitet und da kam mir die NBH gerade recht“, sagt sie. 

Mit relativ wenig Aufwand viel bewirken

Beide Frauen berichten, wie gut die Organisationsleiterin Karin Kristen ganz offensichtlich die Bedürfnisse der Menschen erkennt, die zu ihr kommen – ob nun auf der Seite der Hilfesuchenden oder der Helfer. „Bei uns hat die Chemie von Anfang an gestimmt“, sagt Rita Sauter. Und so ist zwischen den Beiden auch eine Freundschaft entstanden. Silke Willburger sagt: „Die Tätigkeit gibt mir viel, denn ich kann mit relativ wenig Aufwand viel bewirken.“ 

Ein- bis zweimal in der Woche sind die beiden Frauen zusammen unterwegs. Zu welchen Zeiten, wird in der Regel ein bis zwei Wochen vorher abgesprochen. Wobei Silke Willburger auch zupackt, wenn mal außerhalb der vereinbarten Stunden Not an der Frau ist. So hat sie auch schon mal Essen gebracht, als Rita Sauter krank war oder ihr das Bett überzogen. Solche kleineren Handreichungen sind in der Nachbarschaftshilfe selbstverständlich. 

Werbung im Bekanntenkreis

Rita Sauter wirbt in ihrem Bekanntenkreis für die NBH. Denn sie weiß, dass sich manche Menschen nicht trauen, auf so eine Organisation zuzugehen. Aber Angst müsse man da nicht haben. „Im Gegenteil, man muss sich rühren, sage ich oft. Von selber kommt nichts auf einen zu“, sagt sie. Außerdem könne mit der NBH auch der Weg ins Seniorenheim aufgeschoben werden. „Das war mir wichtig, ich will möglichst lange unabhängig leben“, fügt Rita Sauter an.

Die Organisationsleiterin der Nachbarschaftshilfe, Karin Kristen, ist ständig auf der Suche nach weiteren Helfern und Helferinnen. Denn auch die Zahl jener, die Hilfe bei ihr suchen, nimmt stetig zu. Helfer erhalten für ihre Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung.

Info: Wer sich für die Nachbarschaftshilfe interessiert – egal ob auch der Helferseite oder auf Seiten der Hilfesuchenden, kann sich an das Büro im Alten Spital, Spitalstraße 16 wenden. Telefon: 07522 / 93 09 646; Email: nbh-wangen@t-online.de. Die Bürozeiten sind: Montag 9 bis 12.30 Uhr, Mittwoch 9bis- 12.30 Uhr, Donnerstag 14 bis 17 Uhr. Termine außerhalb der Bürozeiten können telefonisch vereinbart werden.