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Sonntag, 6. Januar 2019

Nachbarschaftshilfe schließt Lücke im Angebot

Seit fast einem Jahr besteht die Nachbarschaftshilfe Wangen im Allgäu. Jetzt bot sich für Einsatzleiterin Karin Kristen Gelegenheit zu einer ersten Bilanz.

Kaum hatte Karin Kristen in den ersten Januartagen 2018 ihren Schreibtisch im Alten Spital bezogen, da klingelte das Telefon beinahe ununterbrochen. Die Nachfrage nach Hilfe war groß. Sieben Helferinnen und Helfer standen von Beginn an bereit. „Inzwischen sind es 45 Frauen und vier Männer“, sagt Karin Kristen. „Allerdings wird sich die Zahl zum Jahresende wieder verändern, weil ein paar Helferinnen und Helfer aus beruflichen oder privaten Gründen der Nachbarschaftshilfe (NBH) nicht mehr zur Verfügung stehen können.“ Mit großem Bedauern und der Bitte, für die NBH Werbung zu machen, lässt sie ihre Helfer ziehen. Denn jeder und jede, der oder die den Dienst beendet, fehlt wenn es heißt, in Einsatzhäuser zu gehen. 

„Insgesamt war die NBH 2018 in 85 Häusern tätig, derzeit sind es noch 73“, sagt Karin Kristen. Im günstigen Fall werden die Einsätze durch die Genesung der Patienten beendet, manchmal durch den Umzug in ein Pflegeheim oder durch den Einsatz von 24-Stunden-Kräften in der häuslichen Pflege. Und manchmal begleiten die Helfer und Helferinnen jemanden bis zum Tod. 

„Die Nachfrage ist weiter hoch. Ich kann aber nur Einsätze vermitteln, wenn ich auch Menschen habe, die sie leisten können“, sagt Kristen. Deshalb hofft sie, dass sich auch weiter Helfer und Helferinnen finden. Sie können selber festlegen, wie viele Stunden sie einbringen wollen. „Wir haben Helfer, die im Monat zwei Stunden einsetzen. Wir haben aber auch Helfer, die jede Woche in mindestens zwei Häuser gehen“, sagt sie. Für ihren Einsatz erhalten sie eine Aufwandsentschädigung. Bis zum Jahresende hat sich die Zahl der Einsatzstunden auf rund 4500 summiert. Um in alle Häuser zu kommen, waren die Helfer und Helferinnen  an die 17 000 Kilometer unterwegs.

Auf ihren Dienst werden die Helfer und Helferinnen mit Schulungen vorbereitet und durch Fortbildungsangebote auf dem Laufenden gehalten. Ging es dabei 2018 um Themen wie den Hausnotruf, die Leitzentrale oder die Seelsorge und die Fachkliniken Wangen, so stehen für 2019 drei Teamfortbildungen fest, die sich mit der Vorstellung von Hilfsmitteln, mit Pflege- und Betreuungsleistungen sowie mit dem Infektionsschutz befassen. Dazu können zahlreiche weitere Vorträge und Demenzschulungen besucht werden, die andere Träger anbieten. 

Mit großer Freude sieht der Vorstand der Nachbarschaftshilfe Wangen im Allgäu, bestehend aus den geschäftsführenden Pfarrern beider Kirchen, Pfarrer Martin Sauer und Dr. Claus Blessing, und dem Oberbürgermeister der Stadt, Michael Lang die Entwicklung. Vorsitzender OB Lang dankte im Namen des gesamten Vorstands und des Leiters des Ordnungs- und Sozialamts der Wangen, Kurt Kiedaisch, allen Aktiven in der NBH. „Sie machen durch Ihre Arbeit erst die Nachbarschafsthilfe möglich“, sagte Lang. „Sie sind helfende Hände und Köpfe, die sich darüber freuen, anderen helfen zu können.“ Die Nachbarschaftshilfe habe im vorbildlich aufgestellten Angebot für Senioren in Wangen eine Lücke geschlossen.  „Sie ist gut gestartet“, sagte Lang. Dies sei auch ein ganz großes Verdienst von Karin Kristen. „Sie betreibt die Nachbarschaftshilfe, als wäre sie ihr eigenes Unternehmen.“

Info:

Aufgaben der Nachbarschaftshilfe: Älteren, kranken und bedürftigen Menschen, insbesondere in der häuslichen Versorgung und Betreuung, bei Besorgungen oder Einkäufen zu helfen und sie zu begleiten. Hilfe für Familien im Gebiet der Stadt Wangen im Allgäu, bei der Versorgung kranker und/oder behinderter Familienmitglieder.

Kontakt: Montag und Mittwoch von 9 bis 12.30 Uhr, Donnerstag von 14 bis 17 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter der Telefonnummer 07522/9309646. Oder per E-Mail unter nbh-wangen@t-online.de