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Einfach Ankommen
und Wohlfühlen
Sonntag, 28. Oktober 2018

Neue Räume mit freundlicher Ausstrahlung

Die Zeit des Bauens ist im Kindergarten Am Gottesacker nach einem guten Jahr zu Ende. Die Räume im Untergeschoss sind nach der Komplettsanierung jetzt voll nutzbar.

Oberbürgermeister Michael Lang zeigte sich bei der Besichtigung mit Eltern, Erzieherinnen und Handwerkern sehr angetan vom Ergebnis der Sanierung. „Wir haben damit den Kindergarten insgesamt stabilisiert“, sagte er.  Der Bau sei zügig vorangegangen, sagte Lang. Dies sei unter anderem auch möglich gewesen, weil alle Beteiligten das so wollten. Glücklich zeigte sich die Sprecherin der Eltern, Sylvia Schneider, über die Maßnahme. „Vor allem, dass der Garten erhalten bleiben konnte, ist toll. Der macht doch den Kindergarten aus“, sagte sie. Die Leiterin Madleine Matheis bestätigte, dass sich die Kinder bereits bestens eingelebt hätten.  Eine Kindergruppe begrüßte die Gäste mit einem fröhlichen Lied über das Leben im Kindergarten.

Es hätte passender nicht sein können, denn aus einem Keller mit Betonrippendecke sind helle Räume zum Wohlfühlen geworden. Nachdem im Februar 2017 Probleme beim Raumklima festgestellt worden waren, mussten die Räume im Untergeschoss komplett gesperrt werden. In der Abwägung verschiedener Ersatzvarianten entschied sich Stadt unter Einbeziehung von Kindergarten samt Elternschaft für die Sanierung des Gebäudes. Im Sommer 2017 begannen dann im Zusammenwirken mit dem Architekten André will von Crema Architekten die Sanierung mit dem Rückbau des ehemaligen Kellers. 

Für den zuständigen Mann im städtischen Hochbauamt, Stefan Lontzek, war die Sanierung des Kindergartens in vieler Hinsicht eine besondere Baustelle: Weil die Decke mit 2,20 Metern lichter Höhe zu niedrig war, musste das Gebäude „nach unten gebaut werden“, wie er sagte – eine nicht alltägliche Bauweise. In der Planung konnte mit Dietmar Weber auf die Erfahrung des Statikers zurückgegriffen werden, der bereits bei der Sanierung des Hauses „Rose“ in der Altstadt auf ähnliche Art und Weise bauen musste. „Die Fundamente wurden abschnittsweise unterfangen, dann die Fläche trockengelegt und eine Ringdrainage gelegt, die die Feuchtigkeit von den Außenwänden wegführt.“ Schließlich wurde die Bodenplatte einen halben Meter tiefer als zuvor eingebaut. Die Wände seien jetzt von unten und von der Seite abgedichtet worden. „Wir haben hier mit Gürtel und Hosenträger gearbeitet. Normalerweise sollte das funktionieren“, sagte Lontzek. Durch die neu eingebauten Schall- und Brandschutzdecken blieb die normale Raumhöhe von 2,30 Metern. Die Räume sind mit einer Fußbodenheizung und einer dezentralen Lüftungsanlage ausgestattet, die nicht nur Feuchtigkeit aus den Räumen transportiert, sondern auch der Wärmerückgewinnung dient. Beheizt werden die Räume derzeit mit einer Gastherme, doch der Anschluss an das Nahwärmenetz ist bereits angepeilt.

Die Wände wurden mit einem Kalkputz und einem Kalkanstrich versehen, um gegen etwaigen Schimmelbefall vorzubeugen. „Wir hatten bei dieser Baumaßnahme nicht nur das Wohlwollen der Elternschaft, sondern auch besonders gute Handwerker an unserer Seite, die sich sehr stark engagierten“, sagte Lontzek. 

Kinder, Erzieherinnen und Eltern hatten während der Sanierung eine Menge Lärm auszuhalten. Nach Lontzeks Worten sei es besonders laut zugegangen, als die Lichtschächte weggehackt wurden. Und als der Nebenausgang unten und die Außenanlage gebaut wurden, „sah es rund um das Gebäude zeitweilig aus wie auf einem Truppenübungsplatz“. 

Doch der Aufwand hat sich gelohnt: Die neuen Räume sind strahlend hell, die Böden mit grünem und gelbem Linoleum ausgelegt, was eine besonders freundliche Atmosphäre in Schlafraum, Gruppenraum, Werkstatt und Intensivraum zaubert. Auch die Außenanlage hat in vieler Hinsicht gewonnen. Aus den neuen Räumen gehen zwei Ausgänge nach Osten, die nicht nur im Notfall schnell ins Freie führen, sondern den Räumen im Untergeschoss zusätzliche Wohnqualität geben. Auf den freien Flächen stehen zwei Holzpodeste, auf denen man herrlich sitzen und Geschichten vorlesen oder hören kann. Ein Beet ist noch ohne Pflanzen, damit Kinder und Erzieherinnen im Frühjahr gemeinsam gärtnern können. 

Die Treppen am Osteingang Richtung Gottesacker wurden ebenfalls saniert, die halbrunde Form beibehalten. Auf der Westseite wurden eine neue Treppe und eine Rampe angebaut, so dass das Erdgeschoss des Kindergartens jetzt auch barrierefrei erreichbar ist. Der Eingang zum Grundstück am Weg „Im Niederdorf“ erhält noch ein Gartenhaus für Geräte und Spielsachen, die zuvor in einem Schuppen auf der Nordseite untergebracht waren. Dieser Schuppen wurde abgerissen, damit das Gebäude einmal umrundet werden kann und die Wand trocken bleibt. 

Mit Blick auf die Entwicklung des Kindergartens Am Gottesacker in den vergangenen Jahren insgesamt sagte Lang: „Wir sind stolz darauf, dass sich der Kindergarten so toll entwickelt hat. Er ist ein schöner und guter Kindergarten“, sagte er. 

Info:

Am Bau waren ausschließlich Firmen aus der Region beteiligt:

Planung:

Crema Architektur; Wangen i. A.; André Will: Architekt

Schrey + Weber, Wangen i. A., Dietmar Weber: Statik

Martin Kappler, Wangen: Landschaftsarchitekt

Planungsbüro Burr GmbH, Leutkirch: Fachplanung Heizung Lüftung Sanitär

Handwerker:

1) Abbruch- und Rückbauarbeiten: Kurt Hinder GmbH, Bad Waldsee

2) Rohbauarbeiten: Boll Bauunternehmen, Hergatz

3) Estricharbeiten: Alma Estrich, Berg

4) Bodenbelagsarbeiten: Raum & Design Roland Mauz, Immenstaad

5) Putzarbeiten: Fischbach Bauunternehmen GmbH, Wangen i. A.

6) Malerarbeiten: Richard Ebert, Wangen i. A.

7) Trockenbauarbeiten: Frank Mauer Stuckateurbetrieb, Wangen i. A.

8) Außenanlage: Lehmann GmbH, Sigmarszell-Bösenreutin

9) Schreinerarbeiten: Franz Münst, Betzenweiler

10) Elektroinstallation: Georg Lanzenbereger, Argenbühl-Ratzenried

11) Lüftungsarbeiten: R. Dieing GmbH, Argenbühl

12) Heizung Fußbodenheizung: Wahl Heizung Sanitär, Wangen i. A. 

13) Holzpodeste: Harald Locher Montagebau, Kißlegg