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Mittwoch, 21. November 2018

Neues Waldmoor dient dem Klimaschutz

Der Wald dient dem Menschen als Ressource, er ist Lebensraum für viele Arten, und er wird als Erholungsraum genutzt – darauf wies Bernhard Dingler vom Forstamt des Landkreises Ravensburg bei der Waldbegehung hin.

Um diesen besonderen Naturraum zu erhalten, greift die Forstverwaltung immer wieder ein. Ein Beispiel sahen die rund 50 Interessierten am Atzenberg.

Vor Jahrhunderten gab es in der Verlängerung des heutigen Gewerbegebiets Atzenberg einen lichten Laubwald und ein Niedermoor, das durch den Schwarzenbach gespeist wurde, wie Landschaftsarchitekt Armin Woll erläuterte. Später legten Mönche einen Weiher an und entwässerten so das Moor. Eine Streuobstweise entwickelte sich mit Gräben. Als in den 1960er Jahren der Atzenberg als Gewerbegebiet angelegt wurde, wurde auf der Waldfläche im Anschluss ein Fichtenwald gepflanzt. In den vergangenen Jahren setzten Stürme und der Borkenkäfer diesem Waldstück zu. Und so war es nur folgerichtig, die verbliebenen Bäume zu fällen und das Gelände neu zu entwickeln. 

Der Waldkartierung entsprechend wurden vor allem Erlen gesetzt. Darüber hinaus wurde die Fläche wieder vernässt. Sieben neu angelegte kleine Tümpel konnten sich trotz des heißen und trockenen Sommers entwickeln. Die Stadt tue mit dieser Art der Bewirtschaftung nicht nur Gutes für den Baumbestand, sondern auch für den Klimaschutz, sagte Bernhard Dingler. „Moore speichern sieben Mal mehr CO2 als Wald“, sagte er. Das heißt, mit der veränderten Nutzung leiste die Stadt auch einen Beitrag zum Klimaschutz. Dieser wird ihr zudem in Ökopunkten gutgeschrieben. Ökopunkte können als Ausgleich eingesetzt werden, wenn beispielsweise an anderer Stelle Flächen versiegelt werden. Wobei Oberbürgermeister Michael Lang hervorhob, dass diese Rechnung nicht die Motivation für die Umgestaltung gewesen sei. Sie könnte auch ein Vorbild für die Privatwaldbesitzer sein.

Stadtförster Paul Müller wies darauf hin, dass in dem Gelände noch mehr Potenzial stecke. Denn der Fichtenwald dehne sich weiter nach Süden aus und so könnte in den nächsten Jahren auch auf diesen Stücken ähnlich verfahren werden, wie auf dem jetzt neu angelegten.