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Samstag, 18. Juli 2020

NextGenERBA-Akteure stehen fest

Oberbürgermeister Michael Lang (Vierter von links), Marianne Pfaffinger von Green City Experience, Mitte) sowie Johanna Müller (Landesgartenschau GmbH, Dritte von rechts) gratulierten den von der Jury ausgezeichneten Akteuren freuen sich mit den Skatern (unten, rechts), der Gruppe MARC (unten links), Hot like Beats (mittlere Etage) und Calisthenics (oben). Fotohinweis: Stadt Wangen / Susanne Müller

Die Jury von NextGenERBA hat entschieden: Im Pförtnergebäude wird es von fünf Initiatoren Angebote geben, die sich über den Bürgerbeteiligungswettbewerb beworben hatten.

Zum Zuge kommen „Hot like Beats“, MARC – Mucho Amore Racing Crew – die sich bis vor Kurzem noch JaMaTo nannten sowie die Sportangebote Calisthenics von Maximilian Maibach, Julia Grillenberger und Johannes Fritsch sowie die Skater Lajos Elsner, Sebastian Gelfart und Tobias Engstler. Ebenfalls ausgewählt wurden die „poetischen Träume“ von Michaela Möller. Sie wurden jetzt von Oberbürgermeister Michael Lang prämiert.

Er dankte den Akteuren bei dem Treffen vor Ort in der ERBA für ihr Durchhalten und das hartnäckige Dranbleiben in diesem mehr als einjährigen Bürgerbeteiligungsprozess. OB Lang nutzte die Gelegenheit, den Gruppen die Halle und ihre Umgebung zu zeigen und zu erklären, wie das Gebäude und die Außenanlagen aussehen werden. Die große Halle von 600 Quadratmetern wird ihren industriellen Charme behalten, weil sie nicht verputzt wird. Auch das Eisengestänge aus dem ehemaligen Baumwolllager wird bleiben und dem Raum einen ganz besonderen Charakter geben. Eine zusätzliche Wand wird vor die Zwischenmauer zum Foyer gebaut. Dahinter kann Mobiliar ebenso verschwinden wie Technik. „Außerdem wird sie die Akustik unterstützen“, wie OB Lang sagte. Auf einhelliges Lob stießen die Pläne. „Cool“, hieß dann auch das Echo.Das Foyer ist genau halb so groß wie die Halle und wird deshalb auch selber für kleinere Veranstaltungen genutzt werden können. Dort wird es neben einer Garderobe und Toiletten auch eine Theke/Bar geben.

Im Raum dahinter – zur Straße hin – wird eine Küche eingebaut, die vor allem zur Verarbeitung von angelieferten Waren dient, aber auch ermöglicht, zu kochen. Daneben wird ein weiterer Raum für kleinere Treffen entstehen. Die Gäste der Akteure werden tagsüber vom Bereich der Neuen Spinnerei eintreten, abends jedoch nur über den Hofraum, der zwischen Parkhaus und Pförtnergebäude entsteht. Das Konzept fand großen Beifall bei den Beteiligten, die sich allesamt riesig freuen, den ERBA-Veranstaltungen ihren Stempel aufdrücken zu können.

Diese Konzepte bringen die ausgewählten Gruppen mit


Hot like Beats: Markus Endres, der seit zehn Jahren mit Freunden im Weinstadt Rimmele einmal monatlich „Hot like Beats“ anbietet, wird mit seiner Gruppe in Wangen ein zusätzliches Angebot schaffen unter dem Titel „ERBA goes Clubbing“. So werden die heißen Beats dann auch im Baumwolllager regelmäßig zu hören und zum Tanzen einladen. Ihre flotte pinkfarbene Ape brachte er gemeinsam mit Dagmar Leupolz, Michael Lindebacher und Wolfgang Heyer mit zum Fototermin. Bei über 200 organisierten Events in den vergangenen 14 Jahren insgesamt, hat sich die Gruppe jede Menge Routine erarbeitet. Neben den regelmäßigen Tanznächten für Jugendliche und für Erwachsene Ü 30 würden die Eventmacher gerne ein Frühlingsfestival für Comedy, Kabarett und Musik im Pförtnergebäude auf die Beine stellen. Live-Bands von Rock- bis Blasmusik sollen dort auftreten, aber es soll auch Raum für neue Kunstformen wie den Poetry Slam geben.

Skater: Lajos Elsner, Sebastian Gelfart und Tobias Engstler sind begeisterte Skater und möchten in der Halle auf einer beweglichen und schnell demontierbaren Rampe möglichst täglich Skaten und junge Skater an den Sport heranführen. Eine solche Rampe könnte zehn Meter lang, sechs Meter breit und einen bis eineinhalb Meter hoch sein. Alle drei Sportler stehen seit vielen Jahren auf den rollenden Brettern und sagen von sich, sie hätten von den Gemeinschaften, die sich durchs Skaten ergeben immer profitiert. Zudem sei dieser Sport eine „tolle Körperschule“, die den Gleichgewichtssinn, die Koordination und vieles mehr schule, wie Sportlehrer Sebastian Gelfart sagt. Obwohl jeder allein auf einem Brett, auf Roller Skates, einem Scooter oder einem ähnlichen Sportgerät fährt, sei es dennoch ein Gruppensport, bei dem man voneinander lerne.

Calisthenics: Die Gruppe Maximilian Maibach, (Sportwissenschaftler), Julia Grillenberger (Physiotherapeutin) und Johannes Fritsch (Projektmanager) möchte mit einem Calisthenics Park auf der Festwiese für alle Altersgruppen die Gelegenheit bieten, sich gemeinsam zu bewegen und Sport zu treiben. An dem geplanten Outdoor Trainingsgerüst können kostenlos und ohne Anmeldung selbstständig Kräftigungsübungen und Workouts jeglichen Niveaus ausgeführt werden. Die Gruppe möchte mit dieser Attraktion jedes Alter für den Sport im Freien begeistern. Die „tolle Lage im ERBA-Gelände macht es möglich, ein Training am Wochenende oder abends super mit den weiteren Angeboten zu verknüpfen und zum Beispiel nach dem Sport gemeinsam zum Feiern zu gehen oder gemütlich an einer Grillstelle zu verweilen“, sagt Maximilian Maibach. In der Region gebe es solche Angebote an vielen Orten, bisher jedoch nicht in Wangen.


MARC: MARC steht für „Mucho Amore Racing Crew“ und ist der neue Name der JaMaTo-Gruppe, die aus Jakob Vochezer, Marco Schmidt und Tobias Pflug besteht. MARC möchte vielseitige, kulturelle Events organisieren. Und das hat einen einfachen Grund: Die drei jungen Männer sind alle in Wangen und in der Umgebung aufgewachsen, sind heimatverbunden und der Meinung, dass Wangen bisher das Potenzial für Kulturveranstaltungen nicht ausgeschöpft habe, das in der Stadt steckt. Alle drei haben an verschiedenen Stellen, gemeinsam aber in der Organisation des Allgäu’s Finest-Festivals viel Erfahrung gesammelt. So soll es in der ERBA große Konzerte mit überregionaler Strahlkraft ebenso geben wie regelmäßige Club Events für die jungen Leute in Wangen. Auf dem Programm sollen jedoch auch Ereignisse aus anderen kulturellen Bereichen wie Stand-Up Comedy, Poetry Slams bis hin zu Workshops oder Märkten stehen. Denkbar ist für MARC ein Sommer-Kulturfestival, das verschiedene Events und Stilrichtungen verbindet. Die Devise lautet: „Die Events in der ERBA sollen genauso vielfältig werden, wie die Wangener Bürger es auch sind.“ 


Poetische Träume: Ebenfalls prämiert wurde von der Jury Michaela Möller mit ihrem Projekt der „Poetischen Träume“. Sie möchte Möglichkeiten zum kreativen Schreiben eröffnen. Als Themen bieten sich in der ERBA für ihre Idee die „Poesie der alten Mauern“ und „Garten- und Landschaftspoesie“ an. Sie beziehen sich auf „die wunderbare alte Industrieanlage der ERBA und das Landesgartenschaugelände“. Im Rahmen von Workshops und poetischen Führungen – vielleicht auch in Zusammenarbeit mit den Stadtführern -  sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die ERBA und die Freiflächen wandeln und sich zu Texten inspirieren lassen. Zudem möchte sie mit jungen Menschen Texte für Poetry Slams erarbeiten, die auf großer Bühne stattfinden sollen. Auch für die Zeit der Landesgartenschau hat Michaela Möller Ideen für Literaturprojekte rund um Eichendorff. Michaela Möller konnte bei dem Prämierungstreffen in der ERBA nicht dabei sein.

Zum Ablauf des Beteiligungsprozesses

Die Sanierung des ehemaligen Baumwolllagers und des Pförtnergebäudes der ERBA wird aus Mitteln des Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus mit 2,5 MillionenenEuro gefördert.  Der Fördergeber verlangte einen Bürgerbeteiligungsprozess zur Nutzung der Gebäude und der Festwiese, damit das Quartier mit Leben erfüllt wird. So starteten die Stadt Wangen und die Landesgartenschau GmbH mit Unterstützung des Münchner Unternehmens Green City Experience im Februar 2019 den Prozess, während dessen sich Gruppen bewerben konnten, um ihre Projekte in der ERBA zu verwirklichen. Parallel dazu wurde eine Online-Beteiligung gestartet, die über 500 komplett ausgefüllte Fragebögen erbrachte. Der Jugendgemeinderat unterstützte vor allem in dieser Phase sehr intensiv mit der Werbung unter jungen Menschen, denn sie sollten Hauptzielgruppe der Befragung sein. Im nächsten Schritt wurde darum gebeten, die Freizeitangebote einzureichen und näher zu beschreiben, die von künftigen Akteuren geplant wurden. Im November 2019 wurden die ERBA-Varianten der Zukunft im Comptoirgebäude öffentlich vorgestellt. Zuletzt wurden die Angebote auf Herz und Nieren in ihrer Umsetzbarkeit geprüft. Gebremst durch Corona konnten die fünf ausgewählten Projekte erst jetzt prämiert werden.