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Sonntag, 1. September 2019

Ökopunkte für mehr Streuobstanbau

Zweimal jährlich findet die Landwirtschaftsrunde im Rathaus in Wangen statt. Jetzt haben sich wieder die Obmänner aus Wangen, Amtzell und Achberg mit Oberbürgermeister Michael Lang, Bürgermeister Dr. Johannes Aschauer aus Achberg und Hans Roman als Bürgermeister-Stellvertreter in Amtzell getroffen. Ebenso zur Runde stießen die Landtagsabgeordneten Raimund Haser und Petra Krebs.

Zu den Kernthemen der Diskussion gehörte die Frage, wie Landwirten geholfen werden kann, die sich im Streuobstbau engagieren. Bisher, so hieß es, würden vor allem neue Streuobstbestände finanziell gefördert. Doch für alte Streuobstwiesen gebe es nichts oder nur einen kleinen Betrag zum Schnitt, der den Aufwand nicht wirklich wiederspiegle. So wurde deutlich, dass den Landwirten derzeit am besten mit der Gutschrift von Ökopunkten geholfen sei, wenn sie nicht nur neue Bäume anpflanzten, sondern vorhandene Kulturen auch pflegten. Denn weder die Vermostung noch das Schnapsbrennen oder eine anderweitige Vermarktung des Obstes bringe auch nur annähernd eine Summe, die die Arbeit fair entlohne. Dies sei höchstens dann der Fall, wenn das Obst als „bio“ zertifiziert sei. Doch schon die Zertifizierung koste nicht wenig. 

Wenn nun – wie im Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in Baden-Württemberg gefordert – Streuobstwiesen per Gesetz unter Naturschutz gestellt würden, hätte das zur Folge, dass es keine Ökopunkte mehr für die Pflege geben kann, hieß es. Diese Ökopunkte können beispielsweise als Ausgleich genutzt werden, wenn ein Landwirt auf seinem Gelände bauen will. 

Ein zweites Thema, das ausführlich diskutiert wurde, war die Frage, wie es in diesem Sommer ums Wasser steht. Zwar sei die Lage 2019 einfacher als im Vorjahr, und doch gebe es offenkundig bereits heute Brunnen, die trockengefallen sind. Ein Landwirt berichtete, er habe zwei Brunnen auf seinem Gelände, die beide seit vier Monaten kaum noch Wasser bringen. Seine Folgerung: „Das Grundwasser hat sich nicht erholt.“

Dies könnte sich künftig auch in den Wäldern auswirken, hieß es. Derzeit sei zwar die Humusschicht feucht, aber im Übergang vom Humus zur nächsten Schicht beginne die Trockenheit. Ein Grund dafür sei, dass im Frühjahr nicht genügend Regen gekommen sei. Die Schneeschmelze hingegen gehe direkt in die Oberflächenwasser, aber nicht ins Grundwasser.