background
Einfach Ankommen
und Wohlfühlen
Mittwoch, 27. März 2019

Riesenandrang beim Bürgerspaziergang

Rund 100 Personen sind der Einladung der Stadt Wangen zum ersten zum Bürgerspaziergang 2019 gefolgt.

Oberbürgermeister Michael Lang zeigte Schlüsselstellen für die Stadtentwicklung, deren Fertigstellung mit der Landesgartenschau 2024 ein halbes Jahr lang gefeiert werden wird. „Wir schaffen die Voraussetzungen für die schönste Landesgartenschau aller Zeiten“, sagte er.

Die Obere Argen im Blick

In den Tagen zuvor war bekannt geworden, dass das Land Baden-Württemberg die städtischen Bemühungen um die Sanierung des Auwiesengebiets mit 1,8 Millionen Euro fördern wird. „Das ist die zweitgrößte Summe im Gebiet des Regierungspräsidiums Tübingen“, sagte er am Treffpunkt beim Gallussteg. Jetzt gehe es darum, Infrastruktur zu schaffen und Wohnungsbau zu ermöglichen. 

Ein weiterer wesentlicher Punkt in der Entwicklung des Gebiets zwischen Altstadt und ERBA sei die Renaturierung der Oberen Argen. „Das Land unterstützt uns auch dabei mit 80 Prozent“, sagte Lang. „Das ist eine tolle Chance, etwas für unser Gewässer zu tun.“ 

Förderung erhofft

Derzeit wartet die Stadt auf eine Entscheidung des Bundes zur Alten Sporthalle. Sie wird für den April erwartet. Vonseiten der Stadt Wangen war im Sommer 2018 ein Antrag auf ein Programm zum Neubau der Halle gestellt worden. Falls Wangen in das Programm aufgenommen wird, würde sich der städtische Anteil an dem geplanten Neubau erheblich reduzieren.  

Auf der Argeninsel angekommen erläuterte Lang zunächst den Fischpass, der als erste Maßnahme der Stadtentwicklung im Zuge der Landesgartenschau geschaffen worden war. Er funktioniere sehr gut, wie man sehen könne, wenn der Fischreiher dort unterwegs ist. Ein schmaler Pfad entlang der Argeninsel soll es künftig ermöglichen, auf beiden Seiten des Flusses zugehen.

Brücken über die Argen geplant

Fünf bis sieben Brücken sollen bis 2024 über die Argen gebaut werden. Die erste ist 2020 geplant und soll die Argeninsel mit dem Hospital verbinden. Dieser Brückenschlag sei unter anderem für die Schüler aus den Gebieten Vorderes Ebnet und Atzenberg sehr von Vorteil, weil er den Schulweg verkürze. Aber auch die Verbindung zur Altstadt profitiere davon. Mit Blick auf das benachbarte Berufschulzentrum sagte Lang, der Landkreis Ravensburg werde seine Außenanlagen ebenfalls neu gestalten, so dass bis zur Landesgartenschau ein einheitliches Bild entstehen werde.

Wohnmobilstellplatz wird verlegt

Neu angelegt werden soll auch der Wohnmobilstellplatz. Er wird künftig die eine Hälfte des vormaligen Hartplatzes am Südring einnehmen und mit zeitgemäßen sanitären Anlagen ausgestattet. Auf der anderen Hälfte des Platzes sind Parkplätze geplant. Die frei werdenden Flächen sollen für Spiel und Freizeit nutzbar werden. Der Neubau des Wohnmobilstellplatzes soll voraussichtlich 2020/21 über die Bühne gehen.

Nachdem die Gruppe den früheren Hartplatz überquert hatte und unter der Bahnbrücke durchgegangen war, berichtete OB Lang von Überlegungen den Wertstoffhof vom Bauhof auf die freie Fläche gegenüber den neuen Wohnblocks am Südring umzusiedeln, um dann auf der freiwerdenden Fläche ein Gebäude mit einfachen Wohnungen zu erstellen. Grund dafür ist, dass die alten Baracken im Auwiesenareal abgerissen werden sollen und für die Menschen an einem anderen Ort Wohnraum geschaffen werden soll. Zusätzlich soll ein Punktgebäude in der Siedlung gebaut werden. „Die Stadt hat dafür inzwischen einen Träger gefunden, der im sozialen Wohnungsbau tätig ist und die Wohnungen selber vermieten will. Wer das sein wird, werden wir im April bekannt geben“, sagte OB Lang. Baubeginn sei voraussichtlich 2020.

Unterführung wird 2019 gebaut

Die Gruppe nutzte auf dem weiteren Weg die im vergangenen Jahr eingeweihte Rohrbrücke Richtung Reitverein. Dieser wird an die Südseite der ERBA-Siedlung umziehen und das freiwerdende Gelände neu überplant. Da die Reiter ihre Tiere immer mit großen Anhängern zum Gelände bringen, wird dieses wesentlich erleichtert, wenn eine neue Reithalle gebaut und von der Landesstraße Richtung Lindau erreichbar ist. In der Auwiesensiedlung bleiben werden der Trachten- und der Karateverein Butoku Kai.  

Eine der geplanten Brücken wird den früheren Hundeplatz mit der Wiese Richtung Argen verbinden. Derzeit denke die Stadt darüber nach, an der Hangkante Räume für eine Außengruppe des Siedlungs-Kindergartens unterzubringen. Ein Turm auf dem Hang wäre schön, aber ob das klappt, müsse man sehen.

In diesem Jahr wird die Unterführung gebaut, die ERBA- und Auwiesengelände miteinander verbinden soll, kündigte OB Lang an. Ebenfalls eine neue Verbindung schafft die Rohrbrücke über den ERBA-Kanal im Süden der Arbeitersiedlung. Sie wird bei einem Fest am 11. Mai 2019 der Öffentlichkeit übergeben.

Wohnungen entstehen

Im ERBA-Gelände wies OB Lang auf die privaten Investitionen in den Wohnungsbau hin. Derzeit werden die alten Arbeiterhäuser saniert. Daneben sollen sechs Doppelhäuser neu entstehen. Auf dem Gelände Richtung ERBA-Mitte wird die Genossenschaft Wohnen+ ein Haus sanieren und anbauen und ein weiteres Richtung Argen neu erstellen. Gegenüber diesem Komplex werden zwei Familien gemeinsam das noch übrige Gebäude für ihre Wohnzwecke ertüchtigen, sagte Lang.

Der Park unter den Linden rund um den Platz mit dem Schornstein werde ein zentraler Punkt der Landesgartenschau 2024 werden. Die Sanierung der benachbarten Neuen Spinnerei laufe an. „Wenn dieses Projekt von der Familie Forster abgeschlossen ist, ist auch ein wichtiger Schritt für die ERBA im Gesamten gemacht“, sagte Lang. Der Lindenhof mit den portugiesischen und türkischen Vereinen werde bleiben, denn diese Vereine seien immer vor Ort gewesen – auch zu Zeiten, da die ERBA nur eine Brache war. Das frühere Altersheim sei an Christian Skordzki verkauft, der sich in der Region unter anderem durch die Sanierung des Leutkircher Bahnhofs einen Namen gemacht hat. Er plane ein einfaches Radfahrerhotel aus dem leerstehenden Gebäude zu machen. 

Wangener Firma will in die Carderie ziehen

Das Gebäude der Carderie werde an ein Unternehmen in Wangen gehen, das dort für sich gute Möglichkeiten sehe. Sobald die Verträge unterzeichnet seien, könne auch der Name bekannt gemacht werden, sagte OB Lang.

Der Platz rund um den Schornstein sei deshalb sehr früh saniert worden, weil sich herausstellte, dass der Bund dafür Zuschüsse geben würde, erklärte Lang. Aus demselben Programm, „Nationale Projekte des Städtebaus“, werden auch Mittel fließen, um das Pförtnergebäude zu sanieren. Die Arbeiten dafür sollen 20219 beginnen. Unter anderem soll eine robuste Veranstaltungshalle samt Foyer und entsprechenden sanitären Anlagen eingebaut werden. Neben diesem Komplex entsteht aktuell ein Parkdeck mit drei Etagen, das neben den Fahrzeugen von Besuchern und Mitarbeitern der angesiedelten Unternehmen auch jene der Bewohner aufnehmen wird.