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Montag, 10. September 2018

Tausende genießen das ERBA-Stadtteilfest

Das ERBA-Stadtteilfest hat sich auch 2018 als starker Publikumsmagnet erwiesen und Jung und Alt angelockt.

Führungen, ein buntes Bühnenprogramm, Musik, Info-Stände, offene Räume, Kinderschminken und Ponyreiten, aber auch Bastelmöglichkeiten für die Kinder – für alle Altersgruppen war ein interessantes und unterhaltendes Programm geboten. Und wer nach allem, was ihm an Interessantem und Unterhaltenden geboten worden war, sich hungrig und durstig unter den Bäumen oder auf dem Platz niederlassen wollte, dem bot sich ein breites internationales Angebot, das auch reißenden Absatz fand.

Dank an alle Helfer

Am Ende des Tages zog Oberbürgermeister Michael Lang Bilanz und dankte allen, die dieses Fest ermöglichten, allen voran Johanna Müller, bei der in der Stadtplanung die Fäden zusammengelaufen waren. Beim Blick in die Runde der Neuen Mitte zeigte er sich begeistert, von dem was die vielen Freiwilligen der Vereine an diesem Tag geschafft hatten. Mit Blick auf die Sanierungen sagte er: „Schön, dass im Lindenhof schon so viel passiert ist, denn die Vereine dort und der Boccia-Club waren immer da, auch als ab 1991 nicht mehr in der ERBA gearbeitet wurde“, sagte Lang. 

Offene Türen

Steffi Schneider, die Steinmetzin, die das ehemalige Magazin zur Werkstatt mit Wohnung umbauen wird, öffnete gleich morgens um 11 Uhr die Tür zu ihrem künftigen Zuhause. Gerne nahmen Interessierte das Angebot an und streiften durch das Erdgeschoss und die obere Etage, die durch den Einbau von Fenstern mehr Licht und eine wunderbare Aussicht auf das Landesgartenschau-Gelände Richtung Kanal, Argen und das dahinterliegende Gelände bekommen wird. Sie zeigte zudem kleine Kunstwerke aus ihrer Werkstatt, die in der Kombination von Stein und Spitze einen ganz besonderen Reiz hatten. 

Nebenan ermöglichten Briegel Architekten den Interessierten einen Blick in den ehemaligen Konsum, den sie in absehbarer Zeit zu ihrem Büro ausbauen wollen. Gegenüber präsentierten sie eine aktuelle Ausstellung von preisgekörnten bauten aus dem Allgäu. Diese Ausstellung wird auch noch in der kommenden Woche auf dem Platz der Neuen Mitte bei der Neuen Spinnerei zu sehen sein. Wer also beim Stadtteilfest keine Gelegenheit hatte, sich dort zu informieren, kann dies in den kommenden Tagen tun. Die Gebäude sind vielfältig und reichen von der ehemaligen Synagoge, die zur Erinnerungsstätte umgebaut wurde, über eine Technikerschule, oder auch ein Parkhaus, eine Kinderkrippe oder ein Wohnprojekt, das von mehreren Familien gemeinsam konzipiert und gebaut wurde. Vor Ort informierten auch die Eigentümer und Entwickler der Arbeiterhäuser, Wohnen Plus und Ritter Immobilien, sowie Wolfgang Forster über die Neue Spinnerei.

Fortschrittliches Sozialleben in der ERBA

Interessante Einblicke in das äußerst fortschrittliche soziale Leben in der ERBA, gab Helga Mayer, Tochter des ehemaligen Fabrikdirektor Helmut Sprißler. Im südlichsten Wohnhaus auf dem Gelände war nach ihren Worten von 1908 bis 1941 eine in Württemberg zur Zeit ihrer Gründung einmalige Wöchnerinnenstation eingerichtet. Dort gab es ein Entbindungs- und OP-Zimmer, ein Badezimmer mit Wanne, sowie zwei Zimmer mit je zwei Betten, in denen die Wöchnerinnen ihre Kinder zur Welt bringen und sich dann auch entsprechend erholen konnten. „Eine Krankenschwester war immer vor Ort und eine Hebamme kam nach Bedarf“, sagte Mayer. Auch dass es ein Ledigenheim, ein Kinderheim mit Säuglingsstation und Kinderhort bei Betreuungszeiten von 5 bis 18 Uhr gab sowie ein Altenheim, klingt aus heutiger Sicht mehr als erstaunlich. Und schließlich war der Lindenhof sozialer Mittelpunkt der ERBA mit einem reichen Vereinsleben. Flyer zu dieser Führung sind unter anderem im Gäsetamt der Stadt Wangen erhältlich.

Show und Musik in der Neuen Mitte

Wie damals war der Lindenhof auch bei diesem Stadtteilfest direkt im Zentrum. Denn nicht nur, dass die portugiesischen und türkischen Vereine, die in dem früheren ERBA-Gasthaus beheimatet sind, reichlich zur Verköstigung beitrugen. Rund um den Lindenhof gab es Musik und auf der Bühne ein buntes Showprogramm – ebenfalls mit verschiedensten musikalischen, tänzerischen sowie sportlichen Beiträgen: Hot Like Beats legte auf, wenn Pause auf der Bühne war. Ansonsten zeigte die Waldorfschule, welch‘ unterschiedliche musikalische Talente sie hat. Außerdem gab es Capoeira, Karate und Tanzvorführungen der portugiesischen und türkischen Kulturvereine zu sehen.

Viele Infos um ERBA und Landesgartenschau

Allen, die wissen wollten, wie in der ERBA gearbeitet wurde, führte Jürgen Hartinger durch die Alte Spinnerei. Weitere ehemalige ERBAner zeigten, wie die Maschinen funktionierten und was für Schätze sie inzwischen gesammelt haben. Der frühere Vorsitzende des Vereins, Hermann Schneller, sagte, der Vereine wolle seine Sammlung in der Zukunft in einem wie auch immer gearteten Museum zeigen. Atemberaubend war die Animation, die von Zoller + Fröhlich über die ERBA mit Laser gemacht und als Film gezeigt wurde.

Cécile von Frankenberg entwarf gemeinsam mit großen und kleinen Künstlern mit ERBA-Hülsen kreative „Fadenfiguren“. Das städtische Jugendhaus bot verschiedene Straßen-Spiele an. Und Schmiedemeister Matthias Grabow zeigte Jugendlichen, wie man Schlüsselanhänger schmiedet. Und viele Kinder genossen den Ritt auf einem Pony mit dem Reit- und Fahrverein.

Städtische Mitarbeiter beantworteten viele Fragen im Landesgartenschau-Container, in der Wasserkraftanlage und im Pförtnerhaus. 

Gästeführer erläutern Und schließlich erläuterten die beiden Gästeführer Beate Leupolz und Andreas Rommel, bei Führungen, die bis zur Eisenbahnbrücke führten, wie die Landesgartenschau aussehen wird. 

Info: 

Die nächste Führung von Beate Leupolz und Andreas Rommel „Was war – was ist – was wird“ gibt es am Samstag, 13. Oktober 2018, von 14 bis 16 Uhr. Die Kosten betragen 7 Euro pro Person, Kinder sind frei. Treffpunkt ist das Alte Feuerwehrhaus im Aumühleweg 5, gegenüber P1 Milchpilzparkplatz. 

Die Ausstellung des Architekturforum Allgäu kann tagsüber bis Freitag, 14. September 2018, in der ERBA besichtigt werden.