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Donnerstag, 15. Oktober 2020

Saisonstart mit "Der Vorleser" ist ausverkauft

Bildautor: Patrick Pfeiffer

Spielzeit beginnt mit dem Stück „Der Vorleser“ nach Bernhard Schlinks gleichnamigem Roman Am Freitag, 16. Oktober 2020, startet die Theatersaison 20/21 in Wangen. Zum Auftakt ist die Württembergische Landesbühne Esslingen mit dem Stück „Der Vorleser“ nach dem gleichnamigen Roman von Bernhard Schlink zu Gast. Der Abend ist bereits ausverkauft.

Es ist die Geschichte der ungewöhnliche Liebe von Michael Berg zu einer älteren Frau, die als Kriegsverbrecherin angeklagt wird. In einem Rückblick erzählt Michael Berg von seinem Leben im Zeitraum von 1959 bis 1984. Das Stück wird in der Bühnenfassung der Regisseurin Miriam Neidhart uraufgeführt. Beginn ist um 20 Uhr in der Stadthalle Wangen.

Michael Berg hat ein halbes Leben hinter sich, als er beschließt, die Geschichte aufzuschreiben, die ihn für immer prägte – um sie der Welt mitzuteilen, sie zu verarbeiten, aber auch „um sie loszuwerden“: Mit fünfzehn leidet er an Gelbsucht. Als er sich auf dem Heimweg bei strömendem Regen in einem Hauseingang übergibt, kommt ihm eine unbekannte Frau zu Hilfe und bringt ihn nach Hause. Um sich bei ihr zu bedanken, besucht Michael die einundzwanzig Jahre ältere Hanna nach seiner Genesung. Eine ungleiche Beziehung beginnt, von der niemand erfährt. Es sind Michaels erste erotische Erfahrungen, seine erste Liebe. Die beiden entwickeln ein Ritual, zu dem neben einem gemeinsamen Bad bald auch gehört, dass Michael Hanna vorliest. Und doch erlebt er mit ihr immer wieder schmerzhafte Momente, die er selbst nicht versteht. Eines Tages ist sie plötzlich verschwunden. Erst Jahre später sieht Michael, der inzwischen Jura studiert, Hanna im Gerichtssaal wieder: als Angeklagte in einem Auschwitz-Prozess. Seine Liebe und die persönlichen Schuldgefühle verstricken sich nun mit einer kollektiven Schuld.


Bernhard Schlinks 1995 veröffentlichter Roman „Der Vorleser“ wurde in über 50 Sprachen übersetzt, 2008 mit Kate Winslet und David Kross verfilmt und weltweit ein Bestseller. Lakonisch und zugleich einfühlsam reflektiert er mit seinen fein gezeichneten Figuren über Liebe und Schuld im Angesicht der Verbrechen des Holocausts und über die Unzulänglichkeit der Rechtsprechung. Regisseurin Mirjam Neidhart untersucht die Mechanismen von Michaels Erinnern und lässt das Publikum an den großen Fragen nach kollektiver Schuld und menschlichem Verhalten teilhaben.

Info:

Karten für Theater und Konzerte können im Gästeamt (Tel.: 07522/74 211) oder bei www.reservix.de gekauft werden. Informationen und Abonnements gibt es im Kulturamt (Tel.: 07522/74 241, susanne.hertenberger @wangen .de). Das Programmheft liegt im Gästeamt, im Bürgeramt und an vielen anderen Stellen aus. Außerdem steht es auf der städtischen Homepage www.wangen.de zum Download bereit.