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Dienstag, 26. Februar 2019

Verwaltungschefs legen bei der Bahn Protest ein

Die Städte und Gemeinden im Württembergischen Allgäu, Leutkirch, Isny, Wangen, Kißlegg, Argenbühl, Amtzell und Aitrach sind seit Montag von der Andienung der Deutschen Bahn auf der Schiene abgeschnitten. Der Verkehr soll laut Bahn durch Schienenersatzverkehr, also Busse, wahrgenommen werden.

Die Bürgermeister und Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle, Rainer Magenreuter, Michael Lang, Dieter Krattenmacher, Roland Sauter, Clemens Moll und Thomas Kellenberger protestieren aufs Schärfste gegen dieses Vorgehen. „Wir akzeptieren das nicht“, heißt in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Die Mitteilung hatte die betroffenen Kommunen vollkommen unvorbereitet am Freitagnachmittag so kurzfristig getroffen, dass sie nicht mehr reagieren konnten.

Den Verantwortlichen bei den Kommunen ist völlig unklar, weshalb die Bahn sich zu diesem Schritt entschlossen hat. „Sicher ist aber, dass die Umstellung auf Busse erhebliche Auswirkungen auf die Schüler- und Berufspendlerverkehre hat. Insbesondere die Schüler und Schülerinnen der Beruflichen Schulen in Leutkirch und Wangen sind davon betroffen. Denn die Busse brauchen länger als die Züge, weshalb es nicht sicher ist, dass sie pünktlich zum Unterricht erscheinen können“, heißt es weiter.

Auch gerade jetzt kurz vor den Haupttagen der Fasnet komme die Stilllegung der DB-Züge völlig zur Unzeit. Denn gerade um die Umzüge und andere fastnächtliche Veranstaltungen zu erreichen, nutzten Narrenzünfte und Zuschauer für gewöhnlich in sehr großer Zahl die Bahn. „Es ist daher absehbar, dass der Schienenersatzverkehr nicht ausreichen wird, um den Bedarf zu decken. Dies gilt nicht nur entlang der Strecke von Norden nach Süden und umgekehrt. Dies gilt auch für die Anbindung nach Oberschwaben. Denn auch die Verbindung von Kißlegg nach Aulendorf ist von der Einstellung des Schienenverkehrs durch die Bahn betroffen“, schreiben die Bürgermeister und Oberbürgermeister.

Gerade jetzt, wo sich die Region auf eine halbjährige Einstellung des Bahnverkehrs ab 12. April wegen der Elektrifizierung einstellt, beschädige dieser Eingriff in den Bahnverkehr das Image des Öffentlichen Personennahverkehrs. „Die Bahn und der ÖPNV als Ganzes haben in der Bevölkerung im Württembergischen Allgäu schon lange kein hohes Ansehen. Solche Eingriffe bewirken die Bestätigung, dass man sich auf den ÖPNV nicht verlassen kann“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Deshalb sei sehr zu hoffen, dass bei der bevorstehenden Elektrifizierung zwischen Leutkirch, Kißlegg, Wangen und Hergatz der Schienenersatzverkehr gut vorbereitet und kommuniziert werde, damit die Fahrgäste sicher befördert werden und das künftige elektrifizierte Angebot nicht mit einer noch größeren Hypothek starten müsse.

Was den jetzigen Zustand angeht heißt es abschließend „Wir fordern die Deutsche Bahn auf, zumindest die wichtigsten Verkehrsverbindungen mit Zügen aufrechtzuerhalten und unverzüglich klarzustellen, warum und für wie lange die Einstellung des regulären Verkehrs erfolgt. Und wir fordern das Land auf, dafür zu sorgen, dass die Bahn die vom Land bestellten Verbindungen auch auf die Schiene bringt“, heißt es abschließend.